Was bringt der Executive MBA?

15.03.2014 |  Von  |  Selbstmanagement
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Ein Executive MBA (Master of Business Administration) wird in der Schweiz von über 20 Institutionen angeboten, darunter den Universitäten in Zürich, Bern, Luzern und Lausanne sowie von verschiedenen Business Schools. Die Programme wenden sich an bereits ausgewiesene Führungskräfte, die ihren Horizont in einer kompakten, berufsbegleitenden Ausbildung erweitern wollten. Das Durchschnittsalter der Studierenden liegt bei etwa 40 Jahren.

Auch die Kosten für einen Executive MBA lassen sich an den Gehältern von Führungskräften messen. An einigen Einrichtungen ist der Studiengang zwar bereits für etwa 30’000 Franken zu haben, bei besonders renommierten Kaderschmieden wie der Universität St. Gallen oder dem IMD Lausanne können jedoch auch beträchtlich grössere Summen zu Buche schlagen.



Der Arbeitgeber beteiligt sich an den Kosten eines Executive MBA durchaus nicht immer – im Gegenteil übernimmt die Mehrzahl der Studierenden die Studiengebühren dafür in vollem Umfang selbst. Auch die zeitliche Belastung durch die Programme ist beträchtlich – in einer Lebensphase, in der die Teilnehmer der Kurse nicht nur beruflich ambitioniert und komplett eingebunden sind, sondern meist auch bereits Familie haben. Die Frage ist also durchaus erlaubt, ob das Resultat diese Belastungen am Ende aufwiegt. Die Schweizer „Handelszeitung“ hat an der Hochschule Luzern einige Executive-MBA-Absolventen dazu sowie zu ihrer Entscheidung für den Standort Luzern befragt.

Sehr unterschiedliche Motivationen für den Executive MBA

Manager, die sich für einen Executive MBA entscheiden, sind beruflich für gewöhnlich bereits in die Chefetage aufgestiegen oder mindestens auf dem Sprung dorthin. In ihrem Arbeitsalltag erleben sie die üblichen Herausforderungen an Führungskräfte: Schneller Wechsel, komplexe Arbeitssituationen, Teamverantwortung und Mitarbeitermotivation, die Notwendigkeit, fortlaufend Entscheidungen – oft von beträchtlicher Tragweite – zu treffen.

Behaupten und weiterentwickeln können sie sich nur, wenn sie mit ihren Leadership- und Management-Qualitäten sowohl ihre Vorgesetzen als auch ihre Mitarbeiter überzeugen, selbst Höchstleistungen und kreative Lösungen erbringen und auch andere dazu animieren können. Die Motivationen der Studierenden, das aufwändige Masterprogramm zu absolvieren, sind trotzdem recht unterschiedlich. Für viele spielen der eigene Anspruch sowie ihre innere Einstellung die ausschlaggebende Rolle. Sie wollen ihre persönlichen Qualitäten als Führungskraft entwickeln. Aus diversen Studien und ebenso aus eigener Erfahrung wissen sie, dass der Unterschied zwischen guter oder schlechter Führung entscheidend für den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens sein kann. Aus den meisten Umfragen zum Thema geht hervor, dass der Hauptgrund für einen Stellenwechsel die Unzufriedenheit mit dem eigenen Chef ist.



Andererseits wirkt sich bei der Entscheidung für den Executive MBA natürlich auch der persönliche Ehrgeiz aus. Viele der Aspiranten auf den Titel wollen es mittelfristig karrieremässig möglichst bis ganz nach oben schaffen und sich für den Rest ihres Arbeitslebens dann auch an der Spitze halten. Einige der Befragten gaben auch ihrem Respekt vor den Aufgaben, die sie bewältigen müssen, Ausdruck – etwa mit der Frage, ob sie der grossen Verantwortung, die sie tragen, mit ihren aktuellen Fähigkeiten überhaupt gerecht werden können. Last but not least spielt auch die Sicherung ihres eigenen Wertes auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle, den sie durch den weiterbildenden Master bis ins höhere Lebensalter sichern wollen.

