Schweizer Privatvermögen wachsen weiter

22.11.2014 |  Von  |  Finanzen
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Dass die Schweiz zu den wohlhabendsten Ländern der Welt gehört und ihre Bürger in hohem Masse am gesellschaftlichen Wohlstand partizipieren, hat im vergangenen Frühjahr die OECD-Studie „Gesellschaft auf einen Blick 2014“ eindrucksvoll belegt. Eine Publikation der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zeigt jetzt, in welchem Umfang die Privatvermögen der Schweizer im Jahr 2013 wuchsen.

Die SNB-Erhebung beruht auf Datenmaterial vom Jahresende 2013. Demnach verfügte der Durchschnittsschweizer im letzten Jahr über ein Privatvermögen von 391’000 Franken – 15’000 Franken mehr als im Jahr zuvor. Die Gründe für den Zuwachs finden sich vor allem in steigenden Aktienkursen und höheren Immobilienpreisen.



Schweizer Privatvermögen 2013 – unterm Strich ein Plus von 5 %

Das Reinvermögen aller privaten Haushalte in der Schweiz – also das finanzielle Guthaben plus Immobilienvermögen abzüglich bestehender finanzieller Verpflichtungen – ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 5 % auf 3186 Milliarden Franken angewachsen. Auch 2012 hatten die Schweizer mit ihrer Vermögensentwicklung bereits eine Bestmarke erreicht. Für den Vermögenszuwachs spielten Kapitalgewinne aus Aktiengeschäften sowie aus kollektiven Kapitalanlagen eine zentrale Rolle – sie stehen für ein Plus von 59 Milliarden Franken. Auch der Wert von Wohnimmobilien hat im vergangenen Jahr um 4,6 % oder 77 Milliarden Franken zugenommen und belief sich zum Jahresende 2013 auf insgesamt 1739 Milliarden Franken. Um welche Art von Wohnimmobilien es sich dabei handelte, war für den Wertzuwachs nebensächlich. Sowohl der Wert von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen als auch der von Mehrfamilienhäusern mit Mietwohnungen war im Laufe des Jahres gestiegen.

Finanzielle Verpflichtungen der Schweizer – vor allem Hypothekardarlehen

Auch die finanziellen Verpflichtungen der Privathaushalte nahmen 2013 jedoch zu. Der Zuwachs belief sich hier auf 3,3 % – in absoluten Zahlen: um 25 Milliarden auf insgesamt 766 Milliarden Franken. Bedingt wurde er vor allem durch Hypothekardarlehen, deren Volumen um 24 Milliarden auf 712 Milliarden Franken angewachsen ist. Immobilienkredite machen damit rund 90 % der privaten Kreditbelastungen der Schweizer aus. Den Immobiliensektor betrachtet die SNB bereits seit geraumer Zeit recht aufmerksam und kritisch, warnte mehrfach vor einer Überhitzung und mahnt die Banken zu Zurückhaltung bei der Vergabe von Hypothekardarlehen, was sich inzwischen in einer spürbaren Abkühlung des Immobilienmarktes niederschlägt. Das Volumen von Konsumentenkrediten belief sich 2013 auf 15 Milliarden Franken und war damit im Jahresvergleich stabil. Andere private Kredite beliefen sich – mit einem Plus von einer Milliarde Franken – auf 29 Milliarden Franken.



Private Bankeinlagen wachsen trotz des Zinstiefs weiter

Angesichts des Zinstiefs ist bemerkenswert, dass auch die privaten Bankeinlagen der Schweizer weiter wachsen – im Jahr 2013 um 35 Milliarden auf 706 Milliarden Franken. Die privaten Haushalte stockten nicht nur ihre Spareinlagen bei den Banken weiter auf, sondern schichteten zum Teil sogar Vermögenswerte von Wertpapieren in Bankguthaben um. Hier mögen Sicherheitsaspekte und die Nachwehen der letzten Krise eine zentrale Rolle spielen, hat jene doch nicht nur das Vertrauen in die Banken, sondern auch in den „Erfolg der Märkte“ nachhaltig erschüttert. Der aktuelle Trend zu Bankguthaben legt zumindest für 2013 jedoch nahe, dass Schweizer Banken bei ihren Kunden nach wie vor einen Vertrauensvorschuss haben. Schuldtitel standen bei den Schweizern im vergangenen Jahr dagegen weniger hoch im Kurs – viele Inhaber solcher Papiere setzten auf Verkauf. Zum Jahresende umfasste der entsprechende Bestand noch ein Gesamtvolumen von 103 Milliarden Franken – 13 Milliarden weniger als im Vorjahr.

Laut einer SNB-Publikation konnten sich Schweizer Privathaushalte im Jahr 2013 über einen beachtlichen Vermögenszuwachs freuen. (Bild: photogearch / Shutterstock.com)

Laut einer SNB-Publikation konnten sich Schweizer Privathaushalte im Jahr 2013 über einen beachtlichen Vermögenszuwachs freuen. (Bild: photogearch / Shutterstock.com)

Aktien- und Fondsvermögen befinden sich ebenfalls im Plus

Selbstverständlich setzten nicht alle Schweizer auf die Sicherheit von Bankeinlagen. Der positive Börsentrend führte auch zu einem Anstieg der Aktienvermögen. Im Fokus der privaten Haushalte standen hier kollektive Kapitalanlagen – also Aktien- und andere Kapitalmarktfonds, die im Untersuchungszeitraum um 14 Milliarden auf ein Gesamtvolumen von 194 Milliarden Franken angewachsen waren. Aktienverkäufe tätigten private Anleger im Umfang von fünf Milliarden Franken. Der Marktwert der Aktien von Privatanlegern zeigte Ende 2013 einen grundsätzlich positiven Saldo – mit einem Zuwachs um 40 Milliarden auf insgesamt 267 Milliarden Franken.



Altersvorsorge-Guthaben – ein wichtiger Vermögensposten



Auch Ansprüche gegenüber Pensionskassen und Versicherungen machten einen wichtigen Posten innerhalb der Schweizer Privatvermögen aus. Insgesamt beliefen sie sich zum Jahresende 2013 auf 919 Milliarden Franken – mit einem Plus von 29 Milliarden Franken im Vergleich zum Vorjahr. Laut Einschätzung der SNB wird dieser Trend vor allem durch die Beiträge zu den Pensionskassen sowie die Verzinsung der Altersvorsorge-Guthaben begründet.

Setzt sich der Wachstumstrend bei den Privatvermögen auch in Zukunft fort?

Spannend wäre natürlich auch ein Ausblick in die Zukunft. 2013 befand sich die Schweiz in einem „sicheren“ konjunkturellen Hoch, die Daten der Wirtschaftsforscher wiesen fast ausnahmslos auf weiteres Wachstum hin. Aktuelle Zahlen legen nahe, dass sich die ökonomische Lage derzeit zumindest der Tendenz nach eintrübt. Verantwortlich dafür sind das wirtschaftliche Umfeld in Europa, die schwächelnde globale Konjunktur, aber auch Standortfragen, die sich aus den diversen wirtschaftlich relevanten Volksinitiativen ergeben. Auf die Vermögensentwicklung der Schweizer dürften solche Faktoren zwar im laufenden Jahr noch keinen nachhaltigen Einfluss haben – die Frage ist eher, ob sie 2013/2014 einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat oder ob sich der positive Trend auch in absehbarer Zukunft fortsetzt.




 

Oberstes Bild: © TADDEUS – Shutterstock.com


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