Forderungsbeitreibung – was Gläubigern zu raten ist

26.09.2014 |  Von  |  Finanzen
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Forderungsbeitreibung – was Gläubigern zu raten ist
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Geht es um Inkasso, sehen viele Schuldner rot. Schuld daran ist meist nicht nur das Unvermögen, offene Schulden in einem Ritt zu begleichen, sondern oftmals auch das unglaublich dreiste Auftreten der Inkasso-Firmen. Neben einer grossen Masse absolut seriöser Dienstleister für die Forderungseintreibung fallen hier immer wieder auch die schwarzen Schafe der Inkasso-Branche auf. Unternehmen wie Intrum Justitia fügen dem Ruf einer ganzen Branche erheblichen Schaden zu.

Dieser Schaden bleibt jedoch nicht nur bei den zugelassenen Geldeintreibern selbst hängen. Auch die beauftragenden Unternehmen setzen sich dem Ruf der unseriösen Geldbeitreibung aus, wenn sie windige Inkasso-Dienstleister mit dem Eintreiben offener Forderungen beauftragen. Besonders dann, wenn ein Unternehmen auch über sein Produkt- oder Leistungsportfolio hinaus einen guten Ruf zu verteidigen hat, ist die Wahl der richtigen Inkasso-Firmen für die öffentliche Wahrnehmung ausserordentlich wichtig.



Was ein Inkasso-Dienstleister eigentlich ist

Eine kleine Zahl von Inkasso-Unternehmen massen sich Rechte an, die ihnen eigentlich gar nicht zustehen, und verwundern mit eigenwilligen bis an die Grenze rechtswidrigen Handelns reichenden Offerten gegenüber den Schuldnern. Der Ärger der vermeintlichen oder tatsächlichen Schuldner bezieht sich dann leider nicht nur auf die fragwürdigen Methoden so manches Inkasso-Dienstleisters, sondern eben auch auf die Unternehmen, die auf diesem Weg berechtigte oder unberechtigte Forderungen eintreiben wollen.

Grundsätzlich ist es gut zu wissen, dass Inkasso-Unternehmen letztlich weiter nichts sind als Schreibdienstleister. Sie nehmen den beauftragenden Firmen die aufwendige Arbeit der Schuldeneintreibung auf dem Postweg ab und stellen dafür natürlich auch Gebühren in Rechnung. Erst wenn der postalische Verkehr nicht zum Ergebnis führt, können auch Inkasso-Firmen den Weg zur Betreibung von Forderungen über das Gericht gehen. Daher müssen Inkasso-Unternehmen auch behördlich zugelassen sein.

Inkasso-Dienstleister sind also letztlich nur der verlängerte Arm eines Unternehmens, das offene Forderungen eintreiben will. Etwas anders verhält es sich mit Schuldeneintreibern, die Forderungen von Unternehmen aufkaufen. Das tut beispielsweise auch Intrum Justitia. Mit dem Aufkaufen der Forderungen fällt die Forderung an den Aufkäufer, in diesem Fall an den Inkasso-Dienstleister. Der fungiert dann als neuer Gläubiger und kann versuchen, die offenen Forderungen einzutreiben, natürlich ohne Gebühren.




Für Gläubiger die Qual der Wahl

Haben Unternehmen gegenüber Kunden offene Forderungen einzutreiben, versuchen sie dies zunächst selbst. Das geschieht meist auf dem Weg von Zahlungserinnerungen und Mahnungen. Erst dann, wenn dieser Weg ausgeschöpft scheint, greifen viele Gläubiger auf die Dienste von Inkasso-Firmen zurück, um sich so der lästigen Schreibarbeit und Dokumentation zu entledigen.

