Bei Hitze arbeiten – Tipps von der Fachärztin

20.07.2016 |  Von  |  Allgemein, News

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Wer in der Sommerhitze Ferien geniessen kann, hat Glück. Viele Beschäftigte müssen aber auch an den heissesten Tagen arbeiten. Stress für den Körper, vor allem bei Arbeitsplätzen unter freiem Himmel.

Mit den Hitze-Tipps von Frau Dr. med. Irene Kunz, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Innere Medizin bei der Suva in Luzern, lässt sich aber auch ein feucht-heisser Arbeitstag im Freien gut bewältigen.


Frau Kunz, wann kann Hitze bei der Arbeit im Freien die Gesundheit gefährden?

Irene Kunz: Wenn die Regulation der Körpertemperatur aus dem Gleichgewicht fällt, der Körper mehr Wärme produziert und mehr Wärme aus der Umgebung aufnimmt, als er durch Schwitzen abgeben kann.

Was sind typische hitzebedingte Beschwerden? Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, verminderte Konzentration können die ersten Symptome sein. Später können Schwindel, Übelkeit oder ein Bewusstseinsverlust hinzukommen. Im schlimmsten Fall droht ein Hitzschlag, der ärztliche Behandlung erfordert.

Was können Arbeitnehmende tun, um sich selber vor Hitze zu schützen?

Vor der Arbeitsaufnahme und während des Tages genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist eine der wichtigsten Massnahmen. Im Sommer kann der Wasserbedarf des Körpers mehrere Liter ausmachen. Die Arbeitnehmenden sollen angepasste Kleidung samt Kopfbedeckung tragen, die das Schwitzen zulässt. Wichtig ist das Einstreichen von Sonnencreme und das Tragen einer Sonnenbrille als UV-Schutz. Wer die Wahl hat, soll schwere Arbeiten auf den Morgen verlegen, das Arbeitstempo anpassen und bei der Arbeit Schatten aufsuchen. Die körpereigenen Warnsignale soll jeder Arbeitnehmende ernstnehmen.


Dr.  med. Irene Kunz (Bild: © Suva)

Dr.  med. Irene Kunz (Bild: © Suva)


Welche Massnahmen kann der Arbeitgeber bei grosser Hitze ergreifen?

Für den Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts sollen geeignete Getränke bereitgestellt werden. Kaffee ist nicht geeignet. Arbeit, Arbeitskleidung und Arbeitsumgebung sind so zu gestalten, dass weder ein Flüssigkeitsdefizit noch eine Überhitzung des Körpers auftreten. Hitzearbeiten sind durch Änderungen des Arbeitsverfahrens nach Möglichkeit zu vermeiden. Die Arbeitsplätze sind vor direkter Sonneneinstrahlung z. B. durch Sonnendächer, -segel oder -schirme zu schützen.

Durch geeignete Lüftungsmassnahmen kann eine Abkühlung erreicht werden. An ständigen Arbeitsplätzen ist auch der Einsatz einer Klimatisierung zu prüfen. Gegen die Abwärme von Maschinen kann eine zusätzliche Isolation oder ein Hitzeschutzschirm Abhilfe leisten. Schwere körperliche Arbeiten im Freien sind möglichst in den Morgenstunden vorzunehmen. Bei sehr hohen Temperaturen sind schwere und sehr schwere Arbeiten zu vermeiden.

Kann sich die Situation derart zuspitzen, dass infolge grosser Hitze auch leichte Arbeiten zu vermeiden sind oder gar nicht mehr gearbeitet werden darf?

Diese Situation ist äusserst selten. In der Regel können durch technische, organisatorische und personenbezogene Massnahmen die Arbeiten fortgesetzt werden.

Haben Sie weitere Tipps für Arbeiten bei Hitze?

Der menschliche Körper verfügt über ein sehr empfindliches Wärmeregulationssystem, das uns „meldet“, wann Vorsicht geboten ist. Jeder Arbeitnehmer soll die Körpersignale ernstnehmen und Schatten aufsuchen, ausreichend trinken und das Arbeitstempo anpassen oder öfters Pausen einlegen. Dies ist der sicherste Weg, Hitzeerkrankungen zu vermeiden.

 

Artikel von: Suva
Artikelbild: © Minerva Studio – shutterstock.com

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