Die 7/5-Regel: Lebenszeichen und Standards eines gesunden Unternehmens

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Wie kann ich herausfinden, ob mein Unternehmen oder meine Organisation noch gesund ist? Die 7/5-Regel hilft Ihnen dabei: Sieben Lebenszeichen und fünf Standards stellen Ihre Parameter dar. Willkommen beim „Business-Gesundheitscheck“!

Wenn Sie selbst ein Unternehmen führen – oder darum gebeten werden -, sollten Sie wissen, ob Sie eine pulsierende Firma vor sich haben oder einen Sanierungsfall. Das herauszufinden ist oftmals gar nicht so einfach. Mit wenig Zeitaufwand können Sie jedoch die Quanität (Lebenszeichen) sowie die Qualität (Standards) abfragen und wissen sofort, woran Sie sind und was es zu tun gibt.

7 Lebenszeichen: Quantität

Sind Sie selbst in Verantwortung, sollten Sie sieben „Lebenszeichen“ für Ihr Business festlegen, die Ihnen relevante Informationen über die Vitalität geben. Diese Parameter sollten von Jahr zu Jahr steigen, wie z.B. Umsatz, Mitarbeiter, Facebook- oder Twitter-Follower. Entscheiden Sie jedoch nicht alleine über die sieben Punkte. Beziehen Sie Mitarbeiter und ggf. höhere Gremien wie den Aufsichtsrat mit ein. So laufen Sie am wenigsten Gefahr, relevante Dinge zu übersehen und erzielen maximale Zustimmung im Unternehmen.

Erstellen Sie nun für jedes der Lebenszeichen ein eigenes Diagramm, das die Entwicklung der letzten drei Jahre widerspiegelt. Dieser Zeitraum ist die sog. „relevante Historie“. Wenn Sie die Kurve dann extrapolieren, können Sie gut voraussagen, wo das Unternehmen in 5 oder 10 Jahren stehen wird. Manchmal gibt es hier ein böses Erwachen, wenn man sich nämlich plötzlich klar darüber wird, dass man zwar seit 30 Jahren auf dem Markt ist und sich bisher als Platzhirsch behauptete, jedoch beim gegenwärtigen Abwärtstrend in einigen Jahren  bedeutungslos sein wird. Die Extrapolation tatsächlich erzielter Zahlen ist auch ein adäquates, weil sachliches Instrument, um Aufsichtsräte und Investoren zu überzeugen. Besonders letztere sind in der Regel eher skeptisch veranlagt und wollen lieber nüchterne Zahlen als Euphorie. Geben Sie ihnen die Zahlen der letzten drei Jahre und stellen Sie dar, wie die Zukunft bei gleichem, etwas niedrigerem bzw. etwas höherem Wachstum aussehen würde. Das ist eine fundierte Grundlage, die jedem Geldgeber gefällt.

Hüten Sie sich vor „Buchhalter-Denken“

Auch wenn das alles recht grobkörnig klingt, ist es doch der geeignete Ansatz, um Zukunftsplanung zu gestalten. Listen Sie von Anfang an alle Details auf – also buchhalterisch gedacht -, verzetteln Sie sich nur. Zudem bietet diese Sichtweise keinen Kontext, in dem man das Unternehmen interpretieren kann. Dazu sind Zahlen und Daten aus einem grösseren Zeitraum nötig. Als unangenehmer Nebeneffekt dauern Sitzungen viel länger, da viele Details ausdiskutiert werden müssen.

Natürlich kann und muss man oft auch buchhalterische Aspekte mit einfliessen lassen. So kann es von Bedeutung sein, zu welchem Zeitpunkt ein grösseres Büro gemietet werden muss, wenn die Mitarbeiterzahl zu hoch wird. Solche, wohlgemerkt grossen Entscheidungen, können Sie spielend leicht in Ihre Diagramme integrieren.

Schützen Sie sich bei Übernahme selbst

Übernehmen Sie einen Chefposten bei einer Firma, sollten Sie vorher die relevanten Daten, sprich Lebenszeichen, abgefragt haben. Machen Sie sich selbst eine Skizze daraus. So kann man beim Gespräch mit der Geschäfsleitung und dem Aufsichtsrat oder Gesellschafter sachlich argumentieren und den Status quo aufzeigen (auch auf die Gefahr hin, jemanden zu desillusionieren). Und selbst wenn Sie bei sinkenden Zahlen das Angebot annehmen, haben Sie etwas davon: Niemand kann nun eine schlechte Entwicklung nur auf Ihren Einfluss allein zurückführen.

5 Standards: Qualität

In jedem gesunden Unternehmen muss es jedoch auch Dinge geben, die nicht wachsen, sondern in einem bestimmten Bereich konstant bleiben sollen. Hierbei handelt es sich typischerweise entweder um einen Prozentsatz oder eine Quote. So können sich etwa die Fixkosten für Gebäudemiete und Löhne optimalerweise in einem Fenster bewegen, das weder unter- (zu viel nicht investiertes Kapital) noch überschritten (Gefahr der Insolvenz) werden soll. Für andere Unternehmen mag dagegen die Quote an Besuchern der Webseite, die zu Kunden werden, eine Kennzahl sein. Eine Summe von fünf Standards hat sich als sinnvoll bewährt. Sie spiegeln sozusagen die gleichbleibenden Werte des Unternehmens wider.

Wenn Sie beide Tools – die 7 Lebenszeichen und die 5 Standards – miteinander kombinieren, haben Sie stets ein einfaches, aber informatives Kontrollinstrument für Ihr eigenes Unternehmen in der Hand. Darüber hinaus können Sie auch andere Firmen besser bewerten und haben eine gute Argumentationsgrundlage gegenüber denen, welchen Sie Rechenschaft schuldig sind.

 

Oberstes Bild: © cirquedesprit – Fotolia.com


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