10 Dinge, die Sie während einer Präsentation nicht sagen sollten

19.10.2013 |  Von  |  Kommunikation

Geschätzte Lesezeit: 19 minutes

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Einige der folgenden Tipps sind für Menschen, die oft Präsentationen abhalten, sicherlich ein alter Hut, jedoch gibt es auch für die “alten Hasen” noch einige Dinge zu entdecken. Laut einer Studie sind die ersten fünf Minuten einer Rede sehr wichtig – wenn hier ein Fehler passiert, hat man seine Zuhörer schnell verloren und muss härter daran arbeiten, sie wieder zum Zuhören zu bewegen.

Doch genau in diesen ersten fünf Minuten passieren die meisten Fehler. Hier eine Liste der zehn Dinge, die Sie während einer Präsentation nie sagen sollten.

1. Ich bin eigentlich noch immer sehr müde / etwas krank / habe noch immer einen Jetlag…

Oft starten Redner – leider – mit diesem Satz. Es gibt auch Abwandlungen davon: “Ich wurde gestern erst gebeten, hier zu sprechen…” oder “Wegen der langen Anreise bin ich noch nicht ganz angekommen”… Dies sind Sätze, die der professionelle Zuhörer eigentlich nicht hören will. Warum werden sie dennoch ausgesprochen? Nun, es kann daran liegen, dass man sich selbst übertreffen möchte, eine tolle Präsentation halten will, bei der die Zuhörer dann sagen: “Obwohl er/sie krank war, war er/sie fantastisch!” Andererseits kann es sich auch nur um eine traurige Entschuldigung handeln, die gleichzeitig für eine schlechte Präsentation um Verzeihung bitten soll. Die Wahrheit lautet jedoch: Wenn Sie sich schlecht fühlen, dann wäre es wohl das beste gewesen, wenn Sie die Präsentation nicht abhalten. Die Zuhörer erwarten schliesslich, dass Sie Ihr Bestes geben – deswegen sind sie gekommen. Nehmen Sie eine Aspirin, trinken Sie einen Espresso und ‘hauen Sie Ihr Publikum aus den Socken’!

2. Dazu komme ich später noch!

Sollten Sie Ihre Präsentation vor einem Publikum halten, das Ihnen begeistert zuhört und von Ihnen lernen will, dann ergreifen Sie die Chance und sprechen Sie direkte Fragen gleich an, verschieben Sie diese nicht auf später – es sei denn, es ist Vorwissen nötig, das Sie erst noch vermitteln müssen. Aber auch dann – tun Sie es sofort. Wenn jemand mutig genug ist, während Ihrer Präsentation die Hand zu heben und eine Frage zu stellen, sprechen Sie ein Lob aus und motivieren Sie die restlichen Zuhörer dazu, dasselbe zu tun. Verschieben Sie nichts auf später.

3. Können Sie mich hören? Ah, scheinbar ja!

Oft wird eine Rede auch mit der Frage gestartet, ob der Zuhörer in der hintersten Ecke versteht, was der Redner sagt. Dann wird dreimal aufs Mikrofon getippt und auf die Tonausgabe aus den Lautsprechern gewartet. Anschliessend lächelt der Redner, weil er merkt, dann man ihn anscheinend gut versteht, obwohl niemand es klar ausgesprochen hat.

Es liegt nicht in Ihrer Verantwortung, sich um den Ton zu kümmern. Es gibt Leute dafür. Wenn Sie ins Mikrofon sprechen und merken, dass irgend etwas nicht funktioniert, warten Sie kurz, zählen Sie leise bis drei und versuchen Sie es dann erneut. Wenn Sie dann immer noch das Gefühl haben, dass die Wiedergabe nicht korrekt funktioniert, gehen Sie diskret zum Rand der Bühne und sprechen Sie den Moderator darauf an, damit er das kurz prüfen möge. Schenken Sie dem Publikum ein zuversichtliches Lächeln. Warten Sie, bis Sie das “OK” erhalten – und starten Sie dann erneut. Wichtig: Bewahren Sie dabei Ruhe, alles andere könnte unprofessionell wirken.

4. Das Licht ist zu hell, ich kann Sie nicht sehen!

Ja, wenn Sie auf der Bühne stehen, dann sind alle Scheinwerfer auf Sie gerichtet, es ist hell und es ist warm. Es ist schwierig, das Publikum zu sehen. Aber Ihr Publikum muss das alles gar nicht wissen – schauen Sie in die Dunkelheit, lächeln Sie oft und versuchen Sie sich einfach so wohl wie nur möglich zu fühlen, haben Sie Spass bei dem, was Sie tun, sagen und besprechen. Bedecken Sie nicht Ihre Augen, um jemanden im Saal zu sehen, sondern bitten Sie die für die Beleuchtung zuständigen Personen, das Licht im Saal einzuschalten, falls Sie vorhaben, erhobene Hände zu zählen oder jemanden aufzurufen. Noch besser ist es natürlich, vorab mit den entsprechenden Personen zu sprechen, die für die Beleuchtung zuständig sind, damit diese sich vorbereiten können.

5. Können Sie das lesen?

Es gibt eine geläufige Regel, die besagt, dass die Schriftgrösse  auf den Präsentationsfolien doppelt so gross sein sollte wie das durchschnittliche Alter des Publikums. Das bedeutet: Wenn Sie erwarten, dass das durchschnittliche Alter ihrer Zuhörer 40 Jahre sind, verwenden Sie als Schriftgrösse 80 Punkt. Es wird nicht möglich sein, viel Text auf jede Folie zu bringen – was gut ist – denn das bringt uns zum nächsten Punkt.

6. Lassen Sie mich das vorlesen!

Platzieren Sie auf gar keinen Fall – niemals! – so viel Text auf eine Folie, dass Ihre Zuhörer anfangen, Zeit mit Lesen zu verbringen. Und falls Sie es doch machen müssen, lesen Sie den Text niemals laut vor! Der beste Weg, die Aufmerksamkeit Ihres Publikums zu verlieren, ist viel Text auf einer Folie. Die Leute werden anfangen ihn zu lesen und aufhören, Ihnen zuzuhören.

Benutzen Sie stattdessen kurze, prägnante Titel und Schlagworte und lernen Sie den dazugehörigen Text zur Not auswendig. Sollte es einmal absolut unabdinglich sein, dass Sie drei Sätze eines Zitates anzeigen müssen, machen Sie dies vorher deutlich und geben Sie den Zuhörern sechs Sekunden Zeit, um in Ruhe zu lesen, erst danach sprechen Sie weiter.

7. Schalten Sie bitte Ihr Smartphone/Tablet/Laptop aus

Es war einmal, vor langer Zeit, da bat man das Publikum, die Geräte während einer Präsentation auszuschalten. Das war einmal. Heutzutage werden Ihre guten Zitate getwittert oder es werden sich Notizen auf dem Tablet gemacht. Andere Leute spielen nebenher etwas oder checken ihren Facebook-Status. Die Zeiten ändern sich. Sie können darum bitten, die Handys lautlos zu stellen, aber das war’s dann auch. Stellen Sie vielmehr sicher, dass Ihre Präsentation so spannend und motivierend ist, dass die Leute deswegen ihre Geräte abschalten und Ihnen zuhören wollen, um nichts zu verpassen, was Sie sagen. Ihr Publikum um Aufmerksamkeit zu bitten, vielleicht sogar mehrmals, funktioniert nicht.

8. Sie brauchen nichts zu notieren oder zu fotografieren, die Präsentation wird es später zum Download geben.

Natürlich ist es vorbildlich, wenn Sie die Präsentation später als Download zu Verfügung stellen. Aber wenn es eine gute Präsentation ist, wird sie nicht viele Sätze beinhalten – und somit als alleiniger Download wertlos sein. Um sich etwas zu merken, schreiben viele Leute sich Dinge auf. Allein durch das Schreiben prägen sich Dinge viel besser ein als nur durch das Hören. Erlauben Sie den Zuhörern alles zu tun, was sie möchten, während Sie präsentieren (es sei denn es stört Ihre Präsentation).

9. Ich beantworte diese Frage am besten sofort!

Natürlich ist es gut, wenn Sie sofort beantworten können, was man Sie gefragt hat, aber zuerst sollten Sie etwas anderes tun. Sehr oft passiert es, dass Sie die Frage gut verstanden haben, aber der Rest des Publikums hatte Schwierigkeiten, akustisch oder anderweitig – je nach Grösse des Saales. Stattdessen wiederholen Sie die Frage mit den Worten: “Ich wiederhole diese Frage kurz und beantworte sie dann.” Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Fragen zu wiederholen. Dadurch haben Sie zusätzliche Zeit, um sich eine gute Antwort zu überlegen.

10. Ich mache es kurz!

Ein Versprechen, das sowieso niemand hält. Aber genauso starten viele Einleitungen in die Schlussphase von Präsentationen. Es geht dem Publikum nicht darum, ob Sie es kurz oder lang machen. Sie haben Zeit investiert und wollen informiert oder gar inspiriert werden. Wenn Sie es wirklich kurz machen wollen, sagen Sie stattdessen: “Ich habe 30 Minuten Zeit für diese Präsentation, aber ich halte sie in 25, damit Sie draussen noch einen Kaffee trinken können!” Halten Sie dieses Versprechen dann aber auch!

Bonus Tipp: “Ich habe leider keine Zeit mehr, aber noch 23 Folien…”

Sollten Sie nicht darauf vorbereitet gewesen sein und mehr Zeit benötigen als Sie geplant hatten (oder als man Ihnen zur Verfügung gestellt hat), haben Sie Pech. Üben Sie Ihre Präsentation vorher, und passen Sie diese an die zur Verfügung stehende Zeit an. Besser ist es, sogar fünf Minuten früher aufzuhören, denn das wird Ihnen Respektpunkte und WOhlwollen einbringen. Fünf Minuten länger zu brauchen bewirkt eher das Gegenteil.

Fazit: Bereiten Sie sich gut vor, verstellen Sie sich nicht und treten Sie professionell auf. Das Publikum wird es Ihnen danken, wenn Sie deutlich und klar sprechen und ihre Zeit nicht vergeuden. 

Oberstes Bild: © razihusin – Fotolia.com

Quelle: thenextweb

Über Albert Brückmann

Ich bin Webentwickler aus Leidenschaft und Geschäftsführer bei zaehlpixel.com in Deutschland. Hin und wieder blogge ich über Online-Themen aber auch wesensfremde Dinge auf den Portalen von belmedia.ch sowie auf meinem eigenen Blog.



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