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Die Digitalisierung der Versicherungswelt – Michael John, CEO von FinanceFox, im Interview

23.11.2016 |  Von  |  Digitalisierung, News

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Die Digitalisierung der Versicherungswelt – Michael John, CEO von FinanceFox, im Interview
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Der Versicherungsmarkt verändert sich zurzeit enorm. Aufgrund neuer digitaler Möglichkeiten, müssen die klassischen Versicherer ihre Prozesse anpassen und mit neuen Playern am Markt kooperieren.

Profitieren von solchen Kooperationen können beide Seiten: Ein Gespräch mit dem Schweizer CEO des InsurTechs FinanceFox zeigt auf wie.

Michael John, Sie sind Schweizer CEO von FinanceFox, einfach heruntergebrochen: Was ist FinanceFox?

FinanceFox ist eine Plattform, die Versicherungen, Broker und Kunden zusammenbringt und Lösungen für alle drei bietet. Bei uns hat jeder Kunde seinen ganz persönlichen Berater, und zwar für alle seine Versicherungen und für alle Kernprozesse der Versicherungswirtschaft. Das schafft Vertrauen – und Übersicht. Bei Endkunden und bei Brokern. Dabei kann der Kunde all seine Versicherungspolicen in einer App oder Web-Lösung verwalten und auch einfach und schnell Änderungen vornehmen. Die Broker auf der anderen Seite können dank neuster Technologie effizienter und kundenfokussierter arbeiten: Sie erhalten mit FinanceFox einen Service, der sich stetig weiterentwickelt und an ihre Bedürfnisse anpasst – wir arbeiten an der perfekten digitalen Lösung für alle Stakeholder. 

Die Digitalisierung hat die Versicherungsbranche als eine der letzten traditionellen Branchen erreicht. Wieso ist das Ihrer Meinung nach so?

Die Versicherungsbranche ist sehr traditionell aufgebaut und von komplexen Prozessen geprägt. Diese Prozesse können nicht einfach schnell verändert und an die digitalen Technologien angepasst werden. Diese schleppende Entwicklung führt oft dazu, dass sich Versicherungskunden verloren fühlen und unzufrieden sind mit unübersichtlichen Versicherungsbedingungen, grossen Preisunterschieden für vergleichbare Leistungen sowie komplizierten Schadensmeldungen.


Michael John, CEO Schweiz, FinanceFox (Bild: © FinanceFox)

Michael John, CEO Schweiz, FinanceFox (Bild: © FinanceFox)


Und dies wollen Sie mit Ihrem Produkt ändern?

Ja, wir setzen bei FinanceFox genau an diesem Punkt an: Wir bieten digitale Lösungen für alle Player in der Branche und versuchen dabei, die disruptiven Effekte so gering wie möglich zu halten – anders als andere Anbieter ähnlicher digitaler Services. In Zeiten, in denen Versicherungen fast täglich massive Stellenstreichungen ankündigen, ist es wichtig, dass die Versicherungen diese Entwicklung ernst nehmen und auf nachhaltige Kooperationen fokussieren, denn diese helfen der Branche langfristig. 

Das Gründer- und Führungsteam von FinanceFox besteht aus erfahrenen Unternehmern aus der Schweiz und Deutschland mit Know-how aus Versicherungs- und e-Commerce-Branche zusammen. Die perfekte Symbiose?

Auf jeden Fall! Diese zeichnet uns aus! Die Werte der New Economy mit jenen der Old Economy zusammenzubringen, das hat bis jetzt kaum jemand befriedigend geschafft. Das ist aber unbestritten die Grundlage für das Gelingen, diesen komplexen Markt zu erobern. Denkt man mit einem reinen Start-up-Background, ist es kaum möglich, die gewachsenen Strukturen im Versicherungsmarkt richtig zu verstehen. Ebenso ist es unmöglich, mit einem reinen Versicherungs-Know-how die technologischen Lösungen zu entwickeln, die den Frust des modernen Kunden lösen können. Wir verstehen Disruption als Evolution. Darum adressieren wir auch das Meta-Thema in der Versicherungsbranche, den Verbraucherschutz, in Foren und Interessensgruppen. Wir sind mit unserem Produkt gerade erst am Anfang – unser Ziel ist es, den Versicherungsmarkt nachhaltig zu verändern – wir setzen auf Innovation durch Kooperation.

In der Schweizer Handelszeitung (Bilanz 15-16/2015) hat man FinanceFox als „Uber der Versicherungsbroker“ bezeichnet. Was sind die strategischen Ziele Ihres Unternehmens? Wollen Sie das „Uber“ der Versicherungsbranche werden?

Uber hat es geschafft, über existierende Strukturen in globalen Märkten zu wachsen. Die existierenden Strukturen in der Versicherungsindustrie sind viel komplexer als in der Mobilitätsindustrie – dennoch: Durch die klare strategische Positionierung als Partner von traditionellen Versicherungsmaklern, davon sind wir überzeugt, werden wir es schaffen, exponentielles Kundenwachstum zu erreichen und eine Win-Win-Situation zu kreieren. Ähnlich wie es Uber gelungen ist.

Sie gaben kürzlich die höchste Finanzierung erhalten, die je ein InsurTech in Europa sichern konnte: 28 Mio. US-Dollar. Was bedeutet dies für Ihr Unternehmen? Planen Sie eine Expansion?

In erster Linie zeigt das, dass unser Kooperationsansatz überzeugt. Das zeigen auch die Neukundenzahlen: Unser Jahresziel an Neukunden hatten wir schon im Frühjahr 2016 erreicht. Das Investment wird grösstenteils in die Marketingarbeit und in die Weiterentwicklung der Produkte sowie den Vertrieb fliessen. Unser langfristiges Ziel ist es, uns als Premium-Anbieter im Segment der InsurTechs zu etablieren – in ganz Europa.

 

Artikelbild: ESB Professional – shutterstock.com

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