Frauen im Online-Business: Neue Chancen und Karrieremöglichkeiten

18.11.2021 |  Von  |  Neue Medien, News

Während in der Offline-Welt die Gleichberechtigung eher stagniert, zeigt sich im Online-Business ein anderes Szenario.

Selbständige Frauen boomen in den Bereichen Social Media, Werbung und Marketing. Social Media hat nämlich ganz neue Berufszweige hervorgebracht und so ist es heute oft so, dass Frauen Frauen ernähren!

Was heisst das genau? Frauen werben und verkaufen Produkte für Frauen und sind damit mega erfolgreich. Ein Blick in den stetig wachsenden Influencer-Markt zeigt: Hier sind es vor allem junge Frauen, die ihren ebenfalls weiblichen Idolen alles abkaufen, was diese anpreisen.

Während früher Models und weibliche Stars eher dem männlichen Geschlecht gefallen sollten, richten sich die heutigen meist weiblichen Influencer in erster Linie an ihr eigenes Geschlecht. Sie machen und zeigen, was ihnen gefällt und ihre Fans wollen so aussehen wie sie, sich kleiden wie sie und kaufen schliesslich die vom Idol genutzten Produkte.

Dabei agieren die Fans aber nicht wie eine Schar willenloser Teenies, sondern die Follower von heute lieben es einfach, sich inspirieren zu lassen und neue Produkte kennenzulernen. Einen ähnlichen Effekt haben wir bei den Verkaufssendern im TV.

Die persönliche Ansprache, das lockere Gespräch und die veranschaulichte Anwendung der Produkte animieren und entspannen die Zuschauer.  Vor allem holen sie sich gerne Tipps bezüglich Make-Up, Haarpflege und Styling allgemein.

Dieser Boom, von dem vor allem die Beauty-Branche profitiert, sei es, was den Verkauf von Kosmetik-Produkten angeht, aber auch das Angebot an Beauty-OPs und kleine Beauty-Eingriffen, Zahn-Bleachings oder Anwendungen zum Straffen und Formen der Körperhaut, begann mit dem Erfolg von Youtube.


Frauen animieren sich online gegenseitig etwas fürs Aussehen und die körperliche Fitness zu tun und bewerben Produkte. (Bild: Von Pereslavtseva Katerina – shutterstock.com)


Stars wie Bibi Classen und Shirin David, die auf ihren Youtube-Kanälen noch lange vor Instagram neue Kosmetik-Produkte vorstellten und Tutorials drehten, waren die Vorreiter. Dabei nahmen und nehmen sie das Ganze aber auch nicht bierernst, sondern würzen ihre Filmchen mit Gags und viel Humor.

Kosmetikprodukte ausprobieren, vor der Kamera zu testen und anzuwenden, ist immer noch absolut interessant für weibliche Follower. Sie wollen sich gerne was abschauen und die Anwendung zeigen lassen und bekommen zumindest aktuell noch, davon nicht genug.

Der Markt hat sich nun von Youtube zu Instagram verlagert. Und hier gibt es immer mehr weibliche Newcomerinnen, die sehr viel Geld pro Monat einfach nur mit Werbung verdienen. Ihre Kunden sind weibliche Follower und für diese, nicht mehr für die Herrenwelt, stylen sie sich und schminken sich stundenlang für ihre Beauty-Shoots.

Man kann sich wundern über die neue konsumorientierte, ja oberflächliche Instagram-Welt, aber man kann auch nicht leugnen, dass es eine neue Form der Emanzipation ist, in der junge Frauen völlig unabhängig von Männern ihr eigenes Geld – und zwar sehr viel und relativ leicht – verdienen. Und anders als junge Models, werden sie dabei von niemandem ausgebeutet.


Junge Frauen arbeiten heute gerne im Online-Business (Bild: Monkey Business Images – shutterstock.com)


B2B und Woman2Woman

Es hat sich ein richtiger Businesszweig von Frauen für Frauen entwickelt. Denn Männer verstehen die Faszination der Damenwelt für Nagellacke/Nailart, Haarkuren und Modeschauen vor dem heimischen Spiegel nicht so recht. Aber das kümmert junge Damen nicht mehr, im Gegenteil, viele spannen ihre Partner sogar als Fotografen für die geschönten Bilder ein, und diese machen bereitwillig mit, weil sich eben sehr viel Geld damit verdienen lässt.

Frauen unterstützen sich im Online-Business heute oft gegenseitig, sodass eine richtige Woman2Woman-Welt entstanden ist. Das übrigens als krasses Gegenteil zum anhaltenden Mobbing-Trend in der Offline-Arbeitswelt.


Die Modenschau zuhause, der sogenannte „Haul“ kommt bei den Followern immer gut an. (Bild: Daxiao Productions – shutterstock.com)


Frauen wissen, was Frauen gefällt – Business-Coachings von Frau zu Frau

Instagram beeinflusst die heutige Medienlandschaft viel mehr, als viele wahrhaben wollen. Und so führt das neue weibliche Selbstbewusstsein, das auf ästhetische Bilder, Glamour und ja, auch sehr viel Konsum setzt, auch in anderen Bereichen zu Veränderung.

Schauen wir den Bereich Online-Marketing, Selbstständigkeit, Start-Ups und e-Commerce an – so gibt es immer mehr Frauen, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen – und nicht nur das – sie richten sich mit ihrem Angebot in erster Linie an andere Frauen!

Während Frauen früher versuchten, sich der männlichen Geschäftswelt anzupassen und im eigenen Business möglich sachlich, geschlechtsneutral aufzutreten, so stehen junge Frauen unter 30 Jahren heute selbstbewusst zu allem, was weiblich ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass die eigene Business-Website rosa und kitschig daherkommt, mit schönen Bildern und romantischer Schrift.

Viele Frauen wollen heute mit dem Design ihrer Website recht gerne andere Frauen ansprechen und nehmen interessierte männliche Kunden nur am Rande mit.


Im Online-Business erfahrene Frauen haben als Coaches gute Erfolgschancen. (Bild: fizkes – shutterstock.com)


Fakt ist: Frauen können es sich einfach leisten, sich auf eine weibliche Klientel auszurichten, weil sie damit genügend Kunden finden.

So ist der Trend zu beobachten, dass es immer mehr weibliche Coaches gibt, die anderen Frauen in deren Business unter die Arme greifen wollen, ihnen Hemmungen nehmen, das Selbstbewusstsein aufbauen und wie eine Freundin für sie da sein wollen. Und auch, wenn man das alles vielleicht lächerlich findet, so haben diese Angebote sehr viel Erfolg!

Junge Frauen, die den Weg in die Selbständigkeit wagen wollen, suchen sich gerne Hilfe und Infos bei anderen, bereits erfahreneren Frauen, die auch ihre Ängste und Bedenken verstehen. Ebenso gibt es viele Angebote von Frauen für Frauen, die z.B. IT-Themen betreffen. Frauen hosten für andere Frauen deren Websites und sind Ansprechpartner bei technischen Problemen. Die Kundinnen buchen gerne andere Frauen, weil sie keine Lust auf herablassende Bemerkungen von männlichen Experten haben.

Man kann es analysieren oder begründen wie man will – Tatsache ist: Die Angebote von Frauen für Frauen im Online-Business sind sehr erfolgreich und oft haben es Agenturen oder Coaches, von Männern geführt, bislang verpasst die weibliche Klientel persönlich anzusprechen.

Lesen Sie dazu auch Inspirierende Frauen aus dem Digital Business.

Networking unter Frauen

Nicht nur, dass Frauen sich nun gegenseitig ihre Produkte abkaufen, sich coachen und zusammenarbeiten. Es ist auch schon länger der Trend zum Zusammenschluss in grossen Gruppen zu bemerken. Ob das unbedingt notwendig ist, sei dahingestellt, denn Frauen werden im Online-Business nicht so benachteiligt wie im sonstigen Geschäftsleben, aber anscheinend gibt es hier auch grossen Bedarf.

Ein wichtiges Netzwerk für Frauen im Online-Business ist: Digital Media Women.

Die #DMW Community besteht aus über 115 Ehrenamtlichen und mehr als 20.000 Mitgliedern. Sie arbeitet daran, die Sichtbarkeit von Frauen in der Offline-Welt zu erhöhen. Zum Beispiel als Speakerinnen auf Kongressen.  Die Mitglieder treffen sich online und offline.


Erfolgreiche Frauen im Online-Business werden ohne Probleme gerne als Speakerinnen für Kongresse und Messen gebucht. (Bild: Von Daxiao Productions – shutterstock.com)


Ähnliche Ziele verfolgt die Community Global Digital Women. Sie möchte #femaledigital(s)heroes und Zukunftsgestalter und -gestalterinnen stärken. International aufgestellt, sorgt die Community für gute Kontakte und Beratungsmöglichkeiten. Wöchentlich finden Events statt.

So wie die aktuelle Entwicklung aussieht, ist es aber eher so, dass Frauen zumindest in der Online Geschäftswelt viel stärker zusammenarbeiten und sich einfach aus einem bestimmten Bedarf heraus gegenseitig Angebot und Nachfrage erfüllen, also Dienstleistungen buchen und Produkte kaufen.

Viele Frauen schliessen in ihren Online-Präsenz männliche Kunden von vornherein aus, richten sich in ihrer Tonalität gleich an die weibliche Kundin und bauen sich ein massgeschneidertes Angebot, das in erster Linie weibliche Kunden interessieren soll.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass diese Damen männerfeindlich wären, sondern, dass eben eine neue Fokussierung auf weibliche Kunden stattgefunden hat und sich niemand mehr scheut, die Geschlechter in manchen Belangen einfach zu trennen, ohne dass jemand Schaden davon nimmt.



 

Titelbild:  Daxiao Productions – shutterstock.com

About J. Florence Pompe

J. Florence Pompe hat Germanistik und Pädagogik studiert und ist seit 2010 hauptberufliche Texterin. Spezialisiert auf die Themen Mode und Schmuck, führt sie zu diesen Themen mit viel Freude eigene Blogs, auch in Gemeinschaft mit anderen Autorinnen. Da sie Erfahrung im Schneidern von passgenauer Kleidung hat, kennt sie sich gut mit Stoffen, Schnitten und sorgfältiger Verarbeitung von Modeartikeln aus!


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