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Frauen-Problem – wer zu „nett“ ist, verdient weniger

30.11.2016 |  Von  |  News

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„Nett sein“ hilft am Arbeitsplatz nicht unbedingt weiter. Das gilt zumindest für Frauen, wenn es um das Gehalt geht. Eine israelisch-niederländische Studie hat herausgefunden, dass die Entlohnung von Frauen umso schlechter ausfällt, je „entgegenkommender“ und „klagloser“ sich das weibliche Personal zeigt. Häufig gehe das gleichzeitig mit Fehleinschätzungen einher.

„Die netten Frauen, die wir in unserer Studie befragt haben, glaubten, dass sie mehr verdienten als angemessen“, erklärt Michal Biron, Betriebswirtin an der Universität Haifa. Für alle anderen Mitarbeiter des untersuchten Unternehmens galt eher das Gegenteil.

Klassische Rollenbilder wirken nach

Männer sind dominant und geben den Ton an, Frauen machen brav, was nötig ist. Diese klassischen Rollenbilder sollten zwar überholt sein, doch klammern sich noch immer viele daran, so Studienleiterin Sharon Toker von der Coller School of Management. „Manche qualifizierte Frauen haben immer noch Angst, Wesenszüge zu zeigen, die mit Erwartungshaltungen zum weiblichen Charakter nicht übereinstimmen“, meint sie. Doch wenn sie „nette“ Mitarbeiter sind, bringt das in der Regel finanzielle Nachteile – was ihnen gar nicht bewusst ist.

Dominante, durchsetzungsfähige Frauen dagegen werden für solch vermeintlich „unweibliche“ Charakterzüge keineswegs bestraft, sondern eher angemessener bezahlt. Diese Kluft zwischen netten und durchsetzungsfähigen Mitarbeitern besteht der Studie zufolge auch bei Männern – die aber jedenfalls im Vorteil sind. „Erschreckenderweise haben wir festgestellt, dass dominante Frauen immer noch weniger verdienen als selbst die verträglichsten Männer, die nicht befördert werden“, erklärt Renee De Reuver, Leiterin des Master-Studiengangs Human Resource Studies an der Tilburg University.

Wie repräsentativ sind die Ergebnisse?

Die im Rahmen der Studie befragten Mitarbeiter eines niederländischen multinationalen Elektronikkonzerns haben grossteils zu verstehen gegeben, dass sie mit ihren Einkommen unzufrieden sind. Nur nette, angenehme Frauen waren der Ansicht, dass sie zu viel verdienen. „Das hat uns umgehauen. Die Daten zeigen, dass sie am wenigsten verdienen – weit weniger als angemessen“, meint Toker. Da die Betroffenen das nicht wahrhaben wollen, wird sich das mangels entsprechender Forderungen nach Gehaltserhöhungen wohl schwerlich ändern.

Die Analyse hat zwar nur ein einzelnes Unternehmen erfasst. Da die Gehaltsschere zwischen den Geschlechtern in den Niederlanden laut EU-Kommission in den vergangenen Jahren stets nahe am EU-Schnitt lag, ist das aber womöglich ein relativ gutes Einzelbeispiel. Jedenfalls hoffen die Forscher, ähnliche Erhebungen für Unternehmen in Israel und den USA durchzuführen. Das würde klären, ob das beobachtete Phänomen wirklich repräsentativ ist.

 

Quelle: pressetext.redaktion
Artikelbild: © pathdoc – shutterstock.com (Symbolbild)

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