Umfassende Vorbereitung und persönlich optimale Auswahl

Am Anfang ihrer Entscheidungsfindung stand bei allen befragten Absolventen die Suche nach der passenden – und möglichst angesehenen – Weiterbildungsstätte. Sie haben recherchiert, Informationsveranstaltungen an verschiedenen Hochschulen besucht und sich zum Teil auch von einem Karriere- und Weiterbildungs-Coach beraten lassen.



In der engeren Wahl waren bei den meisten die Executive-Master-Programme der Universität St. Gallen, der Uni Zürich sowie der Hochschule Luzern. Die Entscheidung für Luzern haben sie schliesslich wegen des ganzheitlichen Führungsverständnisses der Hochschule mit den beiden Grundpfeilern General Management und Leadership, jedoch auch aus ganz praktischen Überlegungen heraus – wegen der geografischen Lage Luzerns in der Zentralschweiz – getroffen.

Im nächsten Schritt ging es darum, zu klären, ob sowohl die Firma als auch die Familie das Vorhaben des Executive MBA unterstützen würden. Aus Sicht der Befragten spricht ein Unternehmen ein „sehr starkes Bekenntnis“ aus, wenn es den zeitlichen Rahmen für die Weiterbildung ermöglichst oder diese vielleicht sogar zusätzlich mit einem finanziellen Zuschuss fördert: Das Executive-MBA-Programm erstreckt sich über zwei Jahre und ist pro Jahr mit über 30 Präsenztagen an der Hochschule verbunden.

Im Vorfeld stellten sich natürlich auch zahlreiche private Fragen: Wie geht die Familie mit der zweijährigen zusätzlichen Belastung um? Halten sowohl der Freundeskreis als auch das berufliche Netzwerk die temporäre, aber recht grundsätzliche Abwesenheit des Studierenden aus oder verändert sich durch die Ausbildung das gesamte Lebensumfeld? Und natürlich auch: Bin ich den Anforderungen des Executive MBA selbst gewachsen – und lohnt sich dieses Engagement in Zukunft überhaupt?

Qualifikation-racorn-shutterstock.com

Lohnend für die Karriere ebenso wie für die persönlichen Qualifikationen. (Bild: racorn / shutterstock.com)

Lohnend für die Karriere ebenso wie für die persönlichen Qualifikationen



Zum letzten Punkt hat die Hochschule Luzern eine interne Statistik beizutragen: Ihrer Erfahrung nach wechselt etwa die Hälfte der Executive-MBA-Absolventen noch während des Lehrgangs den Arbeitgeber – natürlich mit einer Karriere-Tendenz nach oben – oder bewältigt im bisherigen Unternehmen die nächste Stufe der Karriereleiter. Selbstredend lohnt sich also das Programm – in Form von Gehaltserhöhungen, Beförderungen oder durch die generelle Steigerung des persönlichen „Human Capitals“.

Auch auf einer individuelleren Ebene meinten die Befragten, dass sie von ihrem Executive MBA in ganz verschiedenen Dimensionen profitieren. Selbstverständlich hat sich ihr Fachwissen vergrössert, durch das vermittelte Expertenwissen sowie den Praxisbezug der Weiterbildung sind sie in der Lage, das Gelernte auch in ihrem Arbeitsalltag anzuwenden. Ausserdem haben sie an Kompetenz und individueller Sicherheit gewonnen und ihre Beratungsfähigkeiten ausgebaut.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Ausbildung war zudem die Auseinandersetzung mit dem Thema „Leadership“ – in der Selbstreflexion ebenso wie in Gruppendiskussionen, in Assessments oder Coachings sowie in der Zusammenarbeit mit anerkannten Kapazitäten. Das Fazit der Absolventen: Sie sind durch die Weiterbildung imstande, die Beziehungen zu ihren Mitarbeitern und Vorgesetzen zielführender und effektiver zu gestalten. Insgesamt denken sie, dass sie durch den Executive MBA wettbewerbsfähiger geworden sind und nicht zuletzt ihr persönliches Netzwerk durch eine grosse Zahl sehr interessanter Menschen erweitern konnten.



 

Oberstes Bild: © Krasimira Nevenova – shutterstock.com


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