Schweizer Fachkräfte suchen Schweizer Unternehmen – auch während der sogenannten Grossen Resignation

27.10.2021 |  Von  |  Presseportal

Zürich (ots) –

Die Universum-Umfrage Schweizer Fachkräfte 2021 zeigt, dass Schweizer Arbeitgeber bei der Attraktivität für Talente stark zulegen.

Das Beratungsunternehmen Universum hat offiziell die Ergebnisse der jährlichen Professional Talent Survey 2021 veröffentlicht. Dafür wurden fast 6000 Schweizer Fachkräfte mit Bachelor-, Master- oder Doktortitel befragt. Die Antworten deuten auf wichtige Veränderungen in diesem Jahr bei den Berufswünschen, den Karrierezielen, den bevorzugten Branchen und den idealen Arbeitgebern hin. Diese Tendenz ist wahrscheinlich auf die Pandemie und die Veränderungen im Arbeitsleben zurückzuführen. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse dieses Jahres.

Schweizer Fachkräfte arbeiten am liebsten für Schweizer Unternehmen

Die Studie zeigt erneut, dass Schweizer Fachkräfte Schweizer Unternehmen als Arbeitgeber stark bevorzugen. Der Trend hat sich 2021 gegenüber den Vorjahren sogar noch verstärkt. Obwohl die jährliche Universum-Studie bei Fachkräften in vielen Regionen eine nationalistische Tendenz feststellt, sind die Ergebnisse für die Schweiz 2021 besonders augenfällig. 80 Prozent der Schweizer Business-Fachkräfte sowie 88 Prozent der Schweizer Ingenieure geben hiesigen Unternehmen den Vorzug. Business-Fachkräfte bevorzugen grössere Unternehmen (wenn auch nicht mit grosser Mehrheit) und Ingenieure bevorzugen weitgehend kleine bis mittelgrosse Betriebe (66 Prozent).

Welche Unternehmen sind in der Rangliste der idealen Arbeitgeber am stärksten aufgestiegen?

Die diesjährige Rangliste der idealen Arbeitgeber für Fachkräfte aus der Wirtschaft und dem Ingenieurwesen finden Sie in voller Länge [hier]. Die Grossbank UBS hat im Jahr 2021 grosse Fortschritte gemacht und ist in der Schweiz bei den Business-Experten auf den fünften Rang aufgestiegen. Auch bei IT-Fachleuten bestätigt sich diese Tendenz, da sich die UBS weiter auf die Digitalisierung ihres Geschäfts fokussiert.

„Die Unternehmen, die im Jahr 2021 in der Rangliste aufgestiegen sind, haben dies trotz des Gegenwinds durch die Pandemie, geschafft“, erklärt Leo Marty Geschäftsführer von Universum. „Am besten haben die Unternehmen abgeschnitten, die trotz der radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt bei den Mitarbeitenden ein hohes Mass an Vertrauen aufrechterhalten konnten. Die Herausforderung für 2022 wird darin bestehen, das Engagement zu halten, wenn virtuelles Arbeiten nicht mehr nur eine Notlösung, sondern eine dauerhafte Lebensweise für die Beschäftigten geworden ist.“

Die grössten Gewinner unter Schweizer Unternehmen im Jahr 2021:

Business-Fachkräfte

– Axpo, die grösste Schweizer Produzentin von erneuerbaren Energien, stieg im Vergleich zu 2020 um 30 Rankingpunkte.

– Givaudan, der Schweizer Hersteller von Aromen und Duftstoffen, stieg um 26 Punkte.

– Der Medienkonzern Tamedia (TX Group AG) steigt 2021 ebenfalls um 26 Punkte.

IT Fachleute

– Der Rückversicherungsriese Swiss Re stieg in 12 Monaten um 24 Ranglistenpunkte.

– Die Schweizerische Post gewann 16 Punkte hinzu.

– UBS, das globale Finanzdienstleistungsunternehmen, kletterte 13 Punkte höher.

COVID hat zu einer Neuordnung der Karriereprioritäten geführt, da die Talente auf der Suche nach einem guten Gehalt und mehr Flexibilität sind.

Die Universum-Studie zeigt, dass Fachkräfte bei der Wahl eines Arbeitgebers ein wettbewerbsfähiges Grundgehalt mehr schätzen als jeden anderen Faktor. Im Jahr 2021 haben jedoch viele so genannte „weiche“ Präferenzen an Bedeutung gewonnen. Flexible Arbeitsbedingungen, zum Beispiel, stiegen auf Platz zwei und verdrängten „herausfordernde Arbeit“, die 2021 auf Platz sechs fiel. Flexible Arbeitsbedingungen waren ein besonders wichtiger Faktor für Fachkräfte in höheren Positionen und für Frauen.

Diese Schwerpunktverlagerung ist wahrscheinlich zum Teil der Ursache geschuldet, welche McKinsey als „Great Attrition“ (Grosser.Arbeitskräfteabgang) bezeichnet. Das bedetuet eine Zunahme der Abgänge und der Personen, die eine Kündigung in Erwägung ziehen. Die McKinsey-Studie ergab zudem, dass 40 Prozent der Beschäftigten in den USA zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in den nächsten drei bis sechs Monaten ihre Arbeit aufgeben werden.

