Plädoyer für eine Ökonomie mit mehr Herz – im Sinne von Gottlieb Duttweiler

24.01.2017 |  Von  |  News, Wissenschaft
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Plädoyer für eine Ökonomie mit mehr Herz – im Sinne von Gottlieb Duttweiler
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Die Ökonomie hat einen schlechten Ruf. Elementare Modelle haben in der Finanzkrise versagt. Insbesondere das Ideal des effizienten Marktes. Die Ökonomen gelten überdies als abgehoben und weltfremd. Sie argumentieren oft mit abstrakten Theorien, die kein Normalbürger je begreifen kann.

Deshalb bin ich der Meinung, die Ökonomen müssten sich viel stärker um die alltäglichen Probleme der Leute kümmern. Und sie sollten ihre Gedanken so formulieren, dass sie für jedermann verständlich sind. Von diesen beiden Prinzipien habe ich mich bei meiner Kolumne im Migros-Magazin leiten lassen: Praxisbezug statt graue Theorie. Klar nachvollziehbare Argumente anstelle von pseudowissenschaftlichem Kauderwelsch.

Zwei Persönlichkeiten haben mir als Inspirationsquellen gedient.

Zum einen Gottlieb Duttweiler, der Gründer der Migros. Er war ein grosser Verfechter des „sozialen Kapitals“. Sein Leitsatz lautete: „Der Wille zum Dienen soll der Schlüssel zum Verdienen sein.“ Dieses Credo ist gerade heute aufgrund der massiven wirtschaftlichen Umbrüche wieder von besonderer Aktualität. So schrieb „Dutti“ bereits vor 60 Jahren: „Man kommt auch dort auf die Rechnung, wo das Herz regiert, wo der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht allein die kaltschnäuzige Rechnung mit dem Franken.“

Die zweite prägende Person ist Friedrich August von Hayek, der 1974 den Nobelpreis für Ökonomie erhielt. Er hatte stets davor gewarnt, die Ökonomie als eine exakte Wissenschaft, wie zum Beispiel die Physik, zu behandeln. Denn das Verhalten der Menschen lässt sich nicht vorausberechnen. Hayek mahnte die Ökonomen zur Bescheidenheit: „Die eigentliche Aufgabe der Ökonomie besteht darin, dem Menschen vor Augen zu führen, wie wenig er über das weiss, was er meint planen zu können.“

Ein übertriebener Machbarkeitsglaube ist heute aber immer öfter zu beobachten, beispielsweise in der Geldpolitik oder bei der Forderung, das Bargeld abzuschaffen.

„Herz“ und „Bescheidenheit“: Diese Grundsätze versuchte ich beim Verfassen meiner Beiträge zu befolgen. Nicht immer ist das gleich gut geglückt. Umso mehr habe ich mich über die vielen hundert Zuschriften und Kommentare auf blog.migrosbank.ch von Ihnen gefreut, die mir stets wertvolle Rückmeldungen und Inputs geliefert haben. Für Ihr Interesse, liebe Leserinnen und Leser, möchte ich Ihnen deshalb herzlich danken.

 

Artikelbild: Gottlieb Duttweiler (© Comet Photo AG, Zürich / Wikimedia / CC BY-SA 4.0)


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