Die Chancen nutzen: Das Freihandelsabkommen mit China

06.07.2014 |  Von  |  News
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Die Chancen nutzen: Das Freihandelsabkommen mit China
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Die Schweiz hat mit dem Freihandelsabkommen einen wichtigen Schritt in Richtung Steigerung des Exportes gemacht. Von der Vereinbarung profitieren beide Seiten, auch andere europäische Länder diskutieren über ähnliche Regelungen. Die Schweizer Wirtschaft erhofft sich hohe Kosteneinsparungen sowie einen Ausbau der Handelsbeziehungen.

Am 1. Juli 2014 ist das Freihandelsabkommen in Kraft getreten. Es regelt die Ein- und Ausfuhrbedingungen für Schweizer und chinesische Produkte. Auf der einen Seite wurden die Zölle auf chinesische Industrieimporte gestrichen und auf der anderen Seite findet eine Lockerung der Handelsschranken für Schweizer Erzeugnisse statt. Vor allem die Unternehmen der Schweiz freuen sich über die neuen Möglichkeiten und erhoffen sich eine deutliche Zunahme der Handelsbeziehungen.



Experten erwarten eine jährliche Erhöhung der Exporte um 5 %. Gerade die Zolleinsparungen machen den Handel interessant. Sie sind ein erster Schritt und kommen den Parteien zugute. Hochrechnungen zufolge werden bis zum Jahr 2028 rund 5,8 Milliarden Franken eingespart werden. Die Schweizer Exportmöglichkeiten sind gross, so werden unter anderem Schokolade, Chemieprodukte und Uhren ausgeliefert.

Durch den frühzeitigen Abschluss hat sich die Schweiz eine bevorzugte Stellung erarbeitet. Zwar wird ein solches Abkommen auch in anderen europäischen Ländern diskutiert, die Schweiz ist allerdings einer der Pioniere in diesem Bereich. Somit sichert sich das Land eine gute Ausgangsposition vor seinen Nachbarländern, wie beispielsweise Deutschland. Auch Grossbritannien spricht sich für eine Aufnahme der Gespräche mit China aus, es ist jedoch noch kein Ergebnis erzielt worden.

Wie wichtig China für die Schweiz als Handelspartner ist, haben die Zahlen der letzten Jahre bestätigt. Nach der EU und den Vereinigten Staaten steht das Land der Mitte an dritter Stelle. Bislang betrug der Anteil der Exporte nach China an den gesamten Exporten allerdings nur rund 8 %, dies soll sich durch die neue Vereinbarung aber ändern. Der Markt in China wächst aktuell stark, sodass das Potenzial gross ist.

Auf den ersten Blick erscheint das Abkommen stark zugunsten der Chinesen ausgefallen zu sein. Die Zölle auf Importe in die Schweiz fallen sofort weg, sodass die chinesischen Unternehmen ihre Waren kostengünstig ins Land bringen können. Auf der anderen Seite werden die Handelsschranken in China nur nach und nach abgebaut. Die Geschwindigkeit ist in Einzelfällen geregelt, so dauert der Abbau bei einigen Produkten bis zu 15 Jahre.



Dieses Ungleichgewicht zeigt, wie wichtig das Abkommen für die Schweiz ist. Aufgrund der grossen Möglichkeiten und des hohen Potenzials im Handel mit China bedeutet diese Regelung eine Chance für den Export. In der Schweiz leben rund acht Millionen Menschen, in China sind es rund 1,4 Milliarden; diese stellen einen lukrativen Markt dar. Da die Schweiz zudem vor allem hochwertige Produkte exportiert und die Chinesen hierauf bisher hohe Zölle berechnet haben, überzeugen die finanziellen Vorteile.

Das Ziel Chinas sind Abkommen mit der EU. Das Land plant, seine Exporte auszubauen, und möchte Europa als Markt nutzen. Die Schweiz ist nur ein erstes Ziel; so werden in den nächsten Jahren noch weitere Ergebnisse erwartet. Gerade unter diesem Gesichtspunkt ist die Vereinbarung umso bedeutender. Auf einem sich ständig verändernden Markt sind Vorteile, wie sie die Schweiz durch das Freihandelsabkommen erhält, Gold wert.

Die Schweizer Unternehmen werden in den nächsten Jahren ihre Geschäftsbeziehungen zu China weiter ausbauen und auf dem dortigen Markt vermehrt Fuss fassen. (Bild: ruskpp / Shutterstock.com)

Die Schweizer Unternehmen werden in den nächsten Jahren ihre Geschäftsbeziehungen zu China weiter ausbauen und auf dem dortigen Markt vermehrt Fuss fassen. (Bild: ruskpp / Shutterstock.com)




Die Schweizer Unternehmen werden in den nächsten Jahren ihre Geschäftsbeziehungen zu China weiter ausbauen und auf dem dortigen Markt vermehrt Fuss fassen. Kontakte und Verbindungsleute sind im Handel sehr wichtig, ein Aufbau einer Geschäftsbeziehung benötigt seine Zeit. Gerade China unterscheidet sich deutlich von westlichen Ländern, was die Zusammenarbeit beeinflusst. Für ein chinesisches Unternehmen ist es von höchster Wichtigkeit, dass es seine Handelspartner kennt und wertschätzt. Ansonsten wird keine Handelsbeziehung aufgenommen.



Durch den zeitlichen Vorteil können sich die Schweizer Unternehmen auf dem Markt etablieren und die Kontakte und Verbindungen ausbauen. Erst in den letzten Jahren hat sich der chinesische Markt für ausländische Unternehmen geöffnet, und auch heute existieren viele Auflagen. Ein Markterfolg benötigt seine Zeit, daher muss die Schweiz ihre Chancen nutzen. China betrachtet ein Freihandelsabkommen mit der EU als sein grösstes Ziel, aktuell sind aber noch keine konkreten Verhandlungen in Angriff genommen worden.

Der Grund für die Verzögerungen sind die unterschiedlichen Meinungen innerhalb der EU. Während Deutschland und Grossbritannien dem Abkommen positiv gegenüberstehen und ein zügiges Vorangehen bevorzugen, sind viele andere Länder skeptisch. Sie befürchten, dass vermehrt Billigprodukte auf den heimischen Markt gelangen könnten. Die Kritiker prognostizieren, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen und die eigenen Produkte nicht in einer ausreichenden Menge abgesetzt werden könnten.

Um die Vorteile jedes Landes zu beurteilen, müssen die Exporte und die Importe betrachtet werden. Die Schweiz bietet viele Produkte an, welche auf dem chinesischen Markt verlangt werden, dies stellt eine gute Grundlage dar. So finden beispielsweise zahlreiche Exporte von Milchprodukten und Zuckerwaren statt. Der Erfolg eines Freihandelsabkommens ist demnach immer vom jeweiligen Land und den Marktbedingungen abhängig. Für die Schweiz wird eine positive Bilanz erwartet, und man darf gespannt sein, wie die europäische Geschichte der Handelsbeziehungen zu China weitergeht.



 

Oberstes Bild: © Juliya_strekoza – Shutterstock.com


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