Swiss Staffingindex: positive Halbjahresbilanz im Temporärmarkt
Dübendorf (ots) –
Der Temporärmarkt stabilisiert sich im zweiten Halbjahr auf tiefem Niveau. Die geleisteten Stunden wuchsen um 1,5 Prozent. Das Feststellengeschäft leidet weiter.
Nach drei Jahren mit deutlichen Rückgängen im Temporärmarkt können die Schweizer Personaldienstleister erstmals wieder aufatmen und eine positive Halbjahresbilanz ziehen. Die geleisteten Einsatzstunden der Temporärarbeitenden legten um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die Zahl der Feststellenvermittlung ist hingegen rückläufig. Das Marktsegment fällt mit 19,4 Prozent weiter ungebremst. Das Minus im Feststellengeschäft zeigt die Verunsicherung der Schweizer Wirtschaft. Geopolitik, die unberechenbare Zollpolitik der US-Administration und die Konjunkturabkühlung der letzten Jahre lassen die Unternehmen in der Schweiz bei Einstellungen äusserst vorsichtig agieren. Gleichzeitig deutet die Bodenbildung im Temporärmarkt eine Stabilisierung der Wirtschaftslage an.
Dr. Marius Osterfeld, Chefökonom bei swissstaffing, weiss: „Die Schweizer Industrieproduktion hat sich zu Jahresbeginn positiv entwickelt. Der Iran-Krieg hat diese Entwicklung gedämpft, aber nicht gestoppt. Das hat zu einer steigenden Nachfrage nach Temporärarbeit aus dem Industriesektor geführt und einem leichten Plus bei den Einsatzstunden.“ Temporärarbeit ist in wirtschaftlich unsicheren Zeiten für viele Unternehmen ein wichtiges Instrument, um bei verbesserter Wirtschaftslage Aufträge anzunehmen und schnell das erforderliche Personal aufzubauen. Gemäss einer Sotomo-Studie setzen 61 Prozent der Unternehmen auf Temporärarbeit, um Wachstumsphasen voll auszuschöpfen. Nach einer konjunkturellen Delle zeigt sich deshalb der Aufschwung im Temporärmarkt zuerst.
Künstliche Intelligenz als Chance und Herausforderung
In einem angespannten Marktumfeld stellt künstliche Intelligenz die Personaldienstleister vor Herausforderungen. Die Einführung neuer Technologien und der damit verbundene Umbau von Prozessen benötigt Investitionen, die in der Regel aus dem laufenden Umsatz finanziert werden müssen. Trotz dieser Herausforderungen nutzen gemäss einer Mitgliedsbefragung des Meinungs- und Sozialforschungsinstituts gfs-zürich im Auftrag von swissstaffing 79 Prozent der Temporärunternehmen bei einem oder mehreren Prozessen künstliche Intelligenz. Im Fokus stehen dabei Effizienzsteigerung sowie verbesserte Rekrutierungsverfahren.
Künstliche Intelligenz ist gleichzeitig eine Chance für Personaldienstleister. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Kombination mit künstlicher Intelligenz hat zu einer Bewerbungsflut geführt. Osterfeld erklärt: „Auf eine offene Stelle erhalten Unternehmen heute zum Teil weit mehr als 100 Bewerbungen. Anstatt wie zu Zeiten des Arbeitskräftemangels kaum verfügbares Personal zu finden, unterstützen Personaldienstleister sie bei der Sichtung der eingegangenen Dossiers und im Auswahlprozess.“
Ausblick
Der jüngste Anstieg der Geschäftstätigkeit im Temporärmarkt lässt die CEOs der Mitgliedsfirmen von swissstaffing verhalten optimistisch in die Zukunft schauen. Gemäss einer Mitgliederumfrage des gfszürich rechnen 32,9 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden sechs Monaten mit einem Anstieg des Geschäfts. Der Wert ist damit vergleichbar mit den Werten der Vorquartale. Ob die Temporärbranche den Aufwärtstrend weiter fortschreiben kann, hängt insbesondere davon ab, ob die leichte Konjunkturerholung durch geopolitische Ereignisse abgebremst oder – im Gegenteil – bei einer Entschärfung bestehender Konflikte begünstigt wird.
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