Neue Finanzkrise – ein Problem für europäische Institute

10.08.2016 |  Von  |  Finanzen, News
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Neue Finanzkrise – ein Problem für europäische Institute
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Wenn es zu einer neuen Finanzkrise käme, würden etliche europäische Finanzhäuser wegen zu wenig Eigenkapital in Schwierigkeiten geraten. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Beteiligung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die Forscher stützten sich dabei auf die jüngsten Resultate der Stresstests bei Banken. Danach würden Fehlbeträge in Milliardenhöhe entstehen, die je nach Krisenszenario und Methode erhebliche Schwankungen aufweisen.

Diese sind insbesondere bei Geldhäusern in Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Spanien und Italien am stärksten ausgeprägt. Für ihren Vergleich haben die Wissenschaftler zwei Massstäbe herangezogen: zum einen den Ansatz der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) für den Bankenstresstest 2014, zum anderen die Methode der US-Notenbank Fed für den Stresstest 2016 im Bankensektor der Vereinigten Staaten von Amerika.

Ausgehend von den Annahmen, die die EBA und die Fed zugrunde gelegt haben, erweiterten die Mannheimer Forscher ihren Vergleich um einen marktbasierten Ansatz, nämlich die Annahme eines Einbruchs der weltweiten Aktienmärkte um 40 Prozent innerhalb von sechs Monaten. Untersucht wurden – analog zum Bankenstresstest der EBA 2016 – 51 europäische Kreditinstitute, 34 davon börsennotiert.


Deutschte Bank (Bild: © JPstock - shutterstock.com)

Deutschte Bank (Bild: © JPstock – shutterstock.com)


Flaggschiffe der Finanzindustrie betroffen

Unter den Bedingungen des EBA-Szenarios belaufen sich die Fehlbeträge aller 51 Banken auf insgesamt 5,6 Mrd. Euro. Das Fed-Krisenszenario dagegen weist Fehlbeträge in Höhe von insgesamt 123 Mrd. Euro aus. Die Geldhäuser mit den grössten Kapitallücken sind im Fed-Szenario die Deutsche Bank (19 Mrd. Euro), die französische Société Générale (13 Mrd. Euro) und die französische BNP Paribas (zehn Mrd. Euro).

Die Kapitallücken, die die Autoren anhand des Stresstests mit Marktdaten, also bei Annahme eines Einbruchs der Aktienmärkte um 40 Prozent in sechs Monaten, für die 34 börsennotierten Banken aufgedeckt haben, beliefen sich auf 675 Mrd. Euro, im Fed-Stresstest auf 92 Mrd. Euro. Dabei erwiesen sich die französische Crédit Agricole (79 Mrd. Euro), BNP Paribas (75 Mrd. Euro) und die Deutsche Bank (60 Mrd. Euro) als die Banken mit den grössten Fehlbeträgen.

 

Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © Creative Lab – shutterstock.com

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