Medikamente sind teils doppelt so teuer wie sie eigentlich sein sollten

31.05.2021 |  Von  |  Presseportal

Bern (ots) – curafutura hat die ausgabenstärksten Medikamente aus der Liste der diesjährigen Dreijahresüberprüfung auf ihre Preispolitik untersucht. Teilweise ist der aktuelle Preis um beinahe 100 Prozent höher als er eigentlich sein sollte. Vor allem das Antiepileptikum Lyrica oder etwa das Antianämikum Aranesp sind nach Berechnungen von curafutura stark überteuert. Würden alle Medikamente dieser Tranche 2021 korrekt berechnet, ergäbe sich ein Einsparpotential von rund 250 Millionen Franken.

Das Antiepileptikum Lyrica, der Blutverdünner Xarelto oder das Antianämikum Aranesp sind dieses Jahr auf der Liste jener Medikamente, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Rahmen der Dreijahresüberprüfung unter die Lupe genommen werden. curafutura hat diese drei Medikamente sowie 17 weitere, die zur Überprüfung beim BAG aufgelistet sind, analysiert und ihre Empfehlungen an das Bundesamt für Gesundheit adressiert. Es handelt sich um die 20 ausgabenstärksten Medikamente derjenigen Tranche, die in diesem Jahr vom Bund analysiert wird. Alleine aus der Überprüfung dieser 20 Medikamente ergibt sich laut curafutura ein Sparpotential von geschätzten 16 Prozent auf den Fabrikabgabepreisen. Das sind 115 Millionen Franken.

Aus der Analyse aller vom BAG zu prüfenden Medikamente resultiert laut curafutura ein Einsparpotential von 12 Prozent, das sind rund 250 Millionen Franken.

Es sind vor allem folgende drei Medikamente der Top-20-Liste von curafutura, die gemäss Analyse stark überteuert sind:

Der Fabrikabgabepreis des Antiepileptikum Lyrica (75 mg/56 Kapseln) liegt aktuell bei 54.05 Franken anstelle von 27.11 Franken, wie die Überprüfung von curafutura ergab. Damit ist der Preis fast 100 Prozent höher als es Berechnungen ergeben, die auf wirtschaftlichen Kriterien fussen. Auch das Antianaemikum Aranesp (inj. Lösung 500 mcg mit Nadelschutz) ist zu teuer. Aktuell kostet die Fabrikabgabe 1140.31 Franken, dabei wären 584.48 Franken angebracht. Ähnlich überteuert ist Duodart (Kapsel 0.5mg/0,4mg, 90 Stück), ein Medikament, das zur Therapie bei Prostatahyperplasie zum Einsatz kommt. Dieses kostet aktuell 95.21 Franken (Fabrikabgabepreis) anstatt der berechneten 64.52 Franken (Liste aller Medikamente der Top 20-Liste von curafutura siehe unten).

„Die Schweiz ist im internationalen Vergleich bei den Medikamenten nach wie vor eine Hochpreisinsel“, sagt curafutura-Direktor Pius Zängerle zur aktuellen Situation. Auch liege das Ausgabenwachstum trotz preislicher Massnahmen nach wie vor über dem allgemeinen Wachstum der Ausgaben in der Grundversicherung. Diesen Umstand gelte es mit wirkungsvollen Massnahmen zu beheben.

Die 3-Jahresüberprüfung des BAG wurde erstmals im Jahr 2012 durchgeführt. 2016 hatte dieses mittels einer Auslosung die heute bestehende Reihenfolge der zu überprüfenden Medikamente festgelegt. Eine der aktuellen Herausforderungen besteht darin, dass immer wieder Medikamente nicht überprüft werden, die eigentlich an der Reihe zur Analyse wären. Es handelt sich um Produkte, die von der systematischen Überprüfung aufgrund von Veränderungen befreit sind – beispielsweise wegen einer anderen Indikation.

curafutura setzt sich dafür ein, dass die Überprüfung jährlich stattfindet, weil so die Einsparungen direkt realisiert werden können. Die systematische Überprüfung der Medikamentenpreise ist die wichtigste Massnahme, um das Niveau der Medikamentenpreise zu senken.

Es gibt aber auch weitere Massnahmen, die helfen würden, die Medikamentenpreise zu senken. So wäre es unter anderem wirksam, wenn die gleichen Indikationen und die gleichen Therapiestandards verglichen würden – unabhängig davon, ob das Medikament patentgeschützt ist oder nicht. Bei den Antikaoagulantien (Faktor Xa Inhibitoren) könnten so beispielsweise mehr als 100 Mio CHF zusätzlich eingespart werden.

Aber auch der Vorschlag zu einer anreizneutralen Margenregelung, welche die Marktdurchdringung von kostengünstigen, patentabgelaufenen Medikamenten (Generika/Biosimilar) fördern würde, zielt in die gewünschte Richtung.

Dasselbe würde für die Einführung von Preismodellen gelten, die auf der Prävalenz basieren, also der Häufigkeit einer Krankheit oder eines Symptoms in einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das damit verbundene Sparpotential wurde in einer Studie im Auftrag von curafutura im 2020 bei den 20 ausgabestärksten Medikamenten der OKP mit 242 Mio. CHF beziffert.

Pressekontakt:

Auskünfte:
Pius Zängerle, Direktor curafutura, 079 653 12 60, pius.zaengerle@curafutura.ch
Simone Hinnen, Leiterin Kommunikation D-CH, 076 373 79 74, simone.hinnen@curafutura.ch

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