Media Service: Pharmagelder-Recherche: Ärzte sind stark abhängig von Sponsorengeldern einzelner Pharmaunternehmen

20.11.2019 |  Von  |  Presseportal

Zürich (ots) – Viele Ärzte, Ärzteorganisationen und Universitäten lassen sich exklusiv von einzelnen oder wenigen Pharmaunternehmen unterstützen. Das zeigt eine Recherche der «Handelszeitung» in Zusammenarbeit mit «Blick», «Beobachter» und «Le Temps». Die Hälfte aller Empfänger wird nur von einem einzigen Pharmaunternehmen gesponsert, wie Daten zeigen, die von den Pharmaunternehmen offengelegt werden. Diese Ballung von Sponsoring steht im Widerspruch zur Haltung des Branchenverbands Scienceindustries. Er empfiehlt seinen Mitgliedern, nur Personen oder Organisationen zu sponsern, die mehrere Unterstützer haben.

Bei den Pharmasponsorings geht es um viel Geld: Insgesamt hat die Pharmabranche 2018 rund 181 Millionen Franken an Forscher und Organisationen überwiesen – 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon gingen 12 Millionen direkt an einzelne Ärzte. 97 Millionen Franken erhielten Ärzteorganisationen und Universitäten, 72 Millionen flossen in Forschungspartnerschaften. Nicht alle Zahlungen werden von der Branche namentlich offengelegt. Bei 22 Prozent der Zahlungen an Ärzte und 6 Prozent der Zahlungen an Organisationen ist der Empfänger unbekannt. Zahlungen im Rahmen von Forschungspartnerschaften werden gar nicht namentlich offengelegt. Allerdings gibt es grosse Unterschiede zwischen den Unternehmen, wie die «Handelszeitung»-Auswertung zeigt: Der Basler Pharmakonzern Novartis hat 2018 praktisch alle Zahlungen namentlich zugewiesen, Merck dagegen legt nur einen Drittel der Zahlungen an einzelne Ärzte offen. Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr haben die Offenlegungsquoten bei den meisten Firmen zugenommen.

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