Bei Hertie gilt die D-Mark wieder

28.08.2016 |  Von  |  Finanzen, News
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Totgesagte leben länger – dieser Spruch gilt auch für die D-Mark, die bis 2001 offizielles Zahlungsmittel in Deutschland war, ehe sie vom Euro abgelöst wurde. Viele Deutsche trauern noch immer der alten Währung nach – und hüten sie zu Hause.

Daran will das niedersächsische Online-Kaufhaus Hertie jetzt etwas ändern und den Deutschen die letzten D-Mark-Münzen und -Scheine abknöpfen. Hierzu hat sich das Osnabrücker E-Commerce-Unternehmen eine spezielle Aktion einfallen lassen – die D-Mark gilt nun wieder im Hertie-Online-Shop.

Noch fast 13 Mrd. D-Mark im Umlauf

Was wie eine humorige PR-Aktion klingt, hat einen realen Hintergrund. Angaben der Deutschen Bundesbank zufolge waren Ende Juni dieses Jahres noch 167.3 Mio. Scheine und 23.5 Mrd. Münzen der Altwährung im Umlauf. Der Gesamtwert beläuft sich demnach auf rund 12.76 Mrd. D-Mark, was in etwa 6.53 Mrd. Euro entspricht. Besonders weit verbreitet sind die 10-D-Mark-Scheine. Diese stecken statistisch gesehen in jedem deutschen Haushalt noch mehr als einmal unter dem Kopfkissen.

Weil jedes Jahr nur rund 100 Mio. D-Mark in Euro umgetauscht werden, müssten die Niederlassungen der Landeszentralbanken theoretisch noch über 100 Jahre die Altwährung in Euro wechseln – warum das Altgeld bei Hertie.de also nicht gleich auf den Kopf hauen. Um seinen Kunden das Einschicken der Banknoten per Wertbrief der Post zu versüssen, wird ein günstigerer als der offizielle Umtauschkurs der Bundesbank offeriert – statt 1.95583 D-Mark pro Euro brauchen Hertie-Kunden nur 1.8181 D-Mark pro Euro zahlen.

Idee eines Auszubildenden

„Damit auch Kunden das Angebot annehmen, die lediglich 20 bis 30 D-Mark im Portemonnaie haben, wurde der günstigere Wechselkurs festgelegt, um die Kosten des Postversandes abzufangen“, sagt André Belhaouès, Auszubildender und Ideengeber der Aktion bei Hertie.de.

Während der über 100-jährigen Geschichte des Kaufhauses haben die Kunden mehr als fünf Jahrzehnte mit Deutscher Mark bezahlt. Vorher gab es bereits die Mark, die Rentenmark, die Reichsmark, in manchen Städten zeitweise sogar lokales Notgeld und die Alliierte Militärmark.

 

Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © docstockmedia – shutterstock.com

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