Teambildung in Start-ups

31.03.2014 |  Von  |  Organisation
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Teambildung in Start-ups
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Wenn ein Unternehmen neu auf die Beine gestellt wird, werden für die Erfüllung der angebotenen Leistungen natürlich auch Arbeitskräfte gebraucht. In der Regel werden die Beschäftigten nach unterschiedlichen Gesichtspunkten in Teams zusammengestellt. Dabei ist von Beginn an die richtige Struktur, Grösse und Ausrichtung der Teams eine entscheidende Bedingung für erfolgreiches Arbeiten im Unternehmen.

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit Möglichkeiten der Teambildung in neu gegründeten Unternehmen. Das Fehlen bereits fest gefügter Strukturen und Hierarchien in jungen Unternehmen macht die Teambildung nicht einfacher. Deshalb untersuchen wir hier unterschiedliche Zusammenhänge.



Nach welchen Gesichtspunkten können Teams zusammengestellt sein?

Grundsätzlich kommen für die Neuaufstellung von Teams zwei Möglichkeiten in Betracht. Entweder Sie stellen die Teams nach Aufgabenbereichen im Unternehmen zusammen oder Sie bilden von Beginn an interdisziplinäre Teams als bevorzugte Form der kollektiven Arbeit. Welche Möglichkeit im Einzelfall bevorzugt wird, hängt nicht unwesentlich vom Inhalt der Leistungen des neuen Unternehmens ab. Dabei ist nicht zu verleugnen, dass die Teamzusammensetzung nach Aufgabebereichen einfacher ist, die Teambildung mit interdisziplinärer Ausrichtung aber meist flexibler und langfristig erfolgreicher.

Hier sollten die Unternehmensspitzen schon zum Start des Unternehmens genau wissen, was sie wollen. Spätere Umstrukturierungen in den Teams oder in der gesamten Unternehmensstruktur führen zu Verunsicherung und grosser Unruhe im Unternehmen. Hier müssen echte Grundsatzentscheidungen getroffen werden.

Wie soll das Team zusammengestellt werden?



Für die Teambildung und für die spätere Teamentwicklung ist es günstig, wenn die Mitarbeiter in einem Team neben der beruflich bedingten Grundqualifikation über verschiedene zusätzliche Qualifikationen in unterschiedlicher Ausprägung verfügen. Diese Unterschiede in der Vorbildung ermöglichen spätere Synergien im Team, die sich günstig auf das Ergebnis der Arbeit auswirken. Ausserdem ist es günstig, wenn auch ein unterschiedlich grosser Erfahrungsschatz der einzelnen Teammitglieder zu einer gewissen Multiplikation von Erfahrungen führt.

Nur Neueinsteiger im Team sind genauso ungünstig wie eine Teamzusammensetzung, die nur aus „alten erfahrenen Hasen“ besteht. Waren früher sogenannte homogene Arbeitsgruppen erwünscht, sind sie heute meist eine Bremse für die spätere Unternehmensentwicklung. Stellen Sie also neue Teams gemischt nach zusätzlichen Qualifikationen, Alter, Erfahrung und nach Möglichkeit auch in einer ausgewogenen Geschlechtermischung zusammen. Damit ergeben sich günstige Voraussetzungen für die spätere Teamentwicklung.

Wer wird Teamleiter?



Das ist eine durchaus interessante Frage mit weitreichender Wirkung. Immerhin gehören die Teamleiter letztlich auch zur Leitungshierarchie eines Unternehmens mit allen Nebenwirkungen. Hier ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Nicht zuletzt hat die Arbeit des Teamleiters auch weitreichende Wirkungen auf das Gesamtteam und dessen Leistungsfähigkeit.





Teamleiter. (Bild: skvoor / Shutterstock.com)

Teamleiter. (Bild: skvoor / Shutterstock.com)

Kluge Unternehmen bilden zunächst Teams und legen dafür einen kommissarischen Teamleiter fest. Dieser trägt in der Startphase die Verantwortung für die Arbeit des Teams, muss aber nicht automatisch der feste Teamleiter sein und bleiben. Andere Unternehmer lassen die Teamleitung kreisen. Das bedeutet, dass jedes Mitglied eines Teams für einen gewissen Zeitraum die Teamleitung übernimmt. So stellt sich auch schnell heraus, wer am besten zur Teamführung befähigt und von den Teammitgliedern in dieser Position anerkannt ist. In jedem Fall ist es wichtig, dass der Teamleiter gut mit seinem Team harmoniert und sowohl fachlich als auch persönlich zur dauerhaften Teamleitung befähigt ist.

Empfohlen wird, das Team zeitweise kommissarisch führen zu lassen, um zu einem festgelegten Zeitpunkt den letztendlichen Teamleiter zu bestimmen. Die Bestimmung des Teamleiters kann durchaus durch den übergeordneten Leiter oder durch die Unternehmensspitze erfolgen. Günstiger ist es allerdings, wenn der spätere Teamleiter vom Team selbst gewählt wird. Dann nämlich funktioniert das Zusammenspiel von Teammitgliedern und Teamleiter in aller Regel am besten. Um die fachliche Qualität der Arbeit zu sichern, können die Vorgesetzten einzelne geeignete Personen aus dem Team für die Leitungsfunktion vorschlagen. Damit können selbst bei demokratischen Verfahren die Interessen der Führungskräfte mit durchgesetzt werden.

Die ungünstigste Lösung ist es, einem neu entstandenen Team im Nachgang eine bisher nicht im Team verankerten Teamleiter vorzusetzen. Das schafft zumindest versteckte Unzufriedenheit und schürt unnötige Diskussionen im Betrieb.

Geht es denn nicht auch ohne Team und Teamleiter?

Selbstverständlich kann ein Unternehmen auch ohne feste Teams und entsprechend verantwortliche Teamleiter arbeiten. Dann gibt es eben nur Arbeiter und Angestellte und die Beschäftigten aus den unterschiedlichen Leitungshierarchien. Modern und zukunftsweisend ist eine solche Struktur allerdings nicht. Mitarbeiter, die nur eine Position besetzen, aber nicht in feste Teams eingebunden sind zeigen sich schnell unzufrieden und sind in ihrer Arbeitsleistung insgesamt meist nicht langfristig erfolgreich.

Eine feste Verankerung in Arbeitsgruppen bietet Vorteile für die Entwicklung jedes einzelnen Arbeitnehmers. Das ist eine Chance, die sich moderne Unternehmen nicht nehmen lassen. Besonders erfolgreich sind Teams mit mindestens fünf und höchstens zwölf Teammitgliedern inklusive des Teamleiters. Kleinere Teams sind eher ungünstig, grössere Teams hingegen schlecht zu leiten und meist auch wenig strukturiert. Letzteres gilt übrigens auch für Arbeitsgruppen ohne Leiter. Ein altes Sprichwort sagt „Wie die Leitung so die Leistung!“ Dementsprechend schlecht wird natürlich auch eine führungslose und damit unstrukturierte Arbeitsgruppe abschneiden.

Egal für welchen Weg der Teambildung Sie sich für ein junges Unternehmen entscheiden, in jedem Fall sollen sich die Teams als unverzichtbarer Bestandteil des Gesamtunternehmens und damit auch mitverantwortlich für den unternehmerischen Erfolg fühlen.



 

Oberstes Bild: © cmgirl – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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