Apple Pay in der Schweiz – positiv trotz holprigem Start

05.08.2016 |  Von  |  News

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Apple Pay ist in der Schweiz seit einem Monat im Einsatz. Die Ziele des Bezahldienstes sind ehrgeizig. Bis Ende 2016 soll die Integration in den Bezahlprozess von eCommerce-Systemen erfolgreich abgeschlossen sein. Allerdings gilt es, zunächst noch einige Startschwierigkeiten zu überwinden. Der Beginn war recht holprig.

Ob Discounter wie Aldi, Lidl, Spar und Avec, der Cash & Carry-Abholmarkt TopCC, die Kioskbetreiber KKiosk und P&B oder Luxusmarken wie Louis Vuitton, Hublot und TagHeuer: Die Liste der Detailhandelspartner von Apple Pay ist lang. „Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Start des Bezahldienstes für iPhone, iPad und die Apple Watch mit einigen Hindernissen begonnen hat“, sagt Robert Thöne, Managing Director der Performancemarketing-Agentur metapeople in Zürich.

Eingeschränkter Karteneinsatz behindert

Zwar gebe es landesweit rund 100‘000 Kassenterminals, die kontaktlose Kreditkarten unterstützen. Aber die Alternative zur Geldbörse funktioniere derzeit nur mit Mastercard- und Visa-Karten von Cornèrcard, Bonus Card, Swiss Bankers und demnächst vom deutschen Anbieter Wirecard, der seinen Markteintritt in der Schweiz angekündigt hat.

Aber unabhängig vom Wettstreit mit dem für diesen Herbst angekündigten Bezahldienst Twint – hinter dem die fünf grössten Schweizer Banken Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen, UBS und ZKB, das Finanzinfrastrukturunternehmen SIX, die Swisscom sowie die Detailhandelsriesen Migros und Coop stecken – und der Klage der Stiftung für Konsumentenschutz bei der Wettbewerbskommission hat Apple Pay laut Thöne „das Potenzial für eine Erfolgsgeschichte“.


Der Start von Apple Pay in der Schweiz war holprig, doch Marketing-Experten sind optimistisch. (Bild: © Pranch - shutterstock.com)

Der Start von Apple Pay in der Schweiz war holprig, doch Marketing-Experten sind optimistisch. (Bild: © Pranch – shutterstock.com)


Entwicklung des Kartengeschäftes lässt hoffen

Denn Jahr für Jahr werden in allen Landesteilen der Schweiz mit immer mehr Kreditkarten immer mehr Transaktionen getätigt. Eine Studie der Universität St. Gallen erwartet, dass bereits Ende 2017 jede erwachsene Person im Land eine Kreditkarte besitzen wird. Aktuell liegt deren Zahl laut der Schweizerischen Nationalbank bei 6.3 Millionen. 5.5 Millionen davon verfügen über eine kontaktlose Zahlungsfunktion – die Voraussetzung für Apple Pay.

Neben dem Einkauf in Ladengeschäften soll dieser Service noch in diesem Jahr auch bei Online-Einkäufen im Safari-Browser eingesetzt werden können – mit dem neuen Betriebssystem macOS Sierra. Dieses „WEB Payment“ wird dabei statt mit Passwort oder PIN-Code per Fingerabdruck auf einem verbundenen iPhone 5 oder höher bestätigt.

Mit einem iPhone Anteil von etwas über 50 % ist die Schweiz in Europa, neben Grossbritannien und Frankreich, der Vorreiter für die digitale Geldbörse. Weltweit hat sie laut Apple inzwischen „mehrere zehn Millionen Nutzer“, gegenüber dem Vorjahr gab es einen Zuwachs von 450 %. Diese Kunden – so Tests – hätten doppelt so häufig etwas gekauft wie User, die anders im Netz bezahlen.



Perspektive E-Commerce

„Vor allem eine Zunahme der Spontankäufe in eCommerce Systemen bei Beträgen bis zu 150 Franken Bestellwert“, erwartet Robert Thöne. Denn eine Beseitigung der Conversion-Hürde „Eingabe der Bezahldaten“ durch die einfache Authentifizierung per Fingerabdruck steigere die Kauflust der Konsumenten – bei gleichzeitig verbesserter Sicherheit. Noch – so der Managing Director von metapeople – haben viele Detailhändler die Auswirkungen von Apple Pay und insbesondere von WEB Payment nicht in ihrem Fokus.

Doch insbesondere im Online-Handel und bei spontanen inApp-Käufen werde dieser Dienst die Spielregeln verändern. „Wer als Schweizer eCommerce Anbieter nicht kurz- bis mittelfristig Apple Pay als Bezahloption in sein Shopsystem integriert und dem Konsumenten damit eine weitere einfach zu nutzende Option für den Einkauf anbietet, kann sehr schnell relevante Marktanteile an Wettbewerber aus dem In- wie aus dem Ausland verlieren“, warnt der Experte.

 

Artikel von: metapeople GmbH /  conosco Agentur für PR und Kommunikation
Artikelbild: © Denys Prykhodov – shutterstock.com

 

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