Inhalte für die Ewigkeit: Evergreen Content

18.06.2015 |  Von  |  Web
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Inhalte für die Ewigkeit: Evergreen Content
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Nur der Begriff ist wirklich neu: Evergreen Content, das klingt griffig und modern und meint dennoch nur Inhalte, die auch nach Jahren noch relevant und interessant sind. Diese Informationen so aufbereiten, dass sie von Einsteigern verstanden werden, aber ebenso auch für Fachleute interessant sind.

Evergreen Content beantwortet allgemeine Fragen, stellt zeitlose oder periodisch aktualisierte Informationen zur Verfügung und eignet sich damit ideal, um die eigene Expertise unter Beweis zu stellen. Und gerade deswegen ist Evergreen Content kein Selbstläufer, sondern erfordert eine intensive Auseinandersetzung – oft über Jahre hinweg.

Es ist ein verständlicher Wunsch, dass Content möglichst lange relevant und interessant sein soll, schliesslich ist die Erstellung mit zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden – und das soll sich auszahlen. Evergreen Content bringt diesen Wunsch auf eine einfache Formel: Immergrün, das klingt nach zeitloser Relevanz, nach dauerhaft steigenden Zugriffszahlen, kurz: nach einem Perpetuum mobile in Sachen Content. Und tatsächlich, es ist möglich, zeitlose Inhalte zu erstellen, die auch nach Jahren noch Besucher anziehen und begeistern. Es macht nur etwas mehr Mühe bei Erstellung und Pflege.

Eine Definition: immergrüne Inhalte

Üblicherweise wird Evergreen Content definiert als Content, der immer aktuell und relevant ist. Heute, morgen und in drei Jahren. Wikipedia bietet beispielsweise viele solcher immergrünen Inhalte, was natürlich daran liegt, dass eine Enzyklopädie per Definition ein Nachschlagewerk ist, das wenig aktuellen Strömungen ausgesetzt ist (von aktuellen Ereignissen natürlich abgesehen). Wikipedia ist aber auch in Bezug auf die weiteren Anforderungen an Evergreen Content ein Paradebeispiel, denn gerade die exzellenten Artikel dort weisen eine Vielzahl von Editoren und Überarbeitungen auf, bis aus einem ersten Artikelentwurf ein exzellenter Artikel für die Ewigkeit wurde.

Dieses iterative Vorgehen bei der Content-Erstellung und -Überarbeitung ist eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, Content zu erschaffen, der möglichst lange wirkt. Inhalte müssen regelmässig überarbeitet und aktualisiert werden, um Veränderungen und neue Erkenntnisse abzubilden, und auch bei der Präsentation des Evergreen Contents kommt es darauf an, diesen so zu präsentieren, dass er auf der Startseite schnell gefunden und nicht von neueren Posts verdrängt wird.


Üblicherweise wird Evergreen Content definiert als Content, der immer aktuell und relevant ist. (Bild: © Monkey Business Images - shutterstock.com)

Üblicherweise wird Evergreen Content definiert als Content, der immer aktuell und relevant ist. (Bild: © Monkey Business Images – shutterstock.com)


Kein (reiner) Expertencontent: Evergreen Content

Doch diese Faktoren alleine machen noch keinen erfolgreichen Evergreen Content aus. Auch hier kann Wikipedia wieder zur Illustration dienen, denn auch wenn das Portal aus vielen zeitlosen (und oft sehr fachspezifischen) Artikeln besteht, die regelmässig aktualisiert werden, sind vor allem Einsteiger in ein Thema häufig überfordert von der inhaltlichen Darstellung. Zwar kann über die internen Verlinkungen notwendiges Grundwissen nachgeholt werden, der praktische Mehrwert ist jedoch oft begrenzt. Was bei Wikipedia zwar unkritisch ist (da hier der Fokus auf einer möglichst vollständigen lexikalischen Beschreibung des jeweiligen Begriffes liegt), im eigenen Content jedoch bedeutet, dass Einsteiger aussteigen und lieber eine andere Seite aufrufen.

