Warum Ja-Sager ihrer Karriere schaden - Buchtipps

Ja und Amen zu allen Forderungen sagen?

Das schadet Ihrer Karriere! Warum? Lesen Sie unsere Buchtipps zu den Bestsellers: „Zu nett für diese Welt?“ und „Den Netten beissen die Hunde“ von Jacqui Marsi und Martin Wehrle.

Ja-Sagen liegt uns nicht in den Genen, sondern wurde anerzogen. Viele merken gar nicht, wie man sich als netter Mensch, der zu den Wünschen und Vorstellungen anderer stets Ja sagt, selbst schadet.

Martin Wehrle hat mit seinem Bestseller „Die Netten beissen die Hunde“ Erstaunliches offenbart. Wie sich die Netten und damit Ja-Sager selbst ins Aus schiessen, im Berufsleben und privat, um egoistischeren Mitmenschen den Vortritt zu lassen.

Allerdings sind diese Erkenntnisse nicht unbedingt seine oder neu, denn mindestens eine Autorin, die Psychologin Jacqui Marson, hat mit ihrem Buch  „Zu nett für diese Welt? Wer Nein sagen kann, hat mehr vom Leben.“ schon vorher über dieses Thema geschrieben.

Die Netten nehmen immer Rücksicht, helfen anderen und sind bescheiden. Dabei werden sie von den Forschen, Rücksichtlosen und leider oft auch Inkompetenten förmlich überrannt.

Die Autoren wissen, wovon sie sprechen, denn sie waren selbst immer die Netten. Bis es zu einem wortwörtlich zu einschneidenden Erlebnissen kam: Jacqui Marsi brach sich bei einer Familienfeier den Arm, ignorierte den Schmerz, fuhr nachhause und ruderte eine Woche später einer Freundin zu Liebe über einen See, bis sie merkte, dass ihr Arm gebrochen war.

Martin Wehrle ereilte ein ähnliches Erlebnis. Als er im Urlaub meinte, einer Kundin am Telefon per Rat und Tat beiseite stehen zu müssen, schnitt er sich, vor dem vereinbarten Telefon-Termin, in die Hand und ging nicht zum Arzt.

Er meinte, es wäre wichtiger seiner Kundin zu helfen und wartete vergebens auf ihren Anruf, den sie später absagte. Als er reichlich verspätet zum Arzt kam, meinte dieser: „Warum sind Sie nicht früher gekommen? Sie sind dabei zu verbluten!“

Dieses Erlebnis war verständlicherweise ein richtiger Schock für Martin Wehrle, wurde ihm doch gnadenlos vor Augen geführt, dass er vor lauter Nettigkeit sein eigenes Leben für eine Frage seiner Kundin aufs Spiel setzte. Und dies auch noch im Urlaub!

Schluss mit grundlosem Nettsein – setzen Sie Grenzen


Setzen Sie anderen klare Grenzen. Sie werden dadurch nicht automatisch unbeliebt. (Bild: fizkes – shutterstock.com)

Ganz so dramatisch ist es in den meisten Leben der Netten nicht, aber es kennt wohl jeder Nette das unangenehme Gefühl, von anderen permanent ausgenutzt und unterschätzt zu werden.

Im Beruf bremst das ständige Nettsein sogar richtig aus. Martin Wehrle führt in seinem Buch sehr viele anschauliche Beispiele aus dem wahren Leben vor, in denen sich Nette in jedem Alter und in verschiedenen Berufspositionen immer wieder selbst ins Aus schiessen.

Auch, wer es geschafft hat, Chef zu werden, tappt immer wieder in die Nettigkeitsfalle und büsst an Autorität ein. Leiden tun darunter aber vor allem die fleissigen, seriösen Mitarbeiter. Profitieren tun die eher Faulen und Gerissenen. Es ist also höchste Zeit bei sich selbst zu schauen, ob man zu nett ist und wem das schadet.

