Die Kunst des leichten Gesprächs: Smalltalk

21.04.2016 |  Von  |  Selbstmanagement

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Die Kunst des leichten Gesprächs: Smalltalk
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Bekanntlich ist das vermeintlich Leichte oft am schwersten. Das weiss jeder Komödiant. Und das gilt nicht nur beim Stehempfang oder auf Messen und Veranstaltungen, sondern auch beim Telefonieren. Dabei kann Smalltalk – das leichte Gespräch – Wunder wirken. Indem Sie mit dem Gesprächspartner locker plaudern, können Sie die Beziehung zu ihm festigen und ihn für ein schwieriges Thema „aufwärmen“.

Sie fallen dann nicht mit der Tür ins Haus, sondern wecken Sympathie beim Gegenüber. Stimmt die menschliche Ebene, lassen sich oft auch problematische Sachverhalte ansprechen, ohne dass die Situation eskaliert. Wenn wir einen Menschen mögen, vertrauen wir ihm und nehmen seine Kritik nicht gleich persönlich, sondern hören ihm ernsthaft zu.

Sie können auch im Business-Telefonat beispielsweise an gemeinsame Hobbys oder Interessen anknüpfen oder an die Urlaubsreise, von der Ihnen Ihr Gesprächspartner vorher schon erzählt hat. Dieser Smalltalk funktioniert am Telefon jedoch nur, wenn Sie sich bereits kennen und Ihr Gegenüber daher einschätzen können.

Bei einem Erstkontakt gerät die Plauderei leicht zum Minenfeld, zumal Sie den anderen nicht sehen und seine Mimik nicht einordnen können. Hier wirkt ein zu vertraulicher Umgang oft eher irritierend und peinlich. Gerade bei der Kaltakquise versuchen viele Anrufer, im Plauderton etwas „Wärme“ ins Gespräch zu bringen und fragen etwa jemanden, mit dem sie zuletzt vor einem Jahr gesprochen haben: „Erinnern Sie sich noch an mich?“ oder „Wie geht’s Ihnen?“ Das wirkt alles andere als locker, vielmehr künstlich und gezwungen.

Der andere hört sofort „die Nachtigall trapsen“ und wird vermutlich ungehalten auf diese Floskel reagieren. Er weiss ja, dass Sie ihn in geschäftlicher Absicht anrufen. Kommen Sie daher gegenüber Unbekannten freundlich, aber rasch und zielstrebig zum Kern Ihres Anliegens.

In jedem Falle erfordert guter Smalltalk viel Fingerspitzengefühl. Selbstverständlich bedeutet Lockerheit auch im Umgang mit vertrauten Personen nicht Vertraulichkeit oder gar Aufdringlichkeit. Wenn Sie etwa bemerken, dass der andere offensichtlich unter Zeitdruck steht oder in Gedanken woanders ist, verbietet sich ausgiebige Plauderei.

Bei einem sehr extrovertierten Gegenüber laufen Sie zudem Gefahr, vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen und das Gesprächsziel völlig aus den Augen zu verlieren. Hier können Sie den anderen gegebenenfalls mit geschlossenen Fragen bremsen. Sehr persönliche Themen wie Krankheiten oder Familiengeschichten sind tabu, erst recht sexuelle Annäherungen oder unverschämte Bemerkungen. Unterbreiten Sie keine unmoralischen Angebote wie Essenseinladungen an die Assistenz.

Und leiten Sie aus einem freundlichen Umgangston keine unrealistischen Forderungen ab, etwa Entgegenkommen beim Preis. Lästern Sie auch nicht gemeinsam über Dritte, das kann Ihnen später wieder „auf die Füsse fallen“ – wer weiss, wie der Gesprächspartner anderen gegenüber über Sie redet. Vermeiden Sie zudem heikle Themen wie Religion, Politik oder Wertvorstellungen.

Selbst Sportereignisse fallen für glühende Fans manchmal geradezu unter Glaubensfragen. Schmieren Sie dem anderen auch nicht mit übertriebenen Komplimenten Honig ums Maul. Vielmehr ist ehrliche Wertschätzung gefragt, die sich in echtem Interesse am Gegenüber ausdrückt. Dann können Sie im leichten Gespräch viel erreichen.


„99 Tipps für erfolgreiche Telefonate“ – Buchcover.

„99 Tipps für erfolgreiche Telefonate“ – Buchcover.


Claudia Fischer

99 Tipps für erfolgreiche Telefonate

Die Erfolgspotenziale von Telefonaten optimal nutzen

224 Seiten, gebunden

ISBN: 978-3-86936-668-5

€ 24,90 (D) / € 25,60 (A)

GABAL Verlag, Offenbach 2015

Kurz und knackig bringt Telefonexpertin Claudia Fischer die wichtigsten Erfolgsregeln für Telefonate auf den Punkt. Kein Buch, das man von vorne bis hinten durchlesen muss, sondern ein Angebot an den Leser, sich nach und nach die essentiellen Themen praktisch zu erarbeiten – von den Akquise-Hürden über Konferenzcall bis Zuhörsignale.

Gerade im Zeitalter von Social Media, WhatsApp & Co. ermuntert das Buch, häufiger mal zum Telefonhörer zu greifen. Denn nach wie vor ist das persönliche Gespräch am Telefon der Königsweg zum Kunden. Ein Telefonat ist beziehungsfördernd, meist effektiver als Mails, kann Missverständnisse vermeiden, macht Spass und bringt schnellere Resultate und Erfolge.

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Artikelbild: © Jeanette Dietl – Shutterstock.com

Über Claudia Fischer

Claudia Fischer gilt als eine der renommiertesten Telefon- und Kommunikationsexpertinnen im deutschsprachigen Raum. Sie trainiert Menschen, die noch professioneller telefonieren wollen, ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Als Trainerin konzentriert sie sich bewusst auf die mittel- und langfristige Umsetzung von Telefontrainings mit dem Ziel, Unternehmen einen nachhaltigen Telefonerfolg zu sichern. Durch ihre umfangreiche Coachingausbildung (systemisches und wingwave-Coaching, Graves Values System Model Advanced und 9 Levels of Value System) bietet Claudia Fischer ihren Kunden ausserdem Unterstützung in den Feldern Bewerberdiagnostik und Weiterentwicklung von Vertriebsmitarbeitern und Führungskräften. www.telefontraining-claudiafischer.de


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