Berufsgruppen-Modell für Inländervorrang

09.09.2016 |  Von  |  News
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Berufsgruppen-Modell für Inländervorrang
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Mitte September 2016 beginnen im nationalen Parlament in Zürich die Beratungen zur Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative.

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich hat einen Indikator entwickelt, der die Umsetzung des Inländervorrangs konkretisiert. Der Indikator misst die Intensität des Fachkräftemangels in 97 Berufen und kann als Grundlage eines Inländervorrangs für Berufe ohne Mangel vorgesehen werden.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband befürwortet das Berufsgruppen-Modell und empfindet dieses als zielführend, da es nicht ganze Branchen betrifft und zudem regional sowie zeitlich befristet wirkt.

Für die Schweizer Wirtschaft ist es zentral, dass die zukünftige Ausgestaltung der Zuwanderungspolitik den spezifischen Bedarf an Fachkräften berücksichtigt. Ein neuer Indikator erlaubt es, die Intensität des Fachkräftemangels in 97 Berufen aufzuzeigen. Mit Hilfe von vier Variablen kann die Intensität des Mangels in einem spezifischen Beruf gemessen werden (vgl. „Hintergrundinformation“).

In der Schweiz sind unter den Mangelberufen mit den höchsten Indikatorwerten viele akademische Berufe und techniknahe Tätigkeiten sowie Gesundheitsberufe. Konkret wird die Liste angeführt von Ärzten, Ingenieuren, spezialisierten Produktionsleitern, Software-Entwicklern und akademischen Gesundheitsberufen. Tiefe Werte weisen auf eine schwache Nachfrage und geringen Mangel hin. Dies trifft unter anderem auf Schalterangestellte, Kassierpersonal oder allgemeine Bürokräfte zu.

Teilweise fokussieren bisherige Umsetzungsvorschläge für die zukünftige Zuwanderungspolitik unter anderem auf regional betroffene Branchen. Diese Betrachtungsweise ist allgemein und differenziert innerhalb der Branchen nicht zwischen Berufen, die einen Fachkräftemangel aufweisen, und solchen, bei denen dies nicht der Fall ist.

Arbeitgeberverband zeigt sich zufrieden

Im Urteil des Schweizerischen Arbeitgeberverbands und seiner Mitglieder müssen die Steuerungsmassnahmen – sowohl der sanfte Inländervorrang als auch weitere Abhilfemassnahmen – an Berufe und nicht an Branchen geknüpft, zeitlich befristet sowie auf Regionen beschränkt sein.

Für Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt bietet das vom Kanton Zürich erarbeitete Berufsgruppen-Modell mit seinem Indikator für Berufe mit und ohne Fachkräftemangel eine überzeugende und praktikable Lösung für die Schweizer Wirtschaft.

Denn damit können sowohl ausländische Erwerbstätige in Berufe mit Fachkräftemangel kanalisiert als auch Massnahmen zur besseren Integration von inländischen Arbeitskräften, in denen kein Mangel besteht, ergriffen werden.

„Wir sind überzeugt, dass das Berufsgruppen-Modell eine Grundlage für einen zielgerichtet angewendeten Inländervorrang ist. Im letzten Jahr konnten die RAV im Kanton Zürich rund 3000 Personen in gemeldete Stellen vermitteln“, erklärt Bruno Sauter, Chef des Zürcher Amtes für Wirtschaft und Arbeit.

Auch in der Bauwirtschaft steht man dem Inländervorrang offen gegenüber. „Entscheidend ist, dass dabei nach Berufsgruppen unterschieden wird, und nicht einfach pauschal nach Branchen“, sagt Gian-Luca Lardi, der Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbands.

Bei tief qualifizierten Mitarbeitenden sieht er durchaus ein Potenzial für einen höheren Inländeranteil. Bauingenieure und Bauführer hingegen seien ausgesprochene Mangelberufe, immer mehr auch Berufe, die ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis voraussetzen.

„Das vom AWA entwickelte Modell und die zugrundeliegenden Parameter erachten wir als eine konkrete und pragmatische Lösung, um die Unterscheidung nach Berufsgruppen umzusetzen“, betont Lardi.

Hintergrundinformation: Variablen zur Messung des Fachkräftemangels

Vier Variablen fliessen in den Mangelindikator ein:

  • Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung
  • Anzahl offener Stellen im Verhältnis zur Anzahl Stellensuchender in einem bestimmten Beruf
  • Dauer der Stellenausschreibung
  • Dauer der Stellensuche

Der Indikator unterscheidet sich methodisch von bestehenden Analysen. Er wendet für die Auswahl der Variablen ein faktoranalytisches Verfahren an und schliesst ein rein intuitives Vorgehen aus. Es werden Zusammenhänge zur Erklärung des Fachkräftemangels herangezogen, die statistisch nachgewiesen werden können.

Erläuterungen zum Mangelindikator für Berufe und eine grafische Darstellung sind hier abrufbar.
Artikel von: Schweizerischer Arbeitgeberverband
Artikelbild: Symbolbild © Rawpixel.com – shutterstock.com

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