Wertberichtigung beim Pumpspeicherwerk Limmern

20.09.2016 |  Von  |  Energieversorgung, News

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Axpo wird im aktuellen Geschäftsjahr 2025/16 Wertberichtigungen auf Produktionsanlagen und Rückstellungen für Energiebezugsverträge vornehmen müssen. Schuld daran sind die im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 % gesunkenen europäischen Grosshandelspreise für Strom, was eine länger als erwartet andauernde Tiefpreisphase vermuten lässt.

Von den Anpassungen, die den Konzern etwa mit 1,4 Mia. CHF belasten werden, ist auch das neue Pumpspeicherwerk (PSW) Limmern nicht ausgenommen. Die Überprüfung der Werthaltigkeit hat ergeben, dass das Werk um 540 Mio. CHF wertberichtigt werden muss.

Die Profitabilität des PSW Limmern hängt stark von der Preisdifferenz zwischen Grundlaststrom und Spitzenstrom ab, welcher bei Verbrauchsspitzen oder zum Ausregeln von Netzschwankungen gebraucht wird. Diese Marge ist für einen rentablen Betrieb nicht ausreichend, und Axpo rechnet nicht damit, dass sich dies mittelfristig ändern wird.

Deshalb nimmt Axpo auf dem für die Versorgungssicherheit in der Schweiz äusserst wichtigen, aber in den nächsten Jahren nicht rentablen Jahrhundertwerk eine massive Wertberichtigung vor; die grösste im ganzen Kraftwerkpark.

Trotz der für ein PSW signifikant geänderten Marktbedingungen erwartet Axpo, dass die Profitabilität des PSW Limmern in Zukunft angesichts des Trends zu zunehmend unregelmässig anfallender Energieproduktion gesteigert werden kann.

Dazu müssen alle Einnahmequellen (Spot-, Intraday-, Options- und Systemdienstleistungs-Märkte, Kapazitäts-, Netz- oder Versorgungsreserven) genutzt und die Belastungen durch Abgaben reduziert werden können. Regelenergie ist ein Trumpf des neuen, mit modernsten, schnell umschaltbaren Pumpturbinen ausgestatteten PSW Limmern.

Zu den unerfreulichen Preisprognosen kommen grosse Unsicherheiten regulatorischer und politischer Natur. Betroffen von den erneuten Wertberichtigungen sind neben dem PSW Limmern vor allem Wasser- und Kernkraftwerke sowie die Energiebezugsverträge mit Partnerwerken und französischen Kernkraftwerken.

Die Verschiebung des Wiederanfahrtermins von Block 1 des Kernkraftwerks Beznau auf Ende 2016 fand im Rahmen der Überprüfung ebenfalls Berücksichtigung. Wie bereits im Frühjahr kommuniziert, dürfte der Stillstand der Anlage von August 2015 bis zum geplanten Wiederanfahrtermin Ende 2016 Kosten von rund 200 Mio. Franken zur Folge haben.

 

Artikel von: Axpo Holding AG
Artikelbild: Symbolbild: Limmernsee (© stockwerk – shutterstock.com)

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