Ian Bremmer: Amerika setzt das Vertrauen seiner Partner aufs Spiel

16.11.2016 |  Von  |  News

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„Die grossen Risiken liegen nicht in der Innenpolitik, sondern auf der internationalen Ebene.“ So schätzt der Politexperte Ian Bremmer gegenüber der „Handelszeitung“ die Aussichten der USA in den nächsten vier Jahren unter Donald Trump ein.

Amerika sei früher stets ein Leuchtturm gewesen. „Nun ist das Image ruiniert.“ Die Wahl von Trump sei gleichbedeutend mit dem Ende der USA als Supermacht. „Amerika hat die Fähigkeit verloren, freiheitliche Werte zu propagieren.“

Bremmers Urteil hat Gewicht. Der Chef der Beratungsfirma Eurasia Group gilt als Guru der Aussenpolitik. Von ihm stammt das Motto, das Donald Trump in seinem Wahlkampf verwendete: „America First“. Bremmer hatte den Begriff ursprünglich in einer Notiz an seine Kunden benutzt, um Trumps politische Philosophie zu umschreiben. Als dieser den Spruch zum ersten Mal hörte, machte er ihn sich sofort zu eigen – zum Leidwesen von Bremmer, der dieser politischen Strategie selbst nichts abgewinnen kann.

Die USA könnten die Welt im 21. Jahrhundert nicht mehr militärisch, sondern nur durch ihr gutes Beispiel anführen, sagt Bremmer. Genau dies sei mit Trump aber nicht möglich. „Das Vertrauensverhältnis zu den langjährigen Partnern der USA wird strapaziert.“ Vom Machtvakuum würden etwa Russland und sein Präsident Wladimir Putin profitieren.

 

Meldung von: Handelszeitung
Artikelbild: Donald Trump © Andrew Cline – shutterstock.com

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