Sprachrohr der Atomlobby wirbt jetzt für erneuerbare Energien

30.10.2016 |  Von  |  Kommunikation, News

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Die PR-Agentur Burson-Marsteller, die jahrelang die Interessen der Atomwirtschaft vertreten hat, wirbt nun im Namen des Bundes für erneuerbare Energien.

Das Bundesamt für Energie (BFE) hat die Kommunikationsfirma damit beauftragt, das Label „Energiestadt“ zu vermarkten. Dafür erhalten die Kommunikationsprofis fast 4 Millionen Franken. Das BFE bestätigt entsprechende Recherchen der „Handelszeitung“.

Burson-Marsteller stand im letzten Jahr im Mittelpunkt der „Kasachstan-Affäre“. Die PR-Agentur ist zudem das langjährige Sprachrohr des Nuklearforums Schweiz, dem Mutterschiff der Schweizer Atomlobby. Ihre Vertreter haben Strom aus erneuerbaren Energien wiederholt als „teuer“, „ineffizient“ und „nicht bedarfsgerecht“ bezeichnet.

Das BFE verteidigt die Auftragsvergabe. Eine Jury habe alle eingegangenen Offerten „nach den Zuschlagskriterien des veröffentlichten Pflichtenhefts geprüft und bewertet“, sagt Sprecher Fabien Lüthi zur „Handelszeitung“. Die PR-Agentur habe die Vorgaben am besten erfüllt. „Die Frage möglicher Interessenkonflikte wurde in aller Offenheit angesprochen.“

Das Ergebnis: Weil das Mandat mit dem Nuklearforum per Ende Jahr beendet werde und jenes für das BFE erst 2017 beginne, würden sich keine Konflikte ergeben. „Weiter werden die für das Mandat verantwortlichen Mitarbeitenden von Burson-Marsteller nicht diejenigen sein, die das Nuklearforum-Mandat betreut haben“, so Lüthi. Burson-Marsteller bestätigt die personelle Rochade.

 

Artikel von: Handelszeitung
Artikelbild: Jason Winter – shutterstock.com

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