Am allermeisten schaden die Netten sich selbst, doch das ist für sie oft noch kein Grund den Schalter umzulegen. Führt man ihnen aber mal richtig vor Augen, wie sehr sie damit den aufrichtigen, disziplinierten und rechtschaffenen Menschen schaden, dann merken sie, dass sie etwas ändern müssen.

Ein Lehrer, der vor lauter Nettigkeit allen Schülern eine Zwei gibt, schadet allen guten Schülern, denn er mindert ihre Leistung herab. Die schlechten Schüler spornt er mit dem Geschenk nicht an, sondern lässt sie so arbeiten, wie sie es gewohnt sind, auf Sparflamme.

Im Betrieb, als Führungskraft – wann immer es um Leistung und Anerkennung geht, tut man den Guten keinen Gefallen, wenn man zu allen immer nett ist.  Ein guter Chef muss auch durchgreifen, Grenzen setzen und nicht von allem gemocht werden! Das fällt erstaunlich vielen Personen in Führungspositionen schwer.

Viele brauchen ein harmonisches Klima, gute Laune und Teamgeist in der Firma. Das alles kann es aber nur geben, wenn der Chef sich eindeutig positioniert und schlechte Arbeit bestraft, so wie gute belohnt. Warum macht das nicht jeder? Ganz einfach, weil sehr viele Menschen Konflikte scheuen, gemocht werden und anderen Menschen nicht weh tun wollen. Dafür tun sie aber in den meisten Fällen sich selbst weh. Schafft es ein Chef nicht, sich durchzusetzen, nehmen die Mitarbeiter ihn nicht ernst, versuchen ihn zu hintergehen, arbeiten auf Sparflamme und sind nicht motiviert. Am Ende läuft die Firma nicht so, wie sie könnte.

Nettsein zu Kollegen – übertreiben Sie es nicht!


Immer nur nett sein und lächeln im Beruf? So werden sie nicht ernst genommen und scheitern bei Verhandlungen. Gerade Frauen tappen gerne in die Nettigkeitsfalle und lächeln auch dann noch, wenn sie beleidigt werden. (Bild: Lyubov Levitskaya – shutterstock.com)

Wer nicht selbst Chef ist, der hat meist Kollegen. Und diese schätzen ein kollegiales Verhältnis, welches bedeutet, dass man sich gegenseitig hilft, aufbaut und unterstützt. Auch das ist heute gar keine Selbstverständlichkeit mehr, Mobbing breitet sich immer mehr aust und um Arbeitplätze wird hart gekämpft.

Trotzdem gibt es natürlich weiterhin in jedem Betrieb die sogenannten Gutmenschen, die „Seelen des Betriebs“, die sich um alle kümmern, helfen und organisieren, wo es nur geht. Und ja, irgendwann geht es nicht mehr, weil die gute Seele des Betriebes sich natürlich übernimmt und entweder krank wird oder ihre Leistungen nicht mehr erbringen kann und Fehler macht.


Die „gute Seele“ im Betrieb, von allen ausgenutzt, chronisch überlastet, aber gar nicht so beliebt, wie sie denkt, hat Autor Martin Wehrle herausgefunden. (Bild Kzenon – shutterstock.com)

Sobald ernsthafte Fehler auftreten, die dem gesamten Betrieb schaden, wird die „Gute Seele des Betriebes“ nicht mehr von allen gelobt werden, sondern die meisten werden sich wütend distanzieren. Dass sie vielleicht selbst schuld daran haben, wenn andere Fehler machen, die sie vorab überlastet haben, darauf kommen sie nicht.

Der oder die nette Kollegin, das sind die, die den anderen ihre Arbeit abnehmen, bei Terminen für sie einspringen und immer ein offenes Ohr für deren Probleme haben. Sie können schlichtweg nicht Nein sagen. Auch, wenn sie keine Zeit und Lust haben. Sie scheuen Konflikte, wollen andere Menschen nicht verletzen und brauchen Harmonie. Und das eben so lange, bis sie sich selbst besonders schaden oder Fehler passieren, die dann wiederum nur auf sie selbst zurückfallen.


