Hypothekenbarometer 2016: Zinsen im Keller

13.07.2016 |  Von  |  News
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Die Zinsen für Festhypotheken sind bereits seit Sommer des Vorjahres auf Talfahrt. Dies hat sich auch im II. Quartal 2016 fortgesetzt. Zu Beginn des Jahres lagen in der Schweiz die Hypothekarzinsen bei knapp 1,9 Prozent, nach dem I. Quartal bei 1,6 Prozent und am Ende des II. Quartals bei 1,5 Prozent. Wer gut verhandelt, kann von dieser Entwicklung profitieren – nicht selten werden Hypotheken mit zehn Jahren Laufzeit bei 1 Prozent oder darunter abgeschlossen.

Im Vergleich zum Vorquartal werden zehnjährige Laufzeiten zu 0,1 Prozentpunkten weniger verzinst, also nur noch zu 1,5 Prozent. Entsprechend hat die Nachfrage nach langen Laufzeiten weiter zugelegt. Auch die Nachfrage nach mittelfristigen Laufzeiten hat leicht zugenommen, während kurzfristige Laufzeiten weniger nachgefragt wurden. Dies geht aus dem aktuellen Hypotheken-Barometer von comparis hervor.

Bislang keine spürbaren Auswirkungen durch den BREXIT

Ein genauer Blick auf das Hypotheken-Barometer zeigt, dass nicht nur die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken gesunken sind. Auch die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken sind im Vergleich zum letzten Quartal leicht zurückgegangen – von 1,2 auf 1,1 Prozent. Bei den kurzfristigen Hypotheken zeigte sich praktisch keine Veränderung; die Richtzinsen für einjährige Festhypotheken liegen nach wie vor bei 1,1 Prozent. Dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) auch im Juni bestätigt hat, am negativen Leitzins von -0,75 Prozent festzuhalten, hat zu anhaltend tiefen Zinserwartungen am Hypothekarmarkt geführt.

„Wir stellen jedoch fest, dass sich der Abwärtstrend bei der Zinsentwicklung im letzten Quartal etwas verlangsamt hat“, so Marc Parmentier, Banken-Experte von comparis. „Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Lage an den Märkten mittelfristig nach dem BREXIT entwickelt. Kurzfristig hat dies zu keinen grossen Verwerfungen geführt. Allerdings scheint der Franken für Anleger trotz deutlicher Überbewertung ein sicherer Hafen zu sein. Sollte der Aufwertungsdruck auf den Franken weiterhin hoch bleiben, könnte die SNB eine Senkung des Leitzinses erneut in Erwägung ziehen“, stellt Parmentier fest. Dies dürfte in der Folge zu einem weiteren Nachgeben der Hypothekarzinsen führen.


Hypothekarzinsentwicklung (Grafik: © comparis)

Hypothekarzinsentwicklung (Grafik: © comparis)


Langfristige Laufzeiten werden stärker nachgefragt

Die Entwicklung der Hypothekarzinsen hat die Nachfrage noch stärker in Richtung zehnjährige Laufzeiten verändert. Lag der Anteil der zehnjährigen Laufzeiten Ende des ersten Quartals noch bei 80 Prozent, waren es Ende des zweiten Quartals 82 Prozent. Bei den fünfjährigen Laufzeiten sank der Anteil von 18 auf 16 Prozent, während der Anteil der einjährigen Laufzeiten von 2,5 auf 1,8 Prozent fiel.

„Angesichts der derzeitigen Zinsentwicklung sind die vorliegenden Zahlen keine Überraschung“, meint Banken-Experte Parmentier. „Von dieser Entwicklung profitieren neben Käufern jene Konsumenten, die ihre Hypothek im 2016 oder 2017 ablösen können. Die Zinskonditionen auf dem Hypothekarmarkt sind derzeit sehr attraktiv.“


Nachgefragte Laufzeiten (Grafik: © comparis)

Nachgefragte Laufzeiten (Grafik: © comparis)


Grundlage der Daten

Die Angaben zu den Zinssätzen basieren auf den Richtzinssätzen von rund 65 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Für die nachgefragten Laufzeiten wurden die Finanzierungsgesuche ausgewertet, welche Kreditsuchende bei der Comparis-Schwesterfirma HypoPlus nach einer unabhängigen Beratung angaben. Die Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen die Zinsen der Hypothekarofferten unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Die Datengrundlage der Nachfrage wurde 2014 geändert. Daher ist kein direkter Vergleich zu den Werten der Vorjahre möglich. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Anfang Oktober 2016.

 

Artikel von: comparis
Artikelbild: © Stock-Asso – shutterstock.com

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