Forscher warnen: E-Zigaretten sind keine sichere Alternative zum Rauchen
von belmedia Redaktion ➔ business24.ch Allgemein Alltag businessaktuell.ch Forschung Gesundheit Krankheiten Lifestyle Magazine Medizin nachrichtenticker.ch News Prävention Sicherheit Themen Tipps Trends Vital xund24.ch Zubehör Ⳇ Verbreitung
E-Zigaretten gelten vielen Rauchern als weniger schädliche Alternative zur klassischen Zigarette. Eine gross angelegte Studie südkoreanischer Forscher kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis: Wer nach dem Rauchstopp auf E-Zigaretten umsteigt, weist ein deutlich höheres Risiko für Lungenkrebs auf als Menschen, die vollständig auf Nikotinprodukte verzichten.
Zu diesem Schluss gelangen Forscher der Seoul National University und der Hallym University. Die Untersuchung basiert auf Gesundheitsdaten von mehr als 4,5 Millionen Menschen und zählt zu den bislang grössten Studien zu den langfristigen Folgen von E-Zigaretten.
E-Zigaretten schneiden schlechter ab als vollständiger Rauchstopp
Im Vergleich zu Personen, die das Rauchen vollständig aufgegeben hatten, wiesen ehemalige Raucher, die auf E-Zigaretten umstiegen, ein um 56 Prozent höheres Risiko für Lungenkrebs auf. Das Risiko, an der Krankheit zu sterben, war sogar doppelt so hoch.
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass der Umstieg auf E-Zigaretten zwar weniger schädlich sein kann als das Weiterrauchen herkömmlicher Zigaretten. Die grössten gesundheitlichen Vorteile wurden jedoch bei Personen beobachtet, die vollständig auf das Rauchen und Dampfen verzichteten.
Lungenkrebs bleibt eine der häufigsten Krebsarten
Lungenkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebs- und Todesursachen. Jährlich werden rund 2,5 Millionen Neuerkrankungen registriert. Im Jahr 2022 starben weltweit etwa 1,8 Millionen Menschen an der Krankheit.
Rauchen gilt als einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren. Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, dass ein vollständiger Rauchstopp das Erkrankungsrisiko deutlich senken kann.
Versprechen der Hersteller auf dem Prüfstand
Hersteller von E-Zigaretten werben häufig damit, dass beim Dampfen kein Tabak verbrannt wird und deshalb weniger Schadstoffe entstehen. In verschiedenen Ländern werden E-Zigaretten teilweise sogar als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung empfohlen.
Die aktuelle Untersuchung deutet jedoch darauf hin, dass E-Zigaretten keineswegs risikofrei sind und den gesundheitlichen Nutzen eines vollständigen Rauchstopps deutlich reduzieren können.
Langfristige Folgen standen im Mittelpunkt
Da sich Lungenkrebs oft erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten entwickelt, sind langfristige Untersuchungen besonders wichtig. Frühere Studien konzentrierten sich häufig auf kurzfristige Beschwerden wie Husten oder Reizungen der Atemwege.
Für ihre Analyse nutzten die Forscher Daten des südkoreanischen Gesundheitsvorsorgeprogramms. Die Studie umfasst 4’524’895 Personen und basiert auf Vorsorgeuntersuchungen von Erwachsenen ab 20 beziehungsweise 40 Jahren.
Besonders hohes Risiko für langjährige Raucher
Die Auswertung zeigt, dass das Lungenkrebsrisiko mit zunehmender Dauer des Rauchstopps kontinuierlich sinkt. Der Wechsel zu E-Zigaretten scheint diesen positiven Effekt jedoch teilweise aufzuheben.
Besonders deutlich war dies bei Personen mit einem hohen Ausgangsrisiko. In dieser Gruppe war der Umstieg auf E-Zigaretten mit einem um 91 Prozent höheren Risiko für Lungenkrebs und einer um 92 Prozent höheren Sterblichkeit verbunden als bei Menschen, die vollständig mit dem Rauchen aufgehört hatten.
Die Forscher sehen darin einen weiteren Hinweis darauf, dass der vollständige Verzicht auf Zigaretten und E-Zigaretten den grössten gesundheitlichen Nutzen bietet.
Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
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