Frauen in den Vorständen: Schnell drin, oftmals genauso schnell wieder draussen

25.07.2014 |  Von  |  Organisation
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Frauen in den Vorständen: Schnell drin, oftmals genauso schnell wieder draussen
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Die Debatte um Frauenquoten in den Unternehmensvorständen läuft weiter und längst ist kein Ende dieser Diskussion abzusehen. Während sich einige Herren in der einstigen Männerwelt der Vorstände vom weiblichen Einfluss in die Enge gedrängt fühlen, lassen so manche Frauen die Quotendiskussion nicht zu. Für die weibliche Intelligenz, Führungskraft und Intuition in den Vorstandsetagen grosser, mittlerer und kleiner Unternehmen braucht es keine Quote, sondern lediglich die Einsicht der Männerwelt, dass Frauen nicht automatisch die schlechteren Führungskräfte sind. Im unteren und mittleren Management hat sich das längst herumgesprochen.

Reserven hingegen zeigen sich nach wie vor in den Vorständen der Grossunternehmen. Das liegt nicht nur daran, dass Ausschreibungen oftmals so gefasst werden, dass Frauen hier kaum Fuss fassen können. Viele Vorstandsfrauen verlassen recht schnell auch wieder die Männer-Domäne Vorstand. Die Gründe dafür werden selten schlüssig angegeben. Meist werden hier „persönliche Gründe“ vorgeschoben. Auffällig bei den Wechselspielchen erscheint jedoch, dass Frauen zumeist dann recht schnell wieder gehen (müssen), wenn sie sich in ihrem Führungsverständnis allzu weit von den Ansichten der männlichen Konkurrenten unterscheiden.



Deutsche Beispiele für den Frauen-Exodus in den Vorständen

Deutsche Grossunternehmen zeigen, wie schwer es Frauen haben können, erst einmal einen Vorstandsposten in den Unternehmen zu ergattern. Und einige Beispiele zeigen auch, wie schnell Frauen aus solchen Posten wieder entfernt werden. Wobei sie in der öffentlichen Wahrnehmung natürlich freiwillig ihren Vorstandsposten räumen. Was ebenfalls auffällig erscheint, ist die Tatsache, dass viele Frauen praktisch von einer hochdotierten Management-Position in dem einen Unternehmen in die Vorstandsriege eines anderen Unternehmens wechseln. Echte Newcomer(innen) sind hier eher selten anzutreffen.

Hier einige Beispiel zu den durchaus kurzen Karrierezeiten deutscher Frauen in den Vorständen:

Deutsche Post – Wenn Personalarbeit nicht ankommt



Erst Anfang Juli 2014 wirft Angela Titzrath ihren Posten als Personalvorstand der Deutschen Post AG hin. Als Begründung werden „persönliche Gründe“ genannt, von der Unternehmensspitze fehlt ein erklärender Kommentar. Dabei war Titzrath erst seit 2012 bei der Post. Gekommen ist die smarte Managerin von Daimler. Auffällig wurde sie bei der Deutschen Post durch den jüngsten Tarifabschluss, der auch beim Verhandlungspartner Gewerkschaft Verdi gut ankam. Auch wenn sie sich damit bei Mitarbeitern und Verhandlungspartnern einen guten Stand verschafft hatte, waren die Abschlüsse beim sonstigen Post-Vorstand überhaupt nicht gern gesehen. Vielleicht ist auch das der „persönliche Grund“, der letztlich wieder einmal eine Frau aus einem Top-Vorstand verschreckt hat.

SAP – Arbeitsdirektorin an Flugreisen gescheitert

Auch beim Software-Giganten SAP bleibt der Vorstand in Bewegung. Auch hier waren es nach aussen „persönliche Gründe“, die die Arbeitsdirektorin Angelika Dammann 2011 in die Flucht trieben. Eher wahrscheinlich ist, dass es zu Querelen wegen der vertraglich vereinbarten regelmässigen Heimreisen via Flieger kam. Und so ging eine Vorstands-Dame bereits nach einem Jahr wieder ihre eigenen Wege. Ihre Aufgaben füllt der SAP-Chef Bill McDermott jetzt selbst mit aus.

Siemens – Abschied mit 6,5 Millionen „Schmerzensgeld“

Brigitte Ederer rückte ebenfalls 2010 in eine Vorstandsposition auf. Die ehemalige SPÖ-Sekretärin wagte den Schritt in die Siemens-Vorstandsetage. 2013 musste Ederer gehen. Da ihr Vertrag jedoch vorzeitig beendet wurde, geht mit ihr eine satte Abfindung von mehr als 6,5 Millionen Euro. So berichteten es zumindest österreichische Medien.

Deutsche Telekom – das kurze Wunder von Bonn



Fast auf einen Schlag katapultierte die Deutsche Telekom ihren Frauenanteil im Vorstand auf sagenhafte 30 %. Kurz nacheinander besetzten Marion Schick und Claudia Nemat Vorstandsposten im Telekommunikationsgiganten. Das Wunder von Bonn währte nicht lange. Im April 2014 gab Marion Schick ihren Posten im Personalressort bereits wieder auf. Auch hier währte die Vorstands-Karriere in einem Dax-Unternehmen alles andere, nur nicht lange.

Eon – Mann krank, Vorstandposten aufgegeben

Regine Stachelhaus wechselte 2010 vom Posten der Unicef-Chefin in den Eon-Vorstand. Damals war sie dort die erste Frau. Drei Jahre lang kämpfte sich Stachelhaus durch das oberste Management und gab dann vorzeitig auf. Offizieller Grund: Eine Erkrankung ihres Ehemannes.

Auffällige Wechsel von einer Führungsposition in eine andere

Was an allen Beispielen auffällt ist, dass die Frauen in den kurzen Vorstandspositionen zuvor bereits schon anderweitig an der Spitze von Unternehmen oder Organisationen standen. Das bedeutet letztlich, dass Karrierefrauen hier eher kreiseln, als dass neue weibliche Führungskräfte in Erscheinung treten. Ebenso auffällig ist, dass die Frauen oftmals nicht lange auf dem Chefsessel bleiben. Zumindest nicht in den grossen Unternehmen. Im Mittelstand und bei den kleineren, familiengeführten Unternehmen sieht das schon anders aus. Hier kann eine wesentlich längere Verweildauer der Frauen im oberen Management registriert werden. Die politische Zielstellung einer festen Frauenquote wird damit im Kern allerdings verfehlt.



In der Politik sind Wechselspielchen auch beliebt

Auch in der Politik sind die Wechselspielchen der Frauen auf den unterschiedlichen Posten sehr beliebt. Auch hier darf das Beispiel Deutschland herhalten. Unter Kanzlerin Merkel kamen vor Jahren einige neue weibliche Gesichter auf die Ministerposten. Einige davon sind noch da. Beispielsweise Parteigefolgsfrau Ursula von der Leyen, die nach der letzten Wahl aus dem Arbeitsministerium ins Verteidigungsministerium wechselte. Trotzdem bleibt die Stelle im Ministerium für Arbeit und Familie fest in Frauenhand.

Was sich folgern lässt, muss dem Leser jetzt selbst überlassen werden. Fest steht jedoch, dass die sogenannte Frauenquote, die längst auch die Schweiz erreicht hat, ihre inhaltlichen Ziele so nicht erreichen kann.



 

Oberstes Bild: © Pressmaster – Shutterstock.com



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Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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