Gesundheit am Arbeitsplatz: Start-ups geben Ideen

11.04.2016 |  Von  |  News
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Zu arbeitsintensiv, beschwerlich und uneffektiv – es gibt mehrere Ausreden, weshalb Massnahmen zur Förderung der Gesundheit nie den Arbeitsplatz sehen. Inzwischen können Apps und Wearables jedoch eine grosse Hilfe und Unterstützung dafür sein, dass mehr Gesundheitsbewusstsein in den Arbeitsalltag integriert wird.

Doch damit nicht genug: Prävention und Technik gehen immer stärkere Verbindungen ein, wie die Corporate Health Convention am 10. und 11. Mai in Stuttgart zeigt: Insbesondere frisch gegründete Unternehmen, die sich in der neuen Start-up-Area vorstellen, kombinieren digitale Messtechnik und virtuelle Beratung mit individuellem Nutzen, Spass und Komfort.


Immer mehr Gesundheits-Apps gibt es auf dem Markt. (Bild: © Alexey Boldin – Shutterstock.com)

Immer mehr Gesundheits-Apps gibt es auf dem Markt. (Bild: © Alexey Boldin – Shutterstock.com)


Der dynamische Gesundheitsmarkt bietet Unternehmen vielfältige Ansätze und Lösungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung – doch welche Angebote zünden? Die Digitalisierung ist dabei nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung: Zum einen verändert sie Arbeitsformen und Belastungen, zum anderen führt sie zu smarten Produkten und clever kombinierten Dienstleistungen, die Gesundheitsförderung effektiver und attraktiver machen.

Hier knüpfen insbesondere Start-ups an, denen die Corporate Health Convention in diesem Jahr gezielt eine Bühne gibt: Rund 20 Newcomer zeigen Flagge in der Start-up-Area.

Bürostuhl mit Feingefühl

Mit einer Kombination aus intelligenter Sensorik und physiotherapeutischer Betreuung rückt das Start-up „physiosense“ Rückenschmerzen zu Leibe, die vor allem durch langes Sitzen und Fehlbelastungen verursacht werden: Das fünfköpfige Team aus Absolventen und Studenten der FH Aachen und RWTH Aachen hat einen intelligenten Bürostuhl entwickelt, der ein genaues Bewegungs- und Haltungsprofil des Nutzers erstellt.


Schlechte Bürostühle verursachen häufig Rückenbeschwerden. (Bild: © Andrey_Popov – Shutterstock.com)

Schlechte Bürostühle verursachen häufig Rückenbeschwerden. (Bild: © Andrey_Popov – Shutterstock.com)


Auf Grundlage dieser Daten erarbeiten Physiotherapeuten ein individuelles Präventionskonzept mit und für den Anwender. „Durch die Einbindung regional ansässiger Therapeuten kann ein persönliches Vertrauensverhältnis zwischen Nutzer und Trainer entstehen“, verweist Mitgründer Tim Host auf eine weitere Idee hinter dem Projekt.

Datensicherheit: Ein heikles Thema

Die interdisziplinäre Zusammensetzung des Teams mit Fachleuten aus den Bereichen Mechatronik, Automatisierungstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Physiotherapie und Medizin hat den Brückenschlag zwischen den verschiedenen Fachgebieten erleichtert.

Doch die Verbindung von Prävention und Digitalisierung ermöglicht nicht nur eine perfekt zugeschnittene Vorsorge, sondern wirft auch Fragen auf: In ihrem Vortrag „Prävention im digitalen Zeitalter“ verweisen Johanna Dörter, Björn Lang und Tim Host von physiosende auf die Herausforderung, die der Umgang mit personenbezogenen Messwerten für die Branche bedeutet. „Der Schnittpunkt von privaten Daten, Arbeitnehmerrechten, Datenschutz sowie Transparenz gegenüber Krankenkassen, benötigt eine klare Kommunikationslinie“, so der Tenor.


Datensicherheit ist ein grosses Thema bei Gesundheits-Apps. (Bild: © Jane Kelly – Shutterstock.com)

Datensicherheit ist ein grosses Thema bei Gesundheits-Apps. (Bild: © Jane Kelly – Shutterstock.com)


Diskussion auf dem Podium

Die Erhebung von Vitaldaten ist dabei bereits in vollem Gange: Fitness-Tracker, Wearables und Apps, die ihren Trägern fortlaufend auf den Puls fühlen, liegen im Trend. Doch wer hat Zugriff auf die persönlichen Kennzahlen zur Gesundheit? Wo werden diese gespeichert, wer wertet sie aus?

Zur Diskussion dieser Fragen lädt Katharina Schmitt von der Zeitschrift Personalmagazin ins Praxisforum ein: Mit dem Rechtsexperten Dr. Manteo Eisenlohr, dem Wissenschaftler Prof. Dr. Volker Nürnberg und dem Anbieter Harald Holzer (vitaliberty) erörtert sie Chancen und Gefahren beim Umgang mit Vitaldaten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Mehr Erfolg durch Self-Tracking

Um Mitarbeiter zu einem gesünderen Lebensstil zu ermuntern, verknüpft Start-up „Hanako“ mobile medizinische Gesundheitschecks mit digitalen Angeboten. „Die Umsetzung eines gesunden Lebensstils scheitert oft an Informationsdefiziten oder an fehlender Motivation“, gibt Mathias Maul, Leiter Produktentwicklung, zu bedenken.


Mehr Fitness-Motivation durch Self-Tracking. (Bild: © Maridav – Shutterstock.com)

Mehr Fitness-Motivation durch Self-Tracking. (Bild: © Maridav – Shutterstock.com)


In seinem Vortrag „Medizinische Gesundheitschecks und Lebensstilverbesserungen“ geht er näher darauf ein, wie diese Hürde digital gesenkt wird. Die mobile Plattform „Wellmo“ ermöglicht es, effektive und skalierbare Gesundheitsprogramme durchzuführen. Dazu verbindet sie führende Gesundheits-Apps, Fitness-Tracker und Wearables.

Herz und Kreislauf mobil im Blick

Prävention per Smartphone bietet auch das Start-up „Preventicus“. Der Spezialist für die Früherkennung von Risikofaktoren, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen können, nutzt dazu den direkten digitalen Draht zu den Mitarbeitern:

„Betriebliches Gesundheitsmanagement kommt bei vielen Arbeitnehmern nicht an oder wird als statisch und zu wenig passend für individuelle Erfordernisse oder Interessen empfunden“, charakterisiert Stefan Richard, COO / Leiter Sales&Marketing, das Problem. Die Lösung: Persönliche Empfehlungen für jeden Einzelnen und messbare Ergebnisse zur Erfolgskontrolle für die Unternehmen.


Herz und Kreislauf dank Smartphone immer im Blick. (Bild: © cybrain – Shutterstock.com)

Herz und Kreislauf dank Smartphone immer im Blick. (Bild: © