„Facebook-likes“ allein erzeugen keine Verkäufe – aber es ist gut, wenn man sie hat!

18.01.2014 |  Von  |  Marketing, Web
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„Facebook-likes“ allein erzeugen keine Verkäufe – aber es ist gut, wenn man sie hat!
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Wenn es neue Bereiche gibt, in denen sich viele Menschen aufhalten, dann gibt es auch bald einen findigen Vermarkter, der damit Geld verdienen möchte. Facebook ist so ein Beispiel: Unternehmen haben die soziale Plattform als ausgezeichnete Bühne für ihre Firmenpräsenz entdeckt und schon bald konnte man „likes“ und „echte Facebook-Freunde“ kaufen. Ist so etwas sinnvoll?

Wir vergleichen im folgenden Artikel die Top-Ten der deutschen Versandhändler mit den meisten Facebook-Fans 2012 mit der Top-Ten der umsatzstärksten deutschen Online-Shops 2012. Die Ergebnisse sind mit gewissen Einschränkungen zu verstehen, doch können gewisse Zusammenhänge abgelesen werden.



Ein reizvolles Thema ist die Möglichkeit „likes“ auf Facebook zu kaufen. Sie vermitteln Beliebtheit und sind auch eine Art Qualitätsmerkmal, sodass man sich davon durchaus einen gesteigerten Umsatz oder zumindest eine erhöhte Interaktion mit potentiellen Kunden versprechen kann.

Es gibt allerdings kein strenges Gesetz, dass mehr likes auch immer zu mehr Umsatz und mehr Bekanntheit führen. Die Statista GmbH hat neben zahlreichen weiteren interessanten Erhebungen für das Jahr 2012 die Top Ten der umsatzstärksten deutschen Onlineshops ermittelt. Vergleicht man diese Rangliste mit den Top Ten der fanstärksten deutschen Versandhändler 2012, tauchen einige Namen doppelt auf. An einzelnen Beispielen sieht man allerdings auch, dass nicht automatisch der Onlineshop des Versandhändlers mit den meisten Facebookfans den meisten Umsatz erwirtschaftet.

Ein Kausalzusammenhang zwischen Fans und Umsatz – also ob die Fans Ursache für vermehrten Umsatz sind oder der Umsatz die Ursache für die Anzahl an Fans – kann aus den Daten auf jeden Fall nicht ermittelt werden. Eine Korrelation zwischen beiden Grössen ist aber sicherlich vorhanden, sodass der Schluss erlaubt ist, zu sagen: Wo viele Fans sind, da ist im Normalfall auch viel Umsatz.

Eigenes Diagramm nach Daten von Statista.com, Hintergrundbild: © wwwebmeister – Fotolia.com





Hier muss beachtet werden, dass es sich um eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr handelt! Eigenes Diagramm nach Daten von Statista.com, Hintergrundbild: © Eisenhans – Fotolia.com

Zum Vergleich beider Statistiken muss noch gesagt werden, dass eBay und Payback als Versandhändler geführt werden, allerdings über keinen Online-Shop verfügen (eBay wird als Online-Market angesehen, der Käufer und Verkäufer miteinander verbindet, aber kein eigenes Sortiment vertreibt). Diese beiden Unternehmen wurden daher in der Rangfolge nicht berücksichtigt, um die Daten mit der zweiten Statistik vergleichen zu können.

Betrachtet man beide Statistiken nebeinander, fällt auf, dass viele Firmennamen doppelt auftauchen und teilweise in beiden Statistiken sogar dieselbe Platzierung erreichen. Amazon und Otto sind sowohl im Umsatz als auch bei der Grösse der Facebook-Fangemeinde auf den Plätzen eins und zwei. Auch der deutsche Zweig des in Europa führende Modeanbieters Bonprix steht sowohl beim Umsatz als auch bei der Fanstärke auf Platz acht. Etwas aus der Reihe fallen der Elektronik Versandhändler Conrad Electronics und der Buchhändler Weltbild, die statistikübergreifend einmal die Plätze tauschen.

Einen gewissen Bruch weisen Notebooksbilliger, Zalando und Tchibo auf, die zu den umsatzstärksten Online-Shops gehören, aber bei den Top Eight der grössten Fangemeinden aus der Wertung fallen. Ihren Platz nimmt das sehr Junge E-Commerce Unternehmen für Damenschuhe namens Schuhtempel24 ein, zusammen mit dem Roller-Ersatzteilanbieter Scooter-Attack und dem ebenfalls recht jungen Reizwäscheverkäufer Zugeschnuert. Diese drei Anbieter befinden sich zwar bei den Facebook-Fans in der Top Eight, konnten diesen Imageerfolg allerdings nocht nicht in der gleichen Weise in Umsatz verwandeln.



Aus diesen Ergebnissen wird deutlich, dass eine grosse Fangemeinde keine Garantie für hohen Umsatz ist. Amazon und Otto haben sich ihren Ruf durch Angebot und Leistung erarbeitet und das ohne Facebook. Die Fangemeinde kam auf Grundlage der soliden Arbeit und des guten Marketings auf anderen Kanälen. Die drei Anbieter, die keine Top-Umsätze verbuchen konnten, zeigen aber auch, dass man trotzdem eine sehr grosse Fangemeinde aufbauen kann, die als Grundlage für Marketingstrategien genutzt werden kann.

Der Nutzen einer grossen sozialen Plattform besteht vor allem darin, dass ein Unternehmen mit einer Vielzahl von Kunden auf relativ einfache Weise in eine zwei-Wege-Kommunikation treten kann, wie es Ricardo Adame formulierte, der Vizepräsident der Abteilung für globale Kommunikationsfragen beim tschechischen Antivirus-Softwareentwickler AVG Technologies.

Es ist sicherlich einen Versuch wert, für das Jahr 2013 einen weiteren Vergleich von Top-Facebookgemeinde und Top-Umsätzen anzustellen und zu sehen, wie sich vor allem die Unternehmen im Umsatz entwickelt haben, die 2012 über eine grosse Fangemeinde verfügten.



 

Oberstes Bild: © artagent – Fotolia.com



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