CEO-Führungsstil und Unternehmenskultur – keine Einheit?

21.07.2016 |  Von  |  News
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CEO-Führungsstil und Unternehmenskultur – keine Einheit?
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Normalerweise würde man davon ausgehen, dass ein CEO mit der Philosophie des Unternehmens, das er führt, konform gehen sollte. Genau das Gegenteil behauptet jetzt eine Studie der Georgia State University. Danach ist wenig Übereinstimmung zwischen dem gelebten CEO-Führungsstil und der Unternehmenskultur eine gute Voraussetzung, um die Performance zu verbessern.

Eine überraschende Erkenntnis. „Konsistenzen zwischen CEO-Führungsstil und Kultur schaffen Redundanzen“, erklärt Chad Hartnell, Professor für Führungswissenschaft an der Georgia State University. Unterschiede dagegen könnten frischen Schwung bringen – zumindest, solange sie nicht zu extrem ausfielen.

Zuviel Konformität verengt die Sicht

Die Annahme, dass ein CEO zur Unternehmenskultur passen sollte, ist verbreitet – und falsch, so die Studie, die 119 CEOs und 337 weitere Top-Manager in US-Unternehmen erfasst hat. „Führungskräfte, die Kultur-Konformisten sind, sind ineffektiv“, fasst Hartnell zusammen. Denn sie können Mitarbeiter letztlich davon abhalten, Neues auszuprobieren. „Ähnlichkeiten zwischen Führung und Kultur können einen kurzsichtigen Fokus auf Dinge, die in der Vergangenheit funktioniert haben, bedingen“, warnt er.

„CEOs, deren Führungsstil sich von der Kultur abhebt, nutzen Unternehmen, da sie Ressourcen bereitstellen, die die Kultur nicht bietet“, meint der Wissenschaftler. Er verweist als Beispiel auf Richard Anderson, den ehemaligen CEO von Delta Airlines. „Seine sachbezogene Führung hat Deltas personenbezogene Kultur ergänzt.“ Denn dank Anderson habe das Unternehmen Chancen nutzen und auf schnelle Marktveränderungen reagieren können, während die Kultur den Mitarbeitern koordinierte Anstrengungen und die Umsetzung der Strategie erleichtert habe. Der Unterschied hätte somit finanziellen Erfolg ermöglicht.

Ergänzen, nicht unterwandern

Unterschiede seien aber nur nützlich, solange sie nicht zu weit gingen. Wenn der Zugang eines CEOs praktisch auf Konflikt ausgelegt sei, werde das auch Widerstände und Unmut auslösen. Eine Führungskraft wiederum, die alles Altbewährte einfach abtue, werd Unsicherheit und Skepsis bei den Mitarbeitern auslösen, warnt Hartnell. „Führungskräfte sollten danach suchen, was die Kultur nicht abdeckt, und in die Bresche springen“, so der Wissenschaftler. Der Führungsstil sollte dabei positive Aspekte der Unternehmenskultur fördern und zu dieser beitragen, ohne sie zu unterwandern.

 

Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © Monkey Business Images – shutterstock.com

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