Erkältung und Grippe am Arbeitsplatz – Tipps gegen Ansteckung

15.11.2016 |  Von  |  News

Geschätzte Lesezeit: 7 minutes

Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Jetzt bewerten!

Der November ist traditionell Erkältungs- und Grippezeit. Trotz Husten, Schniefnase oder Fieber – viele schleppen sich trotzdem zum Arbeitsplatz.

Mehr als jeder Zehnte (13 Prozent) lässt sich bei einer Erkältung oder Grippe gar nicht krankschreiben, wie das Verbraucherportal www.erkaeltet.info in einer aktuellen Umfrage unter deutschen Arbeitnehmern herausgefunden hat. Gleichzeitig geben die erkaeltet.info-Experten Tipps, wie man sich vor Ansteckung schützen kann.

Die meisten gehen auch krank ins Büro

Die deutliche Mehrheit der Deutschen (62 Prozent) quält sich bei einer Erkältung oder Grippe immer oder meist ins Büro und verwandelt die Arbeitsumgebung so in eine hoch ansteckende Keimzelle. Unter den Selbstständigen geht jeder vierte (22 Prozent) bei einer starken Erkältung oder Grippe immer zur Arbeit. Am Ende erwischt es dann gleich mehrere Kollegen mit.

Überraschend ist das jedoch nicht, denn 40 Prozent der Deutschen haben Angst, sich krankschreiben zu lassen – bei den Angestellten sind es 41 Prozent und bei den Selbstständigen 28 Prozent. Das hat die repräsentative Umfrage von www.erkaeltet.info festgestellt. Wie einer Krankheitswelle im Büro vorgebeugt werden kann und welche Rechte und Pflichten kranke Arbeitnehmer haben, erklärt die Gesundheitsexpertin Dr. med. univ. Annina Jenal:

1. Heizung nicht voll aufdrehen

Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) gibt an, dass bei ihnen die Heizung im Büro an kalten Tagen voll aufgedreht wird. Doch das ist gar nicht gut, wie Dr. Jenal weiss: „Da Keime in einer trockenen Heizungsluft flugfähiger sind und dadurch leichter eingeatmet werden, können überheizte Räume Erkältungen fördern. Zudem trocknen so die Schleimhäute schneller aus, die dadurch kleinste Läsionen bekommen. Erreger können dann leichter eindringen und sich vermehren. Ausserdem werden Erreger von den Flimmerhärchen der Nase und Lunge schlechter abtransportiert.“

2. Auf Handhygiene achten – nicht ins Gesicht fassen

Am häufigsten werden Viren und Bazillen über Hände übertragen, daher ist regelmässiges Händewaschen in der Erkältungszeit Pflicht. Immerhin wird bei 45 Prozent der Befragten Desinfektionsmittel am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Arbeitnehmer darauf achten, ihre Hände von Augen, Mund und Nase fernzuhalten, da sonst die Viren über die Schleimhäute eindringen können.

3. Vitaminreiche Nahrung essen

Berufstätige können ihre Abwehrkräfte stärken, indem sie dem fetten Kantinenessen eine gesunde vitaminreiche Ernährung vorziehen. Am einfachsten ist dies, wenn gesunde und vitaminreiche Snacks wie Äpfel und Orangen mit ins Büro genommen oder vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Leider haben die Arbeitgeber hier noch Nachholbedarf, denn gerade mal in jedem siebten Büro (15 Prozent) wird den Mitarbeitern ein wöchentlicher Obstkorb zur Verfügung gestellt.

4. Genug Bewegung und Schlaf

Nach dem Mittagessen ist ein Spaziergang an der frischen Luft zu empfehlen. Dadurch werden die Schleimhäute angefeuchtet und das Immunsystem angekurbelt. Gleichzeitig tut die Bewegung dem Körper gut und ist eine Abwechslung zum ständigen Sitzen im Büro. „Genauso wichtig wie Bewegung sind für den Körper Ruhephasen“, sagt Dr. Jenal. Das Immunsystem lässt sich durch ausreichenden Schlaf nachweislich stärken.

5. Virenbelastung im Büro gering halten

Stellen, die durch Handkontakt verstärkt mit Viren behaftet sind, wie Türklinken, Lichtschalter und Tastaturen, sollten mehrmals die Woche gereinigt werden. Besondere Vorsicht gilt bei Abfalleimern: Ein Papierkorb voll benutzter Taschentüchern ist hochinfektiös – vor allem ohne Deckel. Auch hier sind sich die Arbeitgeber der Gefahr noch nicht ausreichend bewusst. Laut Umfrage haben die Abfalleimer in 55 Prozent der Büros keinen Deckel. Das Ansteckungsrisiko kann aber deutlich gesenkt werden durch regelmässiges Ausleeren, Auswaschen und eine Abdeckung.

