TTIP gefährdet Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor

17.05.2016 |  Von  |  News
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TTIP gefährdet Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor
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Mehrere Wirtschaftsexperten und -professoren sind der Ansicht, dass sich die Schweiz dem TTIP-Abkommen zwischen EU und USA rasch anschliessen sollte, da sie andernfalls Benachteiligungen für die Exportindustrie befürchten. Doch tatsächlich stellt das TTIP-Abkommen eine Gefahr für den Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor dar und ist nicht vereinbar mit der Qualitätsstrategie.

Dies stellt die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS-Schweiz) fest.

Mit der Qualitätsstrategie nicht vereinbar

Die Qualitätsstrategie für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft ist unter der Leitung des Bundesamtes für Landwirtschaft erarbeitet worden. Ein Grossteil der Schweizer Akteure im Agrar- und Lebensmittelsektor – von den Produzenten bis zu den Grossverteilern – hat die dazugehörige Qualitäts-Charta im Jahr 2012 unterzeichnet. Ziel der Charta ist es, dass die Konsumenten Schweizer Produkte mit gutem Gewissen geniessen können.

Die Charta hält gemeinsame Werte fest, darunter Natürlichkeit, Genuss, Sicherheit, Gesundheit und Authentizität. Wenn sich die Schweiz dem TTIP-Abkommen anschliesst, werden genau diese Werte gefährdet. Die jüngsten Enthüllungen zum Inhalt des TTIP durch Greenpeace zeigen, dass die Amerikaner eindeutig ihre Agrar- und Lebensmittelstandards durchsetzen wollen.

Sie vertreten die Auffassung, dass die europäischen Konsumenten „Entwicklungspotenzial“ bei Themen wie Hormonfleisch, GVO und Chlorbehandlungen haben und diesbezüglich eine offenere Haltung einnehmen sollten. Für die SALS-Schweiz ist das TTIP-Abkommen EU-USA nicht vereinbar mit der Qualitätsstrategie für die Schweizer Konsumenten. Sie ermuntert die Konsumentenkreise, ihre Ablehnung entschieden zu bekunden, bevor es zu spät ist.

Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor ist gefährdet

Aufgrund der heute verfügbaren Informationen soll das TTIP, zumindest teilweise, die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft liberalisieren. Daher sieht die SALS-Schweiz im Abkommen eine grosse Gefahr für den Schweizer Land- und Ernährungssektor. Schliesst sich die Schweiz dem TTIP an, würden sich die Landwirtschaft sowie der Agrar- und Lebensmittelsektor in einem unfairen Wettbewerb wiederfinden: Sie stünden einer industriellen Landwirtschaft gegenüber, die in der Schweiz verbotene Verfahren einsetzt (z. B. Hormone, GVO) und die über enorme Strukturen verfügt (hoher Tierbesatz, grosse Flächen).

Das TTIP bedroht Branchen mit einer hohen Wertschöpfung wie die AOP/IGP und Labels, denn die USA anerkennen die AOP/IGP nicht. Doch genau in diesen Sparten verfügt die Schweiz über das höchste Exportpotenzial. Für die SALS-Schweiz bringt das TTIP dem Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor keinerlei Vorteile.



Ausserdem liegen die Zölle für nichtlandwirtschaftliche Produkte wie Maschinen oder Uhren, die von der Schweiz in die USA exportiert werden, bereits heute sehr tief (1 bis 2 %). Folglich stellt sich die Frage, weshalb sich die Schweiz dem Abkommen anschliessen sollte. Die Gewinner eines solchen Abkommens dürften einem sehr kleinen Kreis von Unternehmen angehören, die bereits heute international tätig sind.

 

Artikel von: SALS-Schweiz
Artikelbild: © Urheber – shutterstock.com

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