Strategie für Unternehmen: langfristig einen eigenen Content-Pool aufbauen

06.02.2015 |  Von  |  Allgemein, Marketing
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Strategie für Unternehmen: langfristig einen eigenen Content-Pool aufbauen
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Content-Marketing ist eine Strategie, welche langfristig ausgerichtet ist. So sollte bei der Planung nicht davon ausgegangen werden, dass ein Interessent gleich nach den ersten Interaktionen mit dem ausgespielten Content zum Käufer wird. Er muss dazu erst einmal Vertrauen fassen. Diese Phase der Vertrauensbildung kann nach einem positivem ersten Kontakt mehrere Monate dauern. Das Unternehmen ist beim Suchenden sozusagen auf dem Schirm. In dieser Zeit gibt es tolle Chancen, ihm durch regelmässige Veröffentlichungen neuen Contents zu zeigen, dass sich etwas tut.

Ein konstanter Content-Strom ist wichtig – er sollte über Jahre hinweg bereitgestellt werden. Bei einem so langfristig angelegtem Projekt macht es Sinn, schon bei der Content-Produktion auch an das Content-Recycling zu denken. Hier ist vor allem an die Datenablage und an ein gutes Gespür für solide Dateiformate zu denken.



Der Beginn der Content-Produktion

Ganz am Anfang kann neuer Content nur durch die eigene bzw. beauftragte Produktion entstehen. Je nach Zielgruppe werden es Formen wie Fachartikel, Videos oder Infografiken sein. Schon hier wird häufig von „hochwertigem Content“ gesprochen. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass z.B. ein Video eine Meisterleistung darstellen muss. Es soll vor allem gut strukturiert und zielführend eine Botschaft vermitteln, welche für die Zielgruppe interessant ist. Investitionen in Projekte, die der relevanten Zielgruppe keinen echten Mehrwert bieten können, müssen vermieden werden. Dies sind beispielsweise Texte, die eigentlich nur als Füllmaterial zwischen Money-Keywords dienen.

Ein gewisser Content-Stamm ist in jedem Unternehmen definitiv vorhanden. Da gibt es die eigene Unternehmensgeschichte oder die innerhalb einer Woche erledigte Arbeit als geeignetes und authentisches Material, das erzählt werden möchte. Geschichten, die die Firma schreibt, zeichnen sich durch ein hohes Identifikationspotenzial aus. Über einen Unternehmens-Blog oder einen kontinuierlich erscheinenden Video-Cast können diese natürlichen Content-Ressourcen verbreitet werden.

Thema Recycling



Ist erst einmal eine gewisse Menge Content vorhanden, dann kann für die Produktion von neuen Inhalten bereits darauf zurückgegriffen werden. Ist vor einem Jahr eine Prognose verfasst worden, bietet es sich an, diesen „Alt-Content“ erneut zu verwenden und mit der aktuellen Lage zu vergleichen. Ein gutes Beispiel für dieses Vorgehen hat die Redaktion der Sportal GmbH geliefert: Vor der neuen Fussballsaison prognostizierte die Redaktion eine Abschlusstabelle und begründete kurz die Platzierung jedes Vereins und verglich sie am Saisonende mit der Realität. In der Winterpause wurde zudem eine Zwischenbilanz gezogen. Auf die Weise wurde aus einer Prognose eine Serie von drei Artikeln.



Vielen Lesern bereitet es Vergnügen, sich mit dem Beobachten von Prognosen zu befassen. Das geht damit einher, dass die klugen Köpfe, deren Voraussagen erstaunlich gut eingetroffen sind, bewundert werden. So kann man auch über mal über Zukunftsvorstellungen schmunzeln, die sich fernab jeglicher Wirklichkeit herausstellen. Sogenanntes Content-Recycling hat daher nichts mit Wertminderung gemein, sondern stellt vielmehr die sinnvolle Nutzung von vorhandenen Möglichkeiten dar.





Content-Recycling stellt die sinnvolle Nutzung von vorhandenen Möglichkeiten dar. (Bild: Gen Epic Solutions / Shutterstock.com)

Content-Recycling stellt die sinnvolle Nutzung von vorhandenen Möglichkeiten dar. (Bild: Gen Epic Solutions / Shutterstock.com)

Um effizient arbeiten zu können, sollte man auf zwei Dinge achten:

  1. Wenn Artikel mehrere Monate oder Jahre später wieder genutzt werden sollen, müssen sie geordnet abgelegt werden. Andernfalls zehrt die ewige Suche den Vorteil wieder auf, den der Rückgriff auf schon einmal erstellte Inhalte mit sich bringt.
  2. Wurde Content abteilungsübergreifend erstellt, ist eine übersichtliche Datenablage, aber auch die Verwendung einheitlicher Dateiformate umso wichtiger. Ungünstige Konstellationen sollten tunlichst vermieden werden – dazu folgendes Szenario: Der Redakteur erstellt einen Text als Word-Datei und übergibt diese an die Layout-Abteilung, die sie in eine InDesign-Datei einfügt. Die Word-Datei wird gelöscht. Ein Jahr darauf möchte der Redakteur den Text zum Teil wiederverwenden und erhält eine InDesign-Datei. Da aber eine Lizenz für InDesign viel Geld kostet, hat nur die Layout-Abteilung dieses Programm zur Verfügung – der Redakteur muss sich selbst weiter helfen. Solche Reibungsverluste können durch vernünftige Organisation und die Nutzung einheitlicher Dateiformate minimiert werden.

Das gegenwärtig weite Feld der Dateiformate

Die Probleme, die das aktuelle bunte Feld von Dateiformaten mit sich bringt, beschäftigen hauptsächlich die Verlage, genauer gesagt die Fachverlage, und das zunehmend. Dort wird exklusiver Content produziert und verkauft, wobei sich die Frage nach dem Dateiformat immer stellt. Es passiert nicht selten, dass unheimlich viel Geld allein für die Dienstleistung fliesst, das Format so umzuwandeln, dass es für den Abnehmer zu nutzen ist. Es geht nicht um den Verkauf von Erst- oder Zweitveröffentlichungsrechten, sondern einzig und allein um die Formatumwandlung.

Gut möglich, dass es bald zur Einführung eines Standards kommt, der künftig auch für kleinere Unternehmen oder Freelancer zum Mass der Dinge wird. Das wäre nicht die erste Neuerung im digitalen Zeitalter, über deren Auswirkungen man schon frühzeitig nachdenken sollte. Stets ein Auge auf die weiteren Vorgänge in diesem Bereich zu haben, schadet mit Sicherheit nicht.



 

Oberstes Bild: Ein konstanter Content-Strom ist wichtig – er sollte über Jahre hinweg bereitgestellt werden. (© marekuliasz / Shutterstock.com)

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