Anwesenheit ist bei Krankheit kontraproduktiv

Nach wie vor ignorieren viele die ersten Anzeichen einer Erkrankung und gehen weiter zur Arbeit, obwohl sie sich zu Hause ausruhen sollten. Die Gründe dafür sind besorgniserregend:

  • Vier von Zehn (40 Prozent) haben Angst, sich bei einer Erkältung oder Grippe krankschreiben zu lassen, weil das bei den Kollegen keinen guten Eindruck machen könnte.
  • Fast die Hälfte der Angestellten (45 Prozent) sagt sogar, dass es bei ihnen in der Firma generell nicht gern vom Arbeitgeber gesehen wird, wenn man sich wegen einer Erkältung oder Grippe krankschreiben lässt.
  • Immerhin ein Drittel (32 Prozent) sagt, dass Mitarbeiter mit Erkältungsanzeichen bei ihnen explizit darauf hingewiesen werden, sich aus Rücksicht auf die Kollegen krankschreiben zu lassen.

„Diese Erkrankungen sind nicht so harmlos, wie die meisten glauben. Gerade bei einer Grippe, die meist mit Fieber einhergeht, ist Bettruhe sehr wichtig“, erklärt Dr. Jenal von erkaeltet.info. Gleichzeitig muss den Erkrankten klar sein, dass sie mit ihrem „Pflichtbewusstsein“ den Kollegen eher schaden als helfen. Denn die Gefahr einer Ansteckung wird so deutlich erhöht. Daher sollten Arbeitgeber keinesfalls Druck auf ihre kranken Mitarbeiter ausüben, damit diese zur Arbeit erscheinen.

Pflichten des kranken Arbeitnehmers

Jeder Fünfte (21 Prozent) gibt an, dass der eigene Arbeitgeber es von den Mitarbeitern verlangt, bei Krankschreibung telefonisch jederzeit erreichbar zu sein – von den Selbstständigen ist es jeder vierte (27 Prozent). 15 Prozent müssen bei Krankmeldung aufgrund von Erkältung oder Grippe ihre Geschäfts-Mails von zu Hause aus lesen und beantworten – bei den Selbstständigen sind es sogar 36 Prozent.

An sich darf der Arbeitgeber das nicht von den krankgeschriebenen Mitarbeitern verlangen. Falls der Erkrankte jedoch wichtige Informationen besitzt, die für den geregelten Ablauf nötig sind, sollte er telefonisch erreichbar sein – Anrufe des Arbeitsgebers müssen in diesem Fall angenommen werden.

Zudem bedeutet die Krankschreibung nicht, dass der Arbeitnehmer an das Bett gefesselt ist – kürzere Wege zum Einkaufen, Arzt oder zur Bank sind auch mit Krankschreibung erlaubt. Ist die Erkältung früher auskuriert, muss der Arbeitnehmer nicht die gesamten Tage der Krankschreibung nutzen, sondern kann vorzeitig wieder zur Arbeit gehen. Eine ärztliche Bescheinigung ist dafür nicht nötig.


In wie vielen Fällen gehen Sie bei einer starken Erkältung zur Arbeit? (Grafik: © erkaeltet.info)

In wie vielen Fällen gehen Sie bei einer starken Erkältung zur Arbeit? (Grafik: © erkaeltet.info)


Welche Präventionsmassnahmen werden umgesetzt? (Grafik: © erkaeltet.info)

Welche Präventionsmassnahmen werden umgesetzt? (Grafik: © erkaeltet.info)


 

Artikel von: markengold PR GmbH
Artikelbild: © baranq – shutterstock.com

Über belmedia redaktion

belmedia hat als Verlag ein ganzes Portfolio digitaler Publikums- und Fachmagazine aus unterschiedlichsten Themenbereichen aufgebaut und entwickelt es kontinuierlich weiter. Getreu unserem Motto „am Puls der Zeit“ werden unsere Leserinnen und Leser mit den aktuellsten Nachrichten direkt aus unserer Redaktion versorgt. So ist die Leserschaft dank belmedia immer bestens informiert über Trends und aktuelles Geschehen.


Ihr Kommentar zu:

Erkältung und Grippe am Arbeitsplatz – Tipps gegen Ansteckung

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die belmedia AG behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.