Nein sagen kann man trainieren, indem man das Nein schätzen lernt. Ein Ja ist nur dann etwas wert, wenn man auch Nein sagen kann. (Bild: Constantin Stanciu – shutterstock.com)

Ziehen Sie also die Notbremse, wenn Sie auch der Typ Mensch sind, der sich von anderen zu Aufgaben, Pflichten und Terminen „breitschlagen“ lässt, obwohl die innere Stimme klar und deutlich „Nein“ sagt.

Doch die innere Stimme wurde in den meisten Fällen bereits in der Kindheit übertönt und hat keine Durchsetzungskraft mehr. Die Stimmen der anderen, der Aussenstehenden sind immer lauter und fordernder. Es will trainiert werden, wieder auf sich selbst zu hören.

Jacqui Marson und Martin Wehrle geben in ihren Büchern viele hilfreiche Tipps, wie man sein eigenes Verhalten analysieren und schliesslich ändern kann. Dabei geht es nicht darum, zum Egoisten zu werden, sondern einfach gesunde Grenzen zu setzen und sich Respekt zu verschaffen.

Eine wichtige Regel lautet: Wenn du anderen hilfst, dann achte darauf, dass sich dadurch mindestens eine Person besser, aber keine schlechter fühlt! Fühlt man sich als Helfer ausgenutzt, dumm und demütig, war die Entscheidung zu helfen falsch!

Vielen Menschen hilft man gar nicht, indem man ihnen hilft! Auch das ist eine wichtige Erkenntnis. Man darf und soll anderen Menschen nicht alles abnehmen. Man bringt sie damit um wichtige Erkenntnisse und man fördert die schlechten Eigenschaften.

Das übertriebene Nettsein und sich Selbstschaden macht natürlich vor dem Privatleben nicht halt. Meist hat es ja in der Familie seinen Ursprung. Nette schaden sich überall selbst und fühlen sich zwar unwohl, schaffen es aber nicht aus dem Teufelskreis heraus. Denn, wenn sie einmal den Mut fassen, laut zu werden und Nein zu sagen, kommt dies meist sehr spät und wird nicht mehr ernstgenommen.

Nein sagen muss man schon sehr früh, bei kleinen Dingen. Hat man bei seinen Mitmenschen bereits vieles durchgehen lassen und plötzlich platzt der Kragen, macht man sich vor den anderen lächerlich, denn sie sehen nicht, dass es nur der berühmte Tropfen war, der das Fass hat überlaufen lassen.

Die beiden Bücher helfen den Netten zu trainieren und zu schauen, wo sie falsch kommunizieren und falsche Signale setzen.


Auf die innere Stimme hören ist schwer, wenn von aussen Anforderungen auf einen einprasseln. (Bild: photoschmidt – shutterstock.com)

Buchtipps:

„Wer Nein sagen kann, hat mehr vom Leben.“
Autorin: Jacqui Marson
EAN:  9783442174232
ISBN: 978-3-442-17423-2
Hersteller und Herausgeber: Goldmann
Erscheinungsjahr: 2013

„Den Netten beissen die Hunde.
Wie Sie sich Respekt verschaffen, Grenzen setzen und den verdienten Erfolg erlangen – Mit grossem „Bin ich zu nett?“-Test
Autor: Martin Wehrle
EAN: 9783442393770
ISBN: 978-3-442-39377-0
Hersteller und Herausgeber: Mosaik Verlag
Erscheinungsjahr: 2021

 

Titelbild: Inna Kot – shutterstock.com

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Mehr zu J. Florence Pompe

J. Florence Pompe hat Germanistik und Pädagogik studiert und ist seit 2010 hauptberufliche Texterin. Spezialisiert auf die Arbeit mit Wordpress führt sie mit Freude eigene Blogs und übernimmt für Kunden die Blog-Betreuung.

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