Klimawandel: Unternehmen müssen CO2-Ausstoss reduzieren

04.04.2014 |  Von  |  Allgemein, Finanzen

Geschätzte Lesezeit: 7 minutes

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Der neue Weltklimabericht warnt deutlich vor den Gefahren der Erderwärmung: Experten gehen davon aus, dass die Erderwärmung zu einschneidenden Veränderungen führen wird, wenn der Mensch nicht gegensteuert und versucht, die Erderwärmung zu bremsen. Nach Ansicht des WWF müssen auch Unternehmen ihren Teil zur Senkung der globalen Erwärmung beitragen.

Eine 50-seitige Zusammenfassung des Klimaberichts soll Politik und Wirtschaft als Grundlage für weitere Massnahmen dienen. Am 13. April wird der Bericht offiziell in Berlin vorgestellt – dabei soll es vorwiegend um Möglichkeiten gehen, die Erderwärmung zu reduzieren.



Extreme Wetterphänomene sorgen für Wasserknappheit und Überschwemmungen

Im japanischen Yokohama wurde Ende März der Fünfte IPCC-Sachstandsbericht verabschiedet. In drei Arbeitsgruppen haben Experten neben den wissenschaftlichen Grundlagen die globalen Aspekte und die Risiken der Klimapolitik durchleuchtet. Die UNO-Experten gehen davon aus, dass ein CO2-Ausstoss in der bisherigen Höhe deutliche Folgen auf der Erde hinterlassen wird: Es kommt zu Wasserknappheit und Überflutungen, daraus folgen Hungersnöte und Armut.

Betroffen sind besonders die südlichen Länder – vor allem in Europa und Asien soll das Überschwemmungsrisiko deutlich ansteigen Auf der anderen Seite werden extreme Dürren in sehr bevölkerungsreichen Gebieten das Problem der Wasserknappheit verstärken. Die Folge sind geringere Erträge, die vor allem bei der ländlichen Bevölkerung zu Engpässen führen. Der Bericht geht davon aus, dass es bereits heute in der Weizen- und Maisernte zu Problemen kommt. Der UNO-Experten kommen zu dem Ergebnis, dass die extremen Wetterlagen zu einer deutlichen Steigerung der Nahrungspreise führen werden.

An den Polen schmelzen die Gletscher und sorgen so für einen Anstieg der Meeresspiegel. (Bild: Tsuguliev / Shutterstock.com)

An den Polen schmelzen die Gletscher und sorgen so für einen Anstieg der Meeresspiegel. (Bild: Tsuguliev / Shutterstock.com)




Extreme Wetterphänomene beobachten wir schon jetzt: An den Polen schmelzen die Gletscher und sorgen so für einen Anstieg der Meeresspiegel – die Lebensräume der Tiere sind starken Veränderungen unterworfen. Der Bericht unterscheidet Folgen bei einer Erderwärmung um zwei bzw. vier Grad Celsius und beschreibt bei einer höheren Erwärmung drastischere Folgen für die Menschheit. Der Klimawandel lässt sich den Experten zufolge nicht mehr aufhalten, dennoch lassen sich die Folgen bei einer Reduzierung der Erwärmung deutlich abmildern.

Unternehmen sollen messbare Strategien entwickeln

Vor allem Industrie und Wirtschaft sind zu einem grossen Teil für die Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. In diesem Zusammenhang bemängelt der World Wildlife Fund for Nature (WWF) insbesondere die wenige messbaren Strategien der Unternehmen, die sich untereinander kaum vergleichen lassen. Die Experten gehen davon aus, dass grosse Emittenten keine klaren und eindeutigen Zielvorgaben haben und nicht erkennbar ist, mit welchen Zielen sie zu einer Reduzierung der Erderwärmung beitragen wollen.



Dabei sehen die Klimaschützer nicht nur die Industrie in der Verantwortung, sondern wollen auch Finanzdienstleister zum Handeln verpflichten: Bei der Entscheidung über eine Kreditvergabe sollte der CO2-Ausstoss eines Unternehmens berücksichtigt werden. Banken sollten als Dienstleister entscheiden, inwieweit die Bemühungen des Unternehmens zur Reduzierung der Treibhausgase, bei ihrer Kreditentscheidung und den gewährten Konditionen eine Rolle spielen. Der WWF sieht in diesem Zusammenhang ganz klar die grossen Global Player in der Verantwortung.

Deutlicher Temperaturanstieg im Alpenraum

Die Schweizerische Energie-Stiftung geht davon aus, dass das Land besonders vom Klimawandel betroffen sein wird. Nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten ist die Temperatur im Alpenraum in den letzen 100 Jahren um bis zu 1,5 Grad Celsius angestiegen. Im weltweiten Durchschnitt liegt der Anstieg bei 0,6 Grad Celsius. Durch wärmere und regenreichere Winter wächst die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen. Durch die zunehmenden Niederschläge steigt in den Tälern die Gefahr einer Überflutung. Das Ansteigen der Schneegrenzen und der Gletscherschwund werden den Wintertourismus deutlich beeinträchtigen.

Darum trat bereits im Jahr 2000 ein erstes Gesetz zur CO2-Reduktion in Kraft, ein revidiertes Gesetz gilt seit dem 1.1.2013: Im Inland soll der Treibhausgas-Ausstoss bis 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 um 20 Prozent gesenkt werden. Bei den Vorgaben zur CO2-Reduzierung orientiert sich die Schweiz vorwiegend an den Beschlüssen der Europäischen Union. Die Verantwortlichen erwarten von der Industrie eine Reduktion des CO2-Ausstosses von 15 Prozent. In diesem Zusammenhang stellt die Schweizer Regierung einen Technologiefonds bereit, der jährlich mit 25 Millionen Franken aus der CO2-Abgabe gefüllt wird. Innovative Unternehmen, die individuelle Technologien verfolgen, werden unterstützt.



Seit dem 1. Januar 2014 gilt in der Schweiz eine erhöhte CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe von 60 Franken pro Tonne CO2-Ausstoss. Nach Angaben des Eidgenössischen Departements für Umwelt. Verkehr, Energie und Kommunikation stehen so maximal 300 Millionen Franken jährlich für die Förderung entsprechender Massnahmen bereit. Die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe wurde zum 1. Januar 2008 eingeführt. Sollte die Emission nicht ausreichend reduziert werden, wurde für die Folgejahre eine stufenweise Erhöhung vorgesehen.

Im Vergleich zu den grossen Emittenten wie China und die USA ist die Schweiz mit einem Ausstoss von 0,1 Prozent der weltweiten Emission ein “kleiner” Luftverschmutzer. Dennoch sollten alle Länder zu einer deutlichen Emissionsreduzierung beitragen – nicht zuletzt um ihren moralischen Standpunkt zu definieren.

Traditionell tauschen sich die deutschsprachigen Umweltministerinnen und -minister über die Klimapolitik aus. Bei einem Treffen Ende März auf dem Bonner Petersberg betonte die Schweizer Bundesrätin, besonders an einer engen Zusammenarbeit mit den Nachbarn interessiert zu sein. Alle Länder stehen gemeinsam vor ähnlichen Herausforderungen um den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Insbesondere im Alpenraum soll grenzübergreifend zusammengearbeitet werden.



 

Oberstes Bild: © ISebyI / Shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.



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