Swatch will dem Standort Schweiz treu bleiben

30.05.2014 |  Von  |  News

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Wie nur wenige andere Unternehmen steht der Uhrenhersteller Swatch für Schweizer Markenqualität, die weltweit geschätzt wird. Seit den 1990er-Jahren vereinen sich in der Swatch Group zahlreiche Einzelmarken, die für hochwertige Armbanduhren und weitere Chronografen bekannt geworden sind und einen nicht unwesentlichen Anteil am eidgenössischen Bruttosozialprodukt haben.

Auch wenn es in der letzten Zeit zu Kursverlusten kam und der starke Franken den wirtschaftlichen Erfolg schmälert, will Swatch am Standort Schweiz festhalten. In einem aktuellen Interview gab dies Unternehmens-Chef Nick Hayek an, der nicht als einzige Führungskraft des renommierten Unternehmens hinter diesem Kurs steht.



Swiss made soll als echtes Markenzeichen erhalten bleiben

Auch wenn sich aktuell durch den Strukturwandel in der Schweiz und die starke Währung wirtschaftliche Herausforderungen für viele Branchen ergeben, ist für Hayek die Aufgabe der binnenländischen Produktion kein Thema. Das sprichwörtliche “Swiss made”, für das Uhren von Swatch und seinen Tochterunternehmen seit vielen Jahrzehnten steht, soll in jedem Fall aufrechterhalten werden. Schon vor mehr als 100 Jahren galt die Schweizer Präzisionsarbeit in der Uhrenanfertigung als echtes Markenzeichen. Durch eine Verlagerung der Produktion ins Ausland sei zu befürchten, dass Renommee und somit Absatzzahlen weiter absinken.

Starke Währung als Problem für die Schweizer Wirtschaft

Ungeachtet seiner Treue zum Standort Schweiz gab Hayek jedoch an, dass der Schweizer Franken als starke Währung nicht nur für seine Branche eine erhebliche Herausforderung darstelle. Grundsätzlich würden es viele Eidgenossen begrüssen, über eine vergleichsweise starke Währung zu verfügen und sich nicht wie die Euro-Länder im Umfeld über Schwankungen und eine Beeinflussung durch die EZB Gedanken machen zu müssen. Gerade eine starke Währung wird jedoch zur Hürde für den wirtschaftlichen Erfolg schweizerischer Unternehmen und dämpft nicht nur in der Uhrenproduktion die Bereitschaft, innovative Ideen umzusetzen.

Entwicklungen in zahlreichen Branchen bleiben abzuwarten

Nicht zuletzt in der seit Jahren tobenden Diskussion um das Schweizer Bankgeheimnis und eine potenzielle Steuerhinterziehung von Anlegern aus ganz Europa bleibt abzuwarten, welchen Einfluss diese Tendenzen auf die Schweizer Wirtschafts- und Finanzentwicklung haben. Gerade wenn das Vertrauen vieler Anleger in den Schweizer Franken aufgrund des entfallenden Bankgeheimnisses zukünftig fehlen sollte, werden sich zwangsläufig Auswirkungen auf den Franken ergeben. Wie gut dies einzelne, renommierte Unternehmen wie Swatch abfedern können oder sogar als Chance sehen, kann aktuell nur schwer eingeschätzt werden und sorgt für Zündstoff in der Standortfrage.



 

Oberstes Bild: © Yuriy Vlasenko – Shutterstock.com



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