Studie zeigt zusätzlichen Ausbildungsbedarf bei sozialen Berufen

29.06.2016 |  Von  |  Bildung, News, Studien
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Studie zeigt zusätzlichen Ausbildungsbedarf bei sozialen Berufen
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Eine neue Studie von SAVOIRSOCIAL belegt eindeutig: Bis zum Jahr 2024 werden 45‘000 bis 59‘000 zusätzliche Fachkräfte benötigt, um die Arbeitsfelder „Unterstützung von Kindern und Jugendlichen“, „Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen“ und „Betreuung von Menschen im Alter“ abzudecken.

„Fachkräfte- und Bildungsbedarf für soziale Berufe in ausgewählten Berufsfeldern des Sozialbereichs“ lautet der Titel der Untersuchung. Sie zeigt auf, dass in den nächsten acht Jahren mehrere Tausend Ausbildungsplätze für soziale Berufe zusätzlich nötig sein werden, um der Nachfrage quantitativ und qualitativ gerecht zu werden.

Die sozialen Berufe verzeichneten in den letzten 20 Jahren ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum von jährlich rund 5%. Allein in den drei Arbeitsfeldern „Unterstützung von Kindern und Jugendlichen“, „Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen“ und „Betreuung von Menschen im Alter“ üben heute rund 97’000 Personen einen sozialen Beruf aus.

Unter den Beschäftigten finden sich überdurchschnittliche viele Frauen (Frauenanteil: 81%) und jüngere Personen (35% der Personen sind unter 30jährig) sowie relativ wenige Ausländer/innen (Ausländeranteil: 12%). Die Teilzeiterwerbsquote ist vergleichsweise hoch (64%), ebenso der Anteil von Beschäftigten ohne berufsspezifische Ausbildung (je nach Beruf bis zu 30%).

Ohne ausländische Fachkräfte geht es nicht

2015 hatte rund die Hälfte (47%) der befragten Betriebe mit Problemen bei der Personalrekrutierung zu kämpfen. Nach der Studie werden für die zwölf erfassten sozialen Berufe in den nächsten acht Jahren rund 45’000 bis 59’000 zusätzliche Fachkräfte benötigt. Diese Nachfrage wird zu einem grossen Teil mit den neuen inländischen Berufs- und Studienabgänger/innen gedeckt werden können. Gleichzeitig bleibt die Sozialbranche auf ausländische Fachkräfte angewiesen.


Ausbildungsbedarf - der Schweizer Sozialbereich benötigt dringend mehr Ausbildung. (Bild: © Barabasa - shutterstock.com)

Ausbildungsbedarf – der Schweizer Sozialbereich benötigt dringend mehr Ausbildung. (Bild: © Barabasa – shutterstock.com)


Wo Ausbildung besonders gefragt ist

Ein erhöhter Ausbildungsbedarf besteht insbesondere bei den stark nachgefragten sozialen Berufen Assistent/in Gesundheit und Soziales, Fachfrau/Fachmann Betreuung, Sozialpädagoge/in und bei Führungspersonen. Bei gleichbleibender Qualifikationsstruktur müssen für diese sozialen Berufe in den drei Arbeitsfeldern bis 2024 rund 5’700 Personen zusätzlich ausgebildet werden.

Ein beträchtlicher Teil der Beschäftigten verfügte 2015 über keine berufsspezifische Ausbildung. Eine veränderte Qualifikationsstruktur, d.h. der Ersatz der unausgebildeten Beschäftigten durch ausgebildetes Personal, würde den zusätzlichen Ausbildungsbedarf auf insgesamt rund 15’100 Personen erhöhen.

Forderung nach passendem Rahmen

SAVOIRSOCIAL ruft deshalb die nationale und kantonale Politik dazu auf, für geeignete Rahmenbedingungen und genügend finanzielle Mittel zur Bereitstellung der notwendigen Ausbildungsplätze zu sorgen, damit der qualifizierte Berufsnachwuchs auch langfristig gesichert bleibt.


VOIRSOCIAL setzt sich für Berufsbildungsangebote in den sozialen Berufen ein. (Bild: © Lighthunter - shutterstock.com)

SAVOIRSOCIAL setzt sich für Berufsbildungsangebote in den sozialen Berufen ein. (Bild: © Lighthunter – shutterstock.com)


Prioritäre Massnahmen

SAVOIRSOCIAL selbst wird folgende Massnahmen prioritär angehen:

1. Mehr Berufsabschlüsse für Erwachsene

Den unausgebildeten Beschäftigten soll vermehrt die Möglichkeit geboten werden, einen Berufsabschluss nachzuholen. SAVOIRSOCIAL wird seine Berufsmarketingmassnahmen ausbauen und sich verstärkt für erwachsenengerechte Berufsbildungsangebote in den sozialen Berufen engagieren.

2. Leichterer Einstieg in die berufliche Grundbildung

Für Schulabgänger/innen ist es noch immer äusserst schwierig, direkt im Anschluss an die obligatorische Schule in eine berufliche Grundbildung als Fachfrau/Fachmann Betreuung einzusteigen. SAVOIR-SOCIAL wird im Herbst 2016 einen nationalen Runden Tisch zum Abbau der Einstiegshürden einberufen.

3. Bessere Datenbasis zu Ausbildungs- und Berufsverläufen

Noch gibt es keine Erklärung dafür, warum die Berufsabwanderungsquote bei sozialen Berufen höher ist als woanders. SAVOIRSOCIAL hat deshalb das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB mit einer Studie zu den Ausbildungs- und Berufsverläufen der verschiedenen Berufsgruppen im Berufsfeld Soziales beauftragt.

 

Artikel von: SAVOIRSOCIAL
Artikelbild: © Photographee.eu – shutterstock.com

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