Finma nimmt Petrobras-Banken unter die Lupe

24.08.2016 |  Von  |  Allgemein
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Kommenden Monat beginnen die Ermittlungen im Rahmen des Enforcement-Verfahrens gegen die Tessiner Bank PKB sowie mindestens eine weitere Bank wegen Schmiergeldzahlungen um den brasilianischen Petrobras-Konzern. Das zeigen Recherchen von „Handelszeitung“ und „Le Temps“. Die Bank PKB sei im Juli über den konkreten Start dieses Verfahrens informiert worden.

Bis anhin hat die Finanzmarktaufsicht Finma vier solche Verfahren gegen Schweizer Banken eröffnet, wobei jenes gegen die Bank BSI bereits eingestellt worden ist. Aus dem Umfeld der Finma sei zu erfahren, dass die Zahl der Enforcement-Verfahren bald weiter zunehmen könnte, schreibt die Zeitung.


Den Banken wird vorgeworfen, Geldwäscherei-Vorschriften verletzt zu haben. Der Schweizer Bankenplatz spielt eine massgebliche Rolle im Korruptionsskandal um den staatlichen, brasilianischen Erdölkonzern Petrobras. Lieferanten hatten Manager und Politiker geschmiert, um an milliardenschwere Aufträge zu kommen. Ein grosser Teil dieser Zahlungen lief über die Schweiz. Teilweise hatten Bestecher und Bestochene die Konten bei derselben Bank. Der „Handelszeitung“ und „Le Temps“ liegen Belege für Beziehungen zu 16 Banken vor, darunter auch Julius Bär, Credit Suisse, J. Safra Sarasin und Banque Heritage.

Neben der Finma ermittelt auch die Bundesanwaltschaft. Diese sitzt mittlerweile auf einem riesigen Berg von Daten. „Mehrere Millionen Dokumente“ gelte es zu sichten, sagt ein Sprecher der Behörde. Die beabsichtigte gemeinsame „Task Force“ mit Brasilien sei bisher nicht eingerichtet worden. Die Behörden beider Länder arbeiteten jedoch „ausserordentlich gut“ zusammen. Ein im Februar in der Schweiz verhafteter Brasilianer, der im Auftrag des Baukonzerns Odebrecht Konten saldieren wollte, sei inzwischen wieder freigelassen worden, sagt der Sprecher.

 

Artikel von: Handelszeitung
Artikelbild: © igorstevanovic – shutterstock.com

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