Kostendämpfungspaket 2 (KP2): Preismodelle sollen den Innovationszugang für Patientinnen und Patienten beschleunigen

17.11.2020 |  Von  |  Presseportal

Basel (ots) – Für die forschende pharmazeutische Industrie stehen die Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt – dies zeigt sich besonders in der derzeitigen Corona-Pandemie, in der Pharmafirmen mit Hochdruck an Impfstoffen und wirksamen Medikamenten forschen. Statt auf Qualität im Interesse aller Patientinnen und Patienten zu fokussieren, zielt der Bundesrat mit den Massnahmen zur Kostendämpfung im KP2 erneut stark auf die Medikamentenpreise der Originalhersteller. Dennoch steht die Pharmaindustrie zu den vorgeschlagenen Preismodellen, wenn dafür der rasche Zugang zu Innovationen für Patientinnen und Patienten ermöglicht wird. Eine weitreichende und fragwürdige Delegationsnorm an den Bundesrat mit Vorrang der Kostengünstigkeit für die Überprüfung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit (WZW-Kriterien) wird hingegen vehement abgelehnt.

Die forschende Pharmaindustrie hat in den letzten Jahren medizinische Durchbrüche ermöglicht, die vielen Patientinnen und Patienten Hoffnung geben. Krankheiten, die früher als unheilbar galten, werden heute wirksam behandelt oder sogar geheilt. Damit dies auch weiterhin möglich ist, setzt sich Interpharma seit Jahren für einen raschen und gleichberechtigten Zugang zu innovativen Arzneimitteln ein. Jedoch müssen Patientinnen und Patienten oft Monate oder gar Jahre auf die Vergütung von innovativen Arzneimitteln warten. 2019 wurden nur elf von 46 gelisteten Produkte innert 60 Tagen aufgenommen, wie es die Verordnung (KLV) vorschreibt. Per Ende 2019 haben zudem insgesamt 136 Anträge nicht zu einem Entscheid bezüglich SL-Aufnahme geführt. Dieser Zustand ist für ein hochstehendes Gesundheitswesen wie jenes der Schweiz inakzeptabel. Gerade die aktuelle Covid-19-Pandemie zeigt, wie wichtig der rasche Patientenzugang ist.

Interpharma unterstützt Preismodelle im KP2

Deshalb hat Interpharma mit dem „beschleunigten Innovationszugang für Schweizer Patienten“ einen konkreten Lösungsvorschlag vorgelegt. Der Standardprozess der Medikamentenvergütung soll mit einem beschleunigten Verfahren für innovative Therapien mit dringendem medizinischem Bedarf ergänzt werden. Dieser bedingt einen frühzeitigen Dialog zwischen BAG und Herstellerin, ein unabhängiges Expertengremium, flexible Vergütungsmodelle und verbindliche Fristen. Am Innovationsstandort Schweiz muss der Zugang zu neuen Therapien für alle Grundversicherten ohne Verzögerung sichergestellt sein. Die forschende Pharmaindustrie unterstützt entsprechend die Massnahme der Preismodelle im KP2 unter der Voraussetzung, dass Patientinnen und Patienten dadurch ab dem Tag der Marktzulassung durch Swissmedic Zugang zu innovativen Arzneimitteln erhalten. Da Preismodelle mit Rabatten und Rückzahlungen verbunden sind, bedeuten sie für die Unternehmen zwar mitunter schmerzliche Einbussen. Die Pharmaindustrie ist dennoch bereit, Preismodelle mitzutragen, wenn diese den Patientenzugang verbessern.

René Buholzer, CEO Interpharma, hält fest: „Für uns stehen die Patienten im Zentrum: Für sie müssen ab Tag 0 der Zulassung innovative Therapien und Medikamente verfügbar sein. Wir akzeptieren die vorgeschlagenen Preismodelle, wenn dafür der rasche Zugang zu Innovationen ermöglicht wird“.

Delegationsnorm an Bundesrat in der Preisfestsetzung nicht akzeptabel

Eine weitreichende Delegationsnorm an den Bundesrat mit Vorrang der Kostengünstigkeit für die WZW-Überprüfung aller Leistungen und damit die Einführung des Kostengünstigkeitsprinzips inkl. einer jährlichen WZW-Überprüfung für Medikamente lehnt Interpharma dagegen vehement ab. Dies würde die bereits bestehende Rechtsunsicherheit bei der Festlegung von Medikamentenpreisen weiter verschärfen. Auch wird der Patientenzugang geschwächt, da Firmen neue Medikamente aufgrund der geringen Planbarkeit verzögert auf den Markt bringen könnten.

Insgesamt trägt der einseitige Kostenfokus der Vorlage nicht zu einem zukunftsgerichteten, nachhaltigen Gesundheitswesen bei. Interpharma fordert stattdessen eine auf Qualität ausgerichtete Gesundheitsagenda für ein nachhaltig finanziertes Schweizer Gesundheitswesen. Denn die Pharmabranche ermöglicht mit den gesetzlich eingeführten dreijährlichen Preisüberprüfungen mit einer Milliarde Franken jährlich bereits heute grosse Einsparungen im Gesundheitswesen. Interpharma steht weiterhin zu diesen dreijährlichen Preisüberprüfungsrunden. Dies, obwohl Medikamente mit einem konstanten Anteil von 12% an den Gesundheitskosten nicht der Haupttreiber des Kostenwachstums sind.

Die detaillierte Interpharma-Stellungnahme zum KP2 ist unter diesem Link abrufbar.

Pressekontakt:

Samuel Lanz, Leiter Kommunikation Interpharma: 079 766 38 86
Cécile Rivière, Mediensprecherin französischsprachige Schweiz Interpharma: 079 800 25 91

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