Alternative Anlagemöglichkeiten wegen negativer Renditen im Blick

16.06.2016 |  Von  |  News
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Alternative Anlagemöglichkeiten wegen negativer Renditen im Blick
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Laut Umfragen, bei denen mehr als 1’100 betriebliche Altersversorgungseinrichtungen mit einem Anlagevolumen von über 930 Mrd. Euro berücksichtigt wurden, investieren europäische Pensionspläne weiter verstärkt in alternative Anlageklassen. Unter anderem werden Anleihen stärker in den Blick genommen.

Mittlerweile machen diese 16 Prozent des durchschnittlichen Anlagevolumens aus (ein Plus von zwei Prozent seit 2015), während die Aktienquote um einen Prozentpunkt auf 21 Prozent gefallen ist. Zu diesem Ergebnis kommt der Mercer European Asset Allocation Survey 2016.


Investitionsmöglichkeiten für betriebliche Altersvorsorge gesucht (Bild: © PhotographyByMK – Shutterstock.com)

Investitionsmöglichkeiten für betriebliche Altersvorsorge gesucht (Bild: © PhotographyByMK – Shutterstock.com)


Trotz enttäuschender Performance seit 2013 bleiben institutionelle Investoren laut Studie den Schwellenländern treu. 6 Prozent der Gesamtanlage ist durchschnittlich in den Emerging Markets investiert, dies entspricht dem Wert aus dem Vorjahr. Sowohl Emerging Market Debt als auch Aktien sind dabei nach wie vor wichtige Komponenten der Investmentstrategie europäischer Pensionspläne.

„Die institutionellen Anleger betrachten Investitionen in den Emerging Markets als langfristiges Investment, ganz im Gegensatz zu vielen Privatanlegern, die nach Auslaufen des Anleiheaufkaufprogramms der US-Regierung fast schon panisch geflüchtet sind“, so Herwig Kinzler, Leiter des Bereichs Investments bei Mercer in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

„Die Investoren in der Schweiz reduzieren ihr Exposure gegenüber Emerging Markets nicht. Im Gegenteil, es wird daran festgehalten und zum Teil erhöht“, ergänzt Philippe Lüthy, Leiter Investments bei Mercer in der Schweiz.

Bewegung in obligationenähnliche Segmente

Zwar blieb die Obligationenquote in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert, allerdings haben Pensionskassen den Anteil von Staatsanleihen zugunsten von Unternehmensanleihen, Senior Loans und Global High Yield deutlich reduziert.


Geringe Zinsen beim Ansparen (Bild: © g0d4ather – Shutterstock.com)

Geringe Zinsen beim Ansparen (Bild: © g0d4ather – Shutterstock.com)


„Die typische Schweizer Pensionskasse muss eine Rendite von rund 3 Prozent und mehr erzielen. Dies führt zu einer verständlichen Flucht aus Obligationen in CHF, welche zurzeit nach Kosten um die 0 Prozent, wenn nicht gar darunter, abwerfen“, so Philippe Lüthy. „Wir stellen eine Bewegung in obligationenähnliche Segmente wie Senior Loans, Insurance Linked Securities, aber auch Infrastruktur, Private Debt, liquide und marktneutrale Hedge-Fund-Strategien und Global High Yields fest.“

Negativer Cashflow führt zur Suche nach Alternativen

Laut Studie ist der Anteil an Pensionsplänen mit negativem Cashflow (d. h. die monatlichen Rentenzahlungen sind höher als die monatlichen Beiträge) von 37 auf 42 Prozent gestiegen. Dies führt zu erhöhter Nachfrage nach Anlagen, die laufende Erträge generieren, sogenannte Cashflow-Driven-Financing-Strategien. Letztere schliessen auch die Anpassung des Anlageportfolios an die prognostizierten Verpflichtungszahlungen bei gleichzeitiger Stabilisierung des Deckungsgrades (LDI) mit ein.

Die Chance für Investoren: erhöhte Volatilität

„Viele Märkte leiden unter verringerter Liquidität, die zu erhöhter Volatilität führt. Investoren sollten Chancen, die sich daraus ergeben können, genau im Blick behalten und sich so darauf einstellen, dass sie am Ende davon profitieren können“, so Dr. Carl-Heinrich Kehr, Investments-Experte bei Mercer. „Einige der jüngsten Entwicklungen an den Kreditmärkten, wie z. B. die erhöhte Leverage, schlechtere Bonitäten und erhöhte M&A-Aktivität, deuten auf ein nahendes Ende des Kreditzyklus hin. Wichtig sind deshalb jetzt ein robustes Risikomanagement, das auch die Absicherung von Langzeitrisiken mit einschliesst, sowie eine Offenheit für Chancen, die sich aus notleidenden Krediten ergeben.“


Die richtige Geldanlage kann sich langfristig auszahlen. (Bild: © Illustration-Forest – Shutterstock.com)

Die richtige Geldanlage kann sich langfristig auszahlen. (Bild: © Illustration-Forest – Shutterstock.com)


Erträge aus traditionellen Kapitalmarktanlagen („Easy Beta“) sind aufgrund der derzeitigen Bewertungen der meisten grösseren Märkte schwer zu erzielen. Anleger sollten daher eine stärkere Gewichtung von Renditen, die durch aktives Management erzielt werden („Alpha“), in Betracht ziehen.

„Investoren mit langfristigen Verpflichtungen sollten auch auf der Asset-Seite langfristig denken“, so Kehr. „Viele verfolgen zwar eine langfristige Strategie, aber versäumen es, tatsächlich alle damit verbundenen Vorteile zu nutzen. Beispielsweise können langfristig ausgerichtete Anleger von attraktiven Renditen aus Privatmarktanlagen mit ihrer typischen Illiquiditätsprämie profitieren und sollten in der Lage sein, sich bei Verwerfungen an den Kapitalmärkten antizyklisch zu verhalten.“

 

Artikel von: Mercer Deutschland GmbH
Artikelbild: © beeboys – Shutterstock.com

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