Sammler aufgepasst: Auf dem Helvetiaplatz in Zürich wartet ein Frankenregen

17.11.2016 |  Von  |  News

Geschätzte Lesezeit: 5 minutes

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Am Montag, 21.11.2016, werden in Zürich Frankenscheine vom Himmel fallen. Interessierte Sammler dieser Objekte können sich um 12.30 Uhr auf dem Helvetiaplatz einfinden, um ihre Sammlung zu ergänzen.

„Der Geldregen symbolisiert das enorme Privatvermögen auf dem Planeten“, sagt Joachim Ackva, Sprecher der Bürgerbewegung Planet Earth Account.

„Wenn wir wollen, können wir damit einen verhängnisvollen Mangel in der Weltpolitik beheben. Es fehlt eine freiwillige Gemeinschaftskasse der Zivilgesellschaft für das globale Allgemeinwohl. Der konkrete Zweck: das Umsetzen der UN Global Goals. Deswegen haben wir ein Weltkonto eröffnet und ein Begleitbuch veröffentlicht. Wir empfehlen, dass jeder ein Tausendstel seines Vermögens einzahlt. Beispiel: Wer ein Gesamtvermögen von 100.000 Franken oder Euro besitzt, würde 100 überweisen.“

Das Problem

Bislang überlassen wir unser Wohlergehen weitgehend Regierungen und Konzernen. Das kann jedoch auf globaler Ebene nicht funktionieren: Regierungen unterliegen nationalen Machtzwängen und Konzerne folgen Profitzwängen. Alleine schaffen sie es nicht, Frieden und Wohlstand zu verbreiten und dabei auf Ressourcen- und Klimaschutz zu achten.

Die Folge sind schwindende Lebensgrundlagen, die Erderwärmung, die Ungleichheit, die Schuldenlast, die Finanzkrisen, die Kriege, der Extremismus, der Migrationsdruck. Vereinen wir uns also in einem Weltkonto und packen die Menschheitsziele an: die UN Global Goals. Um sie zu koordinieren und zu kofinanzieren, ist jährlich ein Tausendstel des Weltprivatvermögens erforderlich.

Ackva: „Unsere grosse Umfrage im vergangenen Jahr zeigte: Viele Menschen rund um den Globus sind bereit, freiwillig ein Tausendstel ihres Privatvermögens in ein UN-Weltkonto der Zivilgesellschaft einzuzahlen. Übrigens tragen inzwischen einige Menschen auch ein kleines Planetensymbol hinter ihrem Vornamen, um ihre Bereitschaft zu signalisieren.“

Der Weg

Planet Earth Account hat nun ein Pilot-Weltkonto eröffnet, auf das jeder das Tausendstel einzahlen kann. Auf der Homepage planetearthaccount.de finden sich Bankverbindung und die Ziele. Seit 2015 gibt es von allen Regierungen angenommene, konkrete Ziele: die 17 UN Global Goals. Doch sie sind nicht bindend und das globale Allgemeinwohl ist nicht Aufgabe von nationalen Regierungen.

Der nächste Schritt liegt also bei der Zivilgesellschaft. Jeder Einzahler entscheidet selbst, welche der Global Goals er gefördert sehen möchte. Was wir alle zusammen konkret damit bewirken können, diskutiert auch das neue Buch ,Ein Konto für die ganze Welt‘ aus dem Zürcher Verlag rüffer & rub.

UN-Sekretariat oder Welthungerhilfe

Das Pilot-Weltkonto bietet sein Guthaben später dem UN-Sekretariat an, verbunden mit der Bitte, die Einrichtung eines definitiven UN-Weltkontos zusammen mit der Zivilgesellschaft vorzunehmen. Sollte das nicht gelingen, übergibt das Pilot-Weltkonto seine Mittel an die Welthungerhilfe.

Dass das UN-Sekretariat die passende Adresse ist, erläutert Daniela Tiben, Vorstand des gemeinnützigen Pilot-Weltkonto e. V.: „UN ist nicht gleich UN. Die UN hat zwei Gesichter. Das eine Gesicht sind die nationalen Regierungen, die über die UN-Ressourcen bestimmen, organisiert in Sicherheitsrat, Generalversammlung etc.

Das andere Gesicht ist das, welches im globalen Interesse handeln soll, es aber kaum kann: das UN-Sekretariat. Das nationale Gesicht ist wenig motiviert, dem globalen Gesicht die Autonomie und Ressourcen zu geben, welche die UN-Charta eigentlich vorschreibt. Diesen Mangel beheben die Mittel eines UN-Weltkontos der Zivilgesellschaft.“ Damit kann das UN-Sekretariat seine legitime Rolle für das globale Allgemeinwohl wirklich wahrnehmen. Und seine oft byzantinische Bürokratie modernisieren.

Was daraus folgt

Das Risiko eines UN-Weltkontos: Im schlimmsten Fall ist ein Tausendstel des eigenen Vermögens verloren. Im besten Fall bewirken wir entscheidend mehr Kooperation und bewegen viele Staaten, die Global Goals gemeinsam mit uns als Zivilgesellschaft anzupacken.

Hinweise für Frankensammler

Vor dem Geldregen findet um 10 Uhr eine Pressekonferenz im Gebäude der Stiftung Biovision, Heinrichstrasse 147, statt. Den Geldregen – einige tausend Franken in Zehner-Scheinen – finanziert Joachim Ackva aus seinem Privatvermögen. Alle Beteiligten freuen sich über eine rege Teilnahme der Zürcher und wünschen einen guten Fang! Wegen des Parkierungsproblems möchten für die Anfahrt zum Helvetiaplatz bitte öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden.

 

Artikel von: PEACE
Artikelbild: © Andreas Arnold/dpa

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