Unternehmens-Kooperationen sinnvoll anbahnen und ausbauen

12.02.2014 |  Von  |  Allgemein, Organisation
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Unternehmens-Kooperationen sinnvoll anbahnen und ausbauen
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Die Welt wird kleiner, die Märkte werden enger. Das spüren vor allem Unternehmen, die sich nicht ausschliesslich in wirtschaftlichen Nischen bewegen. Besonders dort, wo mit ähnlichen Leistungen und Produkten um die Gunst der Käufer gerungen wird, wachsen Konkurrenz- und Preisdruck.

Oftmals setzen sich hier die Unternehmen mit dem längeren Atem, sprich dem meisten Geld, durch. Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass jeweils das bessere Produkt am Markt gewinnt. Der Verdrängungswettbewerb in der Wirtschaft nimmt teilweise Ausmasse an, die zu einem wahren Firmensterben führen und die Vielfalt an Leistungen und Produkten einschränken.



Dabei bieten sinnvolle Unternehmenskooperationen ausreichend Betätigungsfeld auch für konkurrierende Unternehmen. Eine kluge Aufteilung von Absatzmärkten und Fertigungsanteilen kann Unternehmen zusammenführen und den Markt bereichern. Das spricht sich nur sehr langsam herum, scheint aber ein funktionierender Weg in eine wirtschaftlich vernünftige Zukunft zu sein.

Miteinander statt gegeneinander

Die Tradition des Konkurrenzkampfes zwischen Unternehmen gleicher oder ähnlicher Ausrichtung ist lang. Ein ständiges Kommen und Gehen von grossen und kleinen Firmen hat sich bis heute fortgesetzt. Das ist angeblich Normalität im wirtschaftlichen Umfeld, führt aber letztlich nicht nur zu sozialen Abstiegen durch Arbeitslosigkeit, sondern vor allem zu einer Verarmung an Vielfalt und Individualität. Je mehr grosse Konzerne marktbeherrschend das wirtschaftliche Geschehen in ganzen Regionen bestimmen, desto kleiner wird die Menge unterschiedlicher Produkte aus einem Marktsegment werden.

Unternehmen, die an der gesunden Vielfalt am Markt und an der Ausgestaltung wirtschaftlicher Umgebungsvariablen interessiert sind, streben Kooperationen statt Konkurrenzen an. Das ist besonders für kleine und mittelständische Unternehmen wichtig, die sich möglicherweise gegen grosse Konzerne behaupten müssen. Zwar reguliert hier auch die Politik, oftmals hilft diese Regulierung letztlich aber nur den Grossanbietern mit entsprechender Lobby. Überdenkenswert ist es also, ob Unternehmen aus einer Branche nicht lieber kooperieren statt konkurrieren sollten. Immerhin sichert dies unter Umständen das Weiterbestehen beider Unternehmen bei einer günstigeren Marktposition.

Wann Kooperation sinnvoll ist



Eine Kooperation von Unternehmen ist immer dann sinnvoll, wenn beide Unternehmen

  1. aus der gleichen Branche sind
  2. wirtschaftliche Schwierigkeiten haben
  3. einen gemeinsamen Markt bedienen
  4. sich gegen weitere Konkurrenten behaupten müssen

Dann nämlich lassen sich Wirtschaftskraft, Humanvermögen und Marktpositionen zum Nutzen beider Unternehmen zusammenführen. Im Gegenzug werden wirtschaftliche und produktive Anteile aufeinander aufgeteilt, so dass sich potentiellen Gegenspieler de facto zu gleichen Anteilen zuarbeiten. Dabei ist im Vorfeld zu überprüfen, wo die Unternehmen ihre spezifischen Stärken und Schwächen haben, um eine sinnvolle Kooperation aufbauen zu können. Dabei müssen beide Firmen längst nicht unter einer gemeinsamen Marke auftreten. Die Eigenständigkeit der Betriebe kann gesichert bleiben.

