Datenverlust ist misslich, aber nicht hoffnungslos

09.02.2015 |  Von  |  Neue Medien
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Datenverlust ist misslich, aber nicht hoffnungslos
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Datenverlust ist eine tragische Sache. Auf einmal kann man auf Dateien in den sich Texte, die man für die Arbeit braucht oder an Versicherungen oder Behörden geschrieben hat, nicht mehr öffnen und auch Abbildungen, Fotos oder Tabellen scheinen unwiederbringlich verloren.

Aber die Situation ist nicht hoffnungslos. Selbst wenn sich ein Virus oder Trojaner in den Rechner eingeschlichen hat oder die Festplatte beschädigt wurde, lassen sich die Daten, wenn auch manchmal nicht vollständig, so doch zu grossen Teilen wiederherstellen.

Auch wenn der Trend dahin geht, immer mehr Daten extern in einer Cloud zu speichern, befinden sich doch auf den meisten privaten Rechnern persönliche Dokumente – Urlaubs- und Familienfotos, Briefe oder Arbeitsunterlagen –, deren Verlust sehr schmerzhaft ist. Um einem kompletten Datenverlust vorzubeugen, sollten die Daten regelmäßig in einer Sicherungskopie auf einer externen Festplatte abgelegt werden. Aber wer macht das schon? Wenn also ein Virus alle Daten gelöscht hat oder ein Trojaner den Zugriff auf die Festplatte verweigert, ist die Verzweiflung gross. Allerdings ist die Lage nicht ganz so aussichtslos, wie sie sich auf den ersten Blick darstellt.

Dazu muss man wissen, wie Daten in einem Rechnersystem gespeichert werden. Die Festplatte ist ein Datenträger, auf dem Texte, Fotos und andere Dokumente elektromagnetisch in Form von Bits, also Einsen und Nullen, codiert werden. Eine richtige Löschung der Daten, bei der diese Bits verändert werden, findet nur dann statt, wenn die Sektoren, auf denen sich die Dateien befinden, durch andere Inhalte überschrieben werden und so die Einsen und Nullen in einer neuen Reihenfolge angeordnet werden. Beim üblichen Löschen von Daten bekommt das Betriebssystem lediglich die Meldung, dass sich auf bestimmten Festplattenbereichen keine benötigten Daten mehr befinden und diese Bereiche wieder zur Sicherung anderer Daten zur Verfügung stehen. Das Bitmuster ist also eigentlich noch vorhanden, solange keine Umcodierung vorgenommen wurde.

Was ist bei Datenverlust zu tun?

Wenn ein Datenverlust beobachtet wurde, sollte zu allererst geprüft werden, ob sich ein Virus oder Trojaner im System befindet. Diese Schadsoftware muss dann mittels eines Virenschutzprogramms entfernt werden. Ist eine externe Festplatte betroffen, sollte sie vom Rechner getrennt werden und unter Quarantäne von einem Fachmann untersucht und wiederhergestellt werden. Die zu ergreifenden Massnahmen hängen davon ab, welche Malware den Schaden verursacht hat. In Einzelfällen kann Software helfen, die man aus dem Internet – auch kostenlos – beziehen kann. Besser ist oft jedoch die Hilfe eines professionellen IT-Experten, der dann aber etwas kostet.

Wenn dann der Trojaner oder Virus erkannt und entfernt wurde, muss der Schaden auf der Festplatte analysiert werden. Trojaner löschen die Daten meist nicht, sondern sperren sie nur. Die Dateien sollten also nach Entfernung des Trojaners wieder lesbar sein. Anders ist es bei den meisten Viren. Diese haben dem Betriebssystem mitgeteilt, dass die gesamte Festplatte zur Beschreibung freigegeben ist.


Am allerbesten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zum Datenverlust kommt. (Bild: © racorn - shutterstock.com)

Am allerbesten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zum Datenverlust kommt. (Bild: © racorn – shutterstock.com)


Um jetzt nicht die immer noch vorhandenen, aber nicht lesbaren Codierungen zu löschen, sollte der Computer nicht zu viel arbeiten, denn jede Aktion bedeutet einen Eintrag auf der Festplatte und die potenzielle Überschreibung von wertvollen Daten. Wenn trotzdem Software benötigt wird, um die Schadsoftware zu finden oder die Festplatte wieder lesbar zu machen, sollte eine externe Festplatte oder eine Partition der Rechnerfestplatte, die nicht vom Datenverlust betroffen war, als Speicherort für die Software genutzt werden.

Möglichkeiten der Datenrettung

Es gibt also zwei Möglichkeiten, wie die vermeintlich verloren gegangenen Daten gerettet, wieder sichtbar gemacht und genutzt werden können: Fühlt sich der Geschädigte in der IT-Technologie selbst fit, kann er sich eine Software von einem seriösen Anbieter besorgen, die die Wiederherstellung der Daten verspricht. Die Hersteller von Virenschutzprogrammen bieten meist auch Recovery-Programme an, die aus dem Internet heruntergeladen werden können. Damit werden alle Festplatten gecheckt und Daten gesucht, die zusammenhängen und wieder als Datei angezeigt werden können. Diese Vorgehensweise ist auch meist bei Dateien möglich, die man in den virtuellen Papierkorb geschoben und bereits endgültig gelöscht hatte.

Wem die Computerkenntnisse fehlen, sollte professionelle Hilfe von einem seriösen IT-Experten in Anspruch nehmen. So kann es auch nicht zu einer versehentlichen Datenüberschreibung bei einem Wiederherstellungsversuch kommen. Obwohl der Profi alles versuchen wird, die abhandengekommenen Daten wiederzufinden und dem Nutzer zur Verfügung zu stellen, gibt es keine Garantie dafür, dass nach der Bereinigung des Problems auch wirklich alle Dateien wieder aufgetaucht sind. Besonders aggressive Viren können eine mehrmalige Überschreibung der Festplatte ausgelöst haben, sodass nur noch wenig Material unbeschädigt geblieben sein kann.

Dem Datenverlust vorbeugen

Am allerbesten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zum Datenverlust kommt. Der erste Schritt, um ein System sicherer gegen Angriffe aus dem Internet zu machen, ist das Update der Betriebssoftware von Windows oder Mac OS, wenn Patches von den Betreibern zur Verfügung gestellt werden. Sie reagieren relativ schnell auf Schadsoftware, die gegen ihr Betriebssystem gerichtet ist. Wenn dann noch eine Antivirensoftware auf dem Rechner installiert ist, die ebenfalls aktuell gehalten wird, sind die Daten optimal geschützt.



Das Auslagern der Daten auf eine externe Festplatte hilft auch dann, wenn sich trotz aller Vorsichtsmassnahmen ein Virus oder Trojaner eingeschlichen hat. Dann gilt es schnell zu reagieren, damit der Datenverlust nicht zu gravierend ist.

 

Oberstes Bild: © Praisaeng – shutterstock.com

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