BASF kündigt Schliessung des Basler Forschungszentrums an

28.10.2016 |  Von  |  News
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Der Chemiekonzern BASF hat die Schliessung seines Forschungszentrums Basel bis Ende 2018 verkündet.

Dadurch sind bis zu 180 Forscher/innen von der Entlassung bedroht. Die Gewerkschaft Unia ist der Ansicht, dass bei ausreichendem Willen von BASF und Politik, Kündigungen vollständig verhindert werden können. Allerdings müssen die politisch Verantwortlichen sofort aktiv werden.

Während rund 100 Arbeitnehmende des Forschungszentrums anderen Einheiten von BASF angegliedert werden sollen, könnten die Pläne des Unternehmens bis 2018 zur Kündigung von bis zu 180 hochqualifizierten Laborant/innen und Chemiker/innen führen.

Die Unia hält fest, dass genügend Zeit und Möglichkeiten vorhanden sind, um Entlassungen vollständig zu verhindern. Dafür braucht es den Willen von BASF und der Politik sowie ein seriöses Konsultationsverfahren mit einer ausreichend langen Frist.

Forschungszentrum Basel einer der wichtigsten Standorte

Die Ankündigung von BASF ist ein schwerer Schlag für den Forschungs- und Industriestandort Schweiz.

Das Forschungszentrum Basel ist bis heute einer der wichtigsten Standorte im Forschungsverbund des weltgrössten Chemiekonzerns. Es arbeitet in der Schweiz etwa mit der ETH Zürich, der EPF Lausanne oder der EMPA zusammen.

Taten der Politik statt Mitleidsbekundungen

Reine Mitleidsbekundungen, auf welche sich Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und der Basler Volkswirtschaftsdirektor Christoph Brutschin üblicherweise beschränken, sind inakzeptabel.

Stattdessen müssen sie Verantwortung übernehmen und unter Einbezug der Arbeitnehmerseite sofort gegenüber dem Konzern aktiv werden, um schweren Schaden vom Industriestandort abzuwenden.

Franken-Überbewertung zerstört die Industrie

Als Grund für die geplante Schliessung gibt BASF gegenüber den Sozialpartnern die Frankenstärke an. Da sich weder BASF noch sein Arbeitgeberverband scienceindustries zu irgendeinem Zeitpunkt für eine andere Geldpolitik eingesetzt haben, ist dies heuchlerisch.

Die Unia fordert scienceindustries auf, endlich gemeinsam mit der Gewerkschaft Druck auf Politik und Nationalbank für die Abschwächung des Schweizer Frankens und für eine zukunftsgerichtete Industriepolitik zu machen. Wie eine solche aussehen könnte, hat die Unia kürzlich in ihrem „Manifest für eine industrielle Schweiz“ dargelegt.

 

Artikel von: Gewerkschaft Unia
Artikelbild: © 360b – shutterstock.com

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