Für Synergien braucht es Synapsen

Bevor zwei Unternehmen ernsthafte Kooperationen zum beiderseitigen Vorteil eingehen können, heisst es Synergien zu schaffen. Darunter verstehen wir beiderseits nutzbare Zuarbeiten zum jeweiligen Gesamtergebnis. Sprich jeder arbeitet dem anderen zu, zumindest in Teilbereichen. Bevor solche Synergien mit den entsprechenden Synergieeffekten zustande kommen, braucht es allerdings schon der kleineren Verbindungen. Ich nenne diese hier ähnlich wie in der Hirnforschung Synapsen.

Diese feinen Verbindungen zwischen einzelnen Zellen sind die Grundlage dafür, dass Unternehmen zunächst in Teilgebieten, später auch umfassender, zusammenfinden können. Solche Synapsen im wirtschaftlichen Umfeld können Kontakte zwischen den Unternehmensleitungen, zu den Führungskräften aber auch zu einzelnen Mitarbeitern sein. Ausserdem sind auch gemeinsame Zulieferer, gleiche oder ähnliche Kundenkreise solche Synapsen, die letztlich sinnvolle Synergien bevorteilen. Sind solche Verbindungen noch nicht vorhanden, lohnt es sich diese zu schaffen. Letztlich sind Kooperationen auf lange Sicht von wirtschaftlichen Synapsen und unternehmerischen Synergien abhängig.

Kooperationen bedürfen der Aufmerksamkeit



Eine Kooperation entsteht nicht von selbst und funktioniert auch nicht einfach aus sich selbst heraus. Gerade im unternehmerischen Bereich bedürfen Kooperationen einer grossen Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt weil kooperierende Unternehmen über eine jeweils anders gewachsene Unternehmenskultur verfügen und auch im Detail trotz vieler Ähnlichkeiten sehr unterschiedlich sein können.



Unternehmenskulturen wachsen oftmals unabhängig von Kooperationen und können bei zu grossen Abweichungen sogar zur Konkurrenz der Mitarbeiter der kooperierenden Firmen führen. Das wäre der denkbar schlechteste Fall für eine Kooperation von Unternehmen. Schwierig wird es beispielsweise dann, wenn zwischen den beteiligten Betrieben grosse Lohngefälle herrschen oder die Leitungsgremien mit einander verschmelzen sollen. Dann gehen individuelle Eifersüchteleien, Neid und Missgunst oftmals weit über den Gedanken der Kooperation hinaus. Der Erfolg des strategischen Schulterschlusses gerät in Gefahr.

Daher lohnt es sich schon von Beginn an Kooperationen so anzubahnen, dass diese von jedem Beschäftigten in jeder Ebene verstanden werden. Dementsprechend müssen auch die Leistungsbedingungen aufeinander abgestimmt werden, um Konkurrenzen innerhalb der Kooperation weitgehend ausschliessen zu können.

Der Vorteil liegt in den Chancen

Eindeutiger Vorteil der wirtschaftlichen Kooperationen ist es, dass konkurrierendes Verhalten zunehmend zurückgedrängt wird. Damit gelingt es allen an der Kooperation Beteiligten, ihre ureigensten Interessen zu wahren, ohne in der wirtschaftlichen Auseinandersetzung vom Markt verschwinden zu müssen.

Im Ergebnis bleibt eine grössere Marken- und Produktvielfalt, die nicht nur den Unternehmen sondern vor allem den Verbrauchern entgegen kommt. Ein Konkurrenzkampf mit tödlichen Folgen ist ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert und hat in modernen Volkswirtschaften nur dort Bestand, wo Profitgier und Alleinstellung auf dem Markt auf Kosten anderer die vorherrschende Firmenphilosophie sind.



 

Oberstes Bild: Unternehmenskooperationen – miteinander statt gegeneinander (Bild: © Sergey Nivens – Fotolia.com)

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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