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Wie Printmedien auch in Zukunft Erfolg haben werden

23.08.2013 |  Von  |  Allgemein, Marketing, Organisation

Geschätzte Lesezeit: 7 minutes

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Nicht wenige sind heute der Meinung, dass die Tage der Printmedien gezählt sind. Die Digitalisierung von Zeitungen und Zeitschriften scheint so weit fortgeschritten zu sein, dass für die gedruckten Versionen kein Platz mehr ist. Doch Print hat immer noch Zukunft.



Bei vielen Verlagshäusern klingeln schon die Alarmglocken: Print ist out! Einige Verlage haben bereits ihre Zeitschriften auf Digital-Only umgestellt, so geschehen bei der PCWorld in den USA. Kein Grund zur Panik. Bedrucktes Papier hat immer noch seine Stärken – auch wenn seine Monopolstellung beendet ist. Welche das sind, zeigen wir Ihnen im folgenden Artikel.

Eines sei vorweg geschickt: Die Ausführungen beziehen sich nur auf Magazine und Zeitschriften, da bei Zeitungen noch andere Aspekte wie die Tagesaktualität eine Rolle spielen. Die Diskussion darüber darf an anderer Stelle erfolgen. Doch sehen wir uns nun zunächst einmal zwei Beispiele erfolgreich geführter Printmagazine in Zeiten des digitalen Wandels an.

Beispiel 1: Elektrospieler

Elektrospieler ist eine Videospiel-Webseite mit Tests und Hintergrundberichten. Das Magazin dazu erschien zunächst als pdf, nun aber auch seit einiger Zeit erfolgreich in Print. Wie man auf der Abbildung erkennen kann, setzt es ganz besonders auf hochwertige Optik mit ansprechenden Bildern und Hochglanz. Auch die Storys heben sich vom Rest der Masse in der Gaming-Branche ab. Keine detaillierten Tests mit komplexen Bewertungsmatrizen und vielen Zahlen und Fakten, sondern Bildstrecken und emotionale, lesenswerte Geschichten. Computerspiele einmal aus einer ganz anderen Perspektive.





Hochwertige Aufmachung: Das Print-Magazin von Elektrospieler (Screenshot: Elektrospieler)

Hochwertige Aufmachung: Das Print-Magazin von Elektrospieler (Screenshot: Elektrospieler)

Beispiel 2: Offscreen

Offscreen wirbt auf seiner Webseite mit den Worten: “A print magazine about the human side of websites and apps.” Ganz konsequent wurde hier der Printgedanke zu Ende gedacht und der Inhalt komplett darauf abgestimmt. Offscreen lässt viel Platz für beeindruckende Bilder und porträtiert die Menschen, die hinter Homepages, Portalen, Online-Shops und Blogs stehen. Zum Einsatz kommen sehr direkte journalistische Formate wie Interviews und Dokumentationen von Tagesabläufen. Hochwertige Optik und Haptik natürlich inklusive. Das Offscreen-Magazin ist sogar frei von Werbung, druckt nur eine unaufdringliche Liste von Sponsoren ab.





Puristischer Ansatz: Offscreen (Screenshot: Offscreen)

Puristischer Ansatz: Offscreen (Screenshot: Offscreen)

Nun sind die aufgeführten Beispiele sicher keine Topseller, sondern eher Nischenprodukte. Dennoch zeigen sie, als eine Art stilistische Avantgarde, wie die Zukunft der Printmedien aussehen könnte.

Die Vorzüge von Printmedien

Abgeschlossenheit bringt Fundiertheit

Das Internet ist ein Medium ohne Limit. Stets kommen neue Inhalte hinzu, die meist zu Folge haben, dass sich die Prioritäten ändern. Das ist bei einem gedruckten Heft anders. Es ist abgeschlossen. Dadurch müssen sich die Redakteure schon vorab genau überlegen, wie die Inhalte positioniert und priorisiert werden. Was herauskommt, ist ein inhaltlich wie strukturell den allermeisten Web-Angeboten überlegenes Produkt.

Layout: Hochglanz wirkt

Farbnuancen, Typografie und Bilder wirken auf Hochglanzpapier immer noch besser als auf dem schönsten Retina-Display. Hier liegt ein grosses Plus der Printbranche. Die Inhalte können zum “Erlebnis” werden, das Layout gibt unterschwellig Impulse.

Geisteshaltung: Entspannen ist angesagt

Kennen wir das nicht alle? So richtig zum Schmökern kommen wir doch nur noch im Wartezimmer beim Arzt. Und was nehmen Sie da lieber in die Hand: Ihr Smartphone oder eines der nett aufgemachten, schön bebilderten Magazine? Wer zur Zeitschrift greift, hat meistens gerade Zeit, um die Seele ein bisschen baumeln zu lassen. Das geht mit einem Printmedium auch viel besser, weil hier nirgends, wie im Gegensatz zum Tablet-PC, eine Statusmeldung hier und ein Popup-Fenster dort stört.

Ganz anders ist da die Internetsuche. Hier ist man meistens unter Spannung, versucht eine vielleicht noch bessere Informationsquelle zu finden. Im Web ist man selbst der Konstrukteur seiner Wirklichkeit. Das Printmedium bietet hingegen den Luxus, uns einmal zurückzulehnen und die Inhalte auf uns wirken zu lassen – und Zeit zum Reflektieren  zu haben.

Die Quintessenz

Auf den Punkt gebracht: Was Printmagazine leisten sollten.

Klare inhaltliche Ausrichtung.

Es müssen dabei vielleicht neue Wege gegangen werden, um sich aus der Masse der Konkurrenz herauszuheben. In jedem Fall sollte die Art des Inhalts ein Alleinstellungsmerkmal sein.

Hochwertige Aufmachung.

Das Heft muss gut in der Hand liegen und hochwertig aussehen. Papier, Farben, Bildauswahl und Typografie sollten wie aus einem Guss sein.

Mutige Inhalte. 

Kommentare, Analysen, Essays, Hintergrundberichte, Satire, Reportagen – erlaubt ist, was interessant zu lesen ist und Themen aus einer anderen Perspektive darstellt. Nachrichten und News bekommt man an anderer Stelle.

 

Oberstes Bild: © naftizin – Fotolia.com



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