Schweizer Detailhandel – auch 2016 kein gutes Jahr

02.08.2016 |  Von  |  Finanzen, News
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Schweizer Detailhandel – auch 2016 kein gutes Jahr
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Das letzte Jahr brachte für den Schweizer Detailhandel einen historischen Umsatzrückgang. Auch 2016 wird nicht besser werden, die Umsätze sinken weiter. BAKBASEL rechnet für dieses Jahr erneut mit einem Umsatzminus von 0.8 Prozent. Die angespannte konjunkturelle Lage, das Wetter im Frühjahr sowie der internationale Wettbewerbssituation belasten. Der Negativtrend ist vor allem auf den Non-Food-Bereich zurückzuführen, während im Food-Sektor der Nominal-Umsatz wieder ansteigt.

Nach der Mindestkursaufhebung dämpft die Konjunktur-Eintrübung den Geschäftsgang im Schweizer Detailhandel. Eine Verlangsamung der Einkommensdynamik sowie eine Verschlechterung der Arbeitsmarkt-Lage schränken die reale Umsatzentwicklung ein.

Zudem drückten die nassen und kalten Monate März bis Juni auf die Nachfrage in verschiedenen Warengruppen. Der Zahl der an der Deutschen Grenze abgestempelten Ausfuhrbescheinigungen deutet hingegen auf eine Stabilisierung der Auslandseinkäufe auf hohem Niveau an. BAKBASEL erwartet für 2016 eine Abnahme der realen Umsätze um 0.3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Preisverfall hat sich im bisherigen Jahresverlauf deutlich verlangsamt. Für 2016 prognostiziert BAKBASEL einen Rückgang um 0.6 Prozent. Damit liegt das Preisniveau im Schweizer Detailhandel 2016 auf dem Stand von 1990. Aus der Prognose für die Preis- und Nachfrageentwicklung 2016 ergibt sich erneut ein nominaler Umsatzrückgang. Mit minus 0.8 Prozent prognostiziert BAKBASEL zwar eine deutlich schwächere Abnahme als 2015, höhere Umsatzeinbussen gab es jedoch – abgesehen von den Jahren 2011 und 2015 – zuletzt vor 20 Jahren.


Für den Schweizer Detailhandel wird auch 2016 ein schlechtes Jahr, sagt BAKBASEL. (Bild: © Nejron Photo - shutterstock.com)

Für den Schweizer Detailhandel wird auch 2016 ein schlechtes Jahr, sagt BAKBASEL. (Bild: © Nejron Photo – shutterstock.com)


Food-Bereich wieder leicht positiv

Die Einschätzungen für die beiden Bereiche Food und Non-Food fallen stark unterschiedlich aus. Signifikante Nachfragerückgänge sowie deutlich sinkende Preise führen zu einem kräftigen nominalen Umsatzminus im Non-Food-Sektor, während im Food-Bereich eine Zunahme der wertmässigen Umsätze zu erwarten ist. Im Food-Sektor stagnieren die Preise gemäss den Einschätzungen von BAKBASEL auf dem Niveau von 2015, während die Nachfrage wieder leicht zulegt.

Der stärkste Nachfragezuwachs 2016 ist im Detailhandel mit Unterhaltungs- und Büroelektronik zu erwarten. Mit einem Anstieg der realen Umsätze um 2.5 Prozent sticht das prognostizierte Wachstum im Vergleich zu den anderen Warengruppen heraus. Verglichen mit der Dynamik der vergangenen Jahre fällt das Wachstum jedoch stark unterdurchschnittlich aus. Nach einer Phase mit hoher Innovationsgeschwindigkeit fehlen zurzeit bahnbrechende Neuerungen auf dem Markt, die die Nachfrage antreiben.

Kräftige Nachfragerückgänge werden hingegen im Bekleidungsdetailhandel erwartet (-6.2% p.a.). Insbesondere die ungünstige Wetterlage in der ersten Jahreshälfte 2016, sowie der hohe Konkurrenzdruck ausländischer Anbieter dürften die reale Umsatzentwicklung beeinträchtigen.

 

Artikel von: BAK Basel Economics AG
Artikelbild: © Olesia Bilkei – shutterstock.com

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