Der Wunsch nach mehr Flexibilität ist nicht der einzige Faktor, der den Abgang von Arbeitskräften vorantreibt, so Linda Meier von Universum. Leitende Mitarbeiter/innen leiden nach fast zwei Jahren mit zahlreichen Herausforderungen durch die Pandemie unter Burnout. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die während der Pandemiekrise bei der Führung virtueller Teams wenig Unterstützung erhalten haben. „Erfahrungsgemäss hören wir von unseren Kunden oft, dass die rasche Verlagerung auf virtuelle Arbeit einen Tribut von den Managern fordert, die einfach nicht die zur Bewältigung erforderlichen Ressourcen und Schulung erhalten haben“, erklärt Linda Meier. Dies führe zu einem Vertrauensverlust zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, „und wir glauben, dass dies ein Anzeichen für noch mehr Abgänge im Jahr 2022 sein könnte“.

Von den Schweizer Umfrageteilnehmern, die angeben, dass sie daran interessiert sind, innerhalb eines Jahres den Arbeitsplatz zu wechseln, haben nur 24 Prozent Vertrauen in die Vision ihres Unternehmens und nur 21 Prozent in die Führungskräfte ihres Unternehmens. Hier wird ein sensibler Bereich in den Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgezeigt, den künftige Massnahmen zur Mitarbeiterbindung anpeilen müssen.

Ein positiver Aspekt: Schweizer Fachkräfte, die in der Pharma-/Biotechbranche und im Versicherungswesen tätig sind, berichten von hochgradiger Zufriedenheit.

Die hohen Bewertungen für die Pharma- und Biotech-Industrie sind angesichts der relevanten Investitionen und Innovationen im Zusammenhang mit der Pandemie durchaus nachvollziehbar. Novartis konnte bei den spezialisierten Fachkräften aus der Technik einen Rekordanstieg von 12 Punkten verzeichnen und liegt nun auf Platz neun. Dieser enorme Sprung ist wahrscheinlich auf die hoch angesehene „Servant Leadership“-Ethik zurückzuführen, die in den letzten vier Jahren praktiziert wurde. „Servant Leadership“ bedeutet, dass sich die Unternehmensleitung auf das Wachstum und das Wohlergehen der Novartis-Mitarbeitergemeinschaft konzentriert – eine Arbeitsphilosophie, die dem Unternehmen während der Umwälzungen durch COVID-19 gute Dienste geleistet hat.

Das Versicherungswesen scheint jedoch ein „Hidden Champion“ unter den Schweizer Arbeitnehmern zu sein. Die Unternehmen der Versicherungsbranche werden nicht oft für ihre hohe Mitarbeiterzufriedenheit gerühmt; aber sie widersetzen sich heimlich den Klischees. Swiss Re führt die Rangliste ihrer Branche in der Schweiz an. Bei den Wirtschaftsstudenten punktet das Unternehmen stark als leistungsorientierter Arbeitgeber, der gute Ergebnisse anerkennt. Swiss Re zeichnet sich auch im Umgang mit internationalen Kunden und Mitarbeiter/innen aus. Die starke und hoch angesehene Vordenkerrolle (Thought Leadership) von Swiss Re ist ein Goldstandard in der Rückversicherungsbranche und unterstreicht den Ruf des Unternehmens als erstklassiger Arbeitgeber.

Ausserdem ist beachtenswert, dass sowohl die Versicherungs- als auch die Pharma-/Biotech-Branche hohe Promotor Scores aufweisen. Dies deutet darauf hin, dass Beschäftigte in diesen Branchen sie wahrscheinlich anderen weiterempfehlen. Hohe Zufriedenheit und hohe Promotor Scores hängen nicht unbedingt zusammen; eine Arbeit kann beispielsweise sehr stressig, aber gut bezahlt sein, was zu geringerer Zufriedenheit, aber höherer Bewertung führt. Die Übereinstimmung von Zufriedenheit und Promotoren sowohl in der Pharma-/Biotech-Branche als auch in der Versicherungsbranche deutet darauf hin, dass die Mitarbeiter mit ihrer Arbeit zufrieden sind, und zwar über die materiellen/finanziellen Vorteile hinaus, die sie geniessen.

Ein grosser Sprung nach vorn für das Karriereziel.

Die Zeit der Pandemie hat offenbar zu einer umfassenden Selbstreflexion geführt, zumal immer mehr Berufstätige nicht-traditionellen Karrierezielen den Vorrang geben. Unter den Business-Fachkräften gab mehr als 1 von 3 an, dass „inspirierende Ziele“ ein entscheidendes Karrieremerkmal sind: ein Anstieg um 8 Prozentpunkte im Vergleich zum letzten Jahr. Dazu gewinnen ein sicherer Arbeitsplatz und die Möglichkeit, persönlich etwas zu bewirken, mit 7 bzw. 6 Punkten dazu. Das Streben nach „Prestige“ hat in der Gunst bei Wirtschaftsfachleuten abgenommen und ist gegenüber dem Vorjahr um 6 Punkte gesunken.

Bei den Ingenieuren scheinen die Veränderungen in den Karriereprioritäten ebenfalls durch die Pandemie beeinflusst worden zu sein. „Inspirierende Führung“ und „attraktive/aufregende Produkte und Dienstleistungen“ stiegen um 8 bzw. 5 Punkte. Weniger wichtig im Jahr 2021: Innovation, schnelle Beförderung, Reisemöglichkeiten/Versetzungsmöglichkeiten und Prestige verloren alle zwischen 7 und 8 Punkte.

Noch mehr Einblicke in die Universum-Karriereforschung für Berufstätige und Studierende finden Sie hier.

Über Universum

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