Wer also auf seinen eigenen Seiten Content anbieten will, der aufgrund seiner Qualität und Quantität zu einem Evergreen werden soll, der auch in einem Jahr, in zwei, fünf Jahren noch gelesen (und geteilt) wird, sollte nicht die Basis vernachlässigen: die Leser und Besucher, die auf der Suche nach einfachen Antworten für einfache Fragen sind. Natürlich ist es verlockend, ein Thema in aller Tiefe darzustellen, um die eigene Expertise nachzuweisen und erkennbar werden zu lassen. Und oft ist das auch sinnvoll, insbesondere dann, wenn es sich um ein Thema handelt, zu dem es im Internet bisher wenig oder keinen hochwertigen (im Sinne von korrektem, zeitlosem und informativem) Content gibt. Dennoch sollten gerade Content-Autoren mit ausgeprägtem Fach- oder Erfahrungswissen versuchen, auch Einsteiger in die Materie dort abzuholen, wo sie stehen: ganz am Anfang.

Weiteres wichtiges Kriterium: Zeitlosigkeit

Klassischerweise sind Evergreens Lieder, die seit Generationen gehört und geliebt werden. Sie sind also im besten Sinne zeit- und alterslos, keinen Moden unterworfen oder einfach darüberstehend. Soll dieses Prinzip auf Webcontent übertragen werden, lässt sich vor allem die Zeitlosigkeit am ehesten sicherstellen, indem die Informationen sowohl bei der Erstellung wie auch bei den erforderlichen regelmässigen Überarbeitungen und Revisionen danach selektiert werden, dass sie möglichst zeitlos sind.


Klassischerweise sind Evergreens Lieder, die seit Generationen gehört und geliebt werden. (Bild: © Erin Cadigan - fotolia.com)

Klassischerweise sind Evergreens Lieder, die seit Generationen gehört und geliebt werden. (Bild: © Erin Cadigan – fotolia.com)


Das schliesst nicht pauschal die Integration aktueller Nachrichten bei Evergreen Content aus, solange diese – etwa in Form regelmässiger Updates – aktualisiert werden. Oftmals ist es in der Praxis jedoch sinnvoller und verspricht mehr nachhaltigen Erfolg bei der Zielgruppe, wenn aktuelle Nachrichten und relevante Ereignisse in einem eigenen Newsbeitrag vorgestellt werden und von diesem aus auf den zeitlosen (und einsteigerfreundlichen) Evergreen Content verlinkt wird. So kann man etwa in sozialen Netzwerken auch älteren und alten Content teilen, wenn er zu aktuellen Ereignissen passt.

Was will die Zielgruppe wissen

Die Erstellung erfolgreichen Evergreen Contents setzt eine genaue Analyse der Zielgruppe und ihrer Erwartungen voraus. Je genauer ermittelt werden kann, welche Fragen die Zielgruppe beschäftigen, desto besser kann der Content darauf optimiert werden. Informationen dazu liefern Analysen von Suchanfragen ebenso wie persönliche Gespräche oder direktes Feedback von Kunden oder Besuchern.

Diese Analyse ist anspruchsvoll und setzt die Bereitschaft voraus, sich langfristig mit dem eigenen Content zu beschäftigen und nötigenfalls einen Artikel umzuschreiben. Einmal, zweimal, immer wieder. Solange, bis alle Fragen so beantwortet werden, dass die Erklärungen auch ohne Vorwissen verstanden werden (können). Wer unsicher ist, sollte direkt fragen, um Kommentare bitten oder eine Umfrage einbinden, über die die Leser abstimmen können, welche Artikel sie als besonders hilfreich empfinden.

Und nicht zuletzt muss Evergreen Content auch als solcher möglichst prominent präsentiert werden, etwa in Form eines Permalinks auf der Startseite, der direkt erreichbar ist. Auch eine zusätzliche Verlinkung im Seitenfooter sorgt dafür, dass Besucher den Content schnell und ohne langes Suchen finden können.

Fazit

Evergreen Content ist arbeitsintensiv und kein Selbstläufer, doch er bietet die Chance, sich langfristig eine gute Reputation zu erarbeiten, bei den menschlichen Besuchern ebenso wie bei Google & Co. Zwar ist eine regelmässige Pflege unverzichtbar, doch der Aufwand lohnt sich durchaus, denn sind gute Inhalte mit dauerhaftem Mehrwert erstellt, werden sie auf Sicht viele Besucher anziehen und überzeugen.

 

Oberstes Bild: © Coloures-pic – fotolia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.


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