Haben Unternehmen gegenüber Kunden offene Forderungen einzutreiben, versuchen sie dies zunächst selbst. (Bild: LuckyImages / Shutterstock.com)

Haben Unternehmen gegenüber Kunden offene Forderungen einzutreiben, versuchen sie dies zunächst selbst. (Bild: LuckyImages / Shutterstock.com)

Für Gläubiger ist die Auswahl der betreibenden Inkasso-Unternehmen nicht immer einfach. Eine schier unüberschaubare Meute an Geldeintreibern tummelt sich allein schon im Internet. In Hochglanzbroschüren werden die Leistungen vollmundig beschrieben, natürlich angeblich immer schön auf dem Boden des Gesetzes. Was hinter den Kulissen abläuft, steht nur selten im Netz. Hier sind die beauftragenden Unternehmen oftmals auf Glück, ein gutes Bauchgefühl oder fremde Erfahrungen angewiesen.



So wird für die Gläubiger die Wahl der richtigen Inkasso-Dienstleister zur wahren Qual. Ist dann einmal ein Dienstleister gefunden, werden gern auch schnell Dienstleistungs-Verträge abgeschlossen, die das Eintreiben aller offenen Forderungen eines Unternehmens durch denselben Inkasso-Dienst beinhalten. Das vereinfacht letztlich auch die Zusammenarbeit von Gläubigern und Inkasso-Diensten. Und davon profitieren letztlich auch unseriöse Geldeintreiber, die die Schuldner nicht nur mit Briefen oftmals unlauteren Inhalts, sondern erstaunlicherweise auch mit E-Mails, SMS oder gar persönlichen Besuchen unter Druck setzen. Dieses Unter-Druck-Setzen ist allerdings in vielen Fällen äusserst unseriös bis hin an die Grenzen der Nötigung. Solche Machenschaften fallen dann auch auf die beauftragenden Gläubiger und deren Vertrauensstellung zurück. Also Hände weg von Inkasso-Unternehmen, die in der öffentlichen Wahrnehmung als wenig seriös gelten.



Was Gläubigern zu raten ist

Haben Unternehmen oder andere Gläubiger offene Forderungen einzutreiben, sollten sie bei der Auswahl der Inkasso-Dienstleister äusserst bedacht und umsichtig vorgehen. Jede fragwürdige Praxis der schwarzen Schafe in der Branche fällt letztlich auch auf die Gläubiger zurück.

So kann es ein erster Schritt sein, nach Inkasso-Unternehmen im Internet zu recherchieren. Hier sollte dann nicht der erstbeste Dienstleister gewählt und beauftragt werden. Die Gefahr, trotz vollmundiger Leistungsbeschreibungen an ein schwarzes Schaf der Branche zu geraten, ist verhältnismässig hoch.

Fertigen Sie sich zunächst eine Liste von Inkasso-Dienstleistern an, die für Sie generell infrage kommen. Empfehlenswert sind hier Anbieter, die in Ihrer räumlichen Nähe liegen und so auch einen persönlichen Kontakt erlauben.

Aufgrund der Präferenzliste prüfen Sie dann die öffentliche Wahrnehmung der ausgewählten Inkasso-Dienstleister. Damit sichern Sie auch eine unbeschwerte Wahrnehmung Ihres eigenen Unternehmens. Der einfachste Weg dazu ist, im Internet beispielsweise mit den Suchbegriffen „Inkasso XXX Erfahrungen“ zu suchen. Sicherlich ist kein Empfänger von Inkasso-Briefen glücklich, dementsprechend fragwürdig sind natürlich auch die Verlautbarungen in entsprechenden Foren. Allerdings haben Sie hier die Chance, einzelne Vorgänge zu verfolgen, und können sich so ein Bild von der Arbeit des jeweiligen Unternehmens machen. Haben Sie dabei ein ungutes Gefühl im Magen, dann lassen Sie von solchen Inkasso-Anbietern ab. Zusätzlich können Sie sich über den Branchenverband VSI Informationen zu einzelnen Inkasso-Dienstleistern einholen.




 

Oberstes Bild: © KieferPix – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus…die Berater.

Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.

Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt – die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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