Auslandpreisvergleich Medikamente: Preisdifferenz zum Ausland sinkt bei patentgeschützten Medikamenten weiter, nach wie vor grosser Preisunterschied bei Generika

13.08.2020 |  Von  |  Presseportal

Basel und Solothurn (ots) – Das Preisniveau der patentgeschützten Medikamente ist im europäischen Ausland im Durchschnitt 4.5% tiefer als in der Schweiz, patentabgelaufene Originalpräparate kosten im Ausland 10% weniger. Am grössten sind die Preisdifferenzen bei Generika, diese sind in den Vergleichsländern durchschnittlich 42% günstiger als in der Schweiz. Dies ergibt der elfte gemeinsame Auslandpreisvergleich von santésuisse und Interpharma, der die Fabrikabgabepreise von Medikamenten vom Frühjahr 2020 mit jenen des europäischen Auslands vergleicht.

Die 250 umsatzstärksten patentgeschützten Originalpräparate der Spezialitäten-liste waren gemäss dem diesjährigen Auslandpreisvergleich bei einem vom BAG bei der Überprüfung angewandten Wechselkurs von CHF/EUR 1.15 im vergleichbaren Ausland im Durchschnitt 4.5% günstiger als in der Schweiz. Der Rückgang der Preisdifferenz im Vergleich zum Vorjahr (7%) ist auf die Wechselkursentwicklung und die regelmässigen Preisüberprüfungen des BAG zurückzuführen.

René Buholzer, Geschäftsführer von Interpharma, sagt dazu: „Die Pharmaindustrie ist der einzige Akteur im Gesundheitswesen, der mit institutionalisierten Überprüfungen der Medikamentenpreise regelmässig zur Kostendämpfung beiträgt. Im Hinblick darauf, dass Medikamente nur rund 12% der gesamten Gesundheitskosten ausmachen, sind auch die übrigen Akteure im Gesundheitswesen gefragt, ihren Beitrag zu leisten. Seit 2012 wurde durch die Preissenkungen bereits rund eine Milliarde Franken eingespart. Die Schweizer Pharmaindustrie steht zu diesem Beitrag, setzt sich aber im Gegenzug für einen raschen Zugang zu Innovationen für Patientinnen und Patienten in der Schweiz ein.“

Der Vergleich bei den patentabgelaufenen Präparaten basiert auf den 250 umsatzstärksten patentabgelaufenen Wirkstoffen. Die Preise der patentabgelaufenen Originalprodukte waren im Durchschnitt der Vergleichsländer rund 10% günstiger als in der Schweiz. Bei den Generika beträgt die Preisdifferenz 42%, also fast doppelt so teuer wie in den Vergleichsländern. Im Vergleich zum Vorjahr (48%) hat die Preisdifferenz bei den Generika leicht abgenommen. Dennoch ist sie nach wie vor deutlich grösser als bei Originalen und bei den patentgeschützten Medikamenten. Verena Nold, Direktorin von santésuisse, sagt dazu: „Auch bei den patentgeschützten Medikamenten zahlen die Prämienzahler noch immer gegen 200 Millionen Franken mehr als in den Vergleichsländern. Bei Generika liesse sich noch viel mehr sparen. Weil gemäss OECD Daten der Generika-Anteil mit 27% im Vergleich zu Deutschland mit 83% tief ist und die Preise im Vergleich zum Ausland fast doppelt so hoch sind, könnten wir mehrere hundert Millionen Franken sparen. Deshalb möchte santésuisse unbedingt das Referenzpreissystem einführen.“

Bereits zum elften Mal haben der Krankenversicherungsverband santésuisse und Interpharma, der Branchenverband der forschenden Pharmaindustrie, gemeinsam einen Auslandpreisvergleich von Medikamenten durchgeführt. Dabei wurden die Fabrikabgabepreise in der Schweiz mit denjenigen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden, Österreich und Schweden für patentgeschützte und patentabgelaufene Originalpräparate sowie Generika verglichen. Bei den patentgeschützten Präparaten wurden die Schweizer Preise vom April 2020 verglichen, bei den patentabgelaufenen Originalprodukten und den Generika die Preise vom Februar 2020.

Pressekontakt:

Michael Schiendorfer, Mediensprecher Deutschschweiz Interpharma,
079 503 03 00

Manuel Ackermann, Leiter Public Affairs santésuisse,
078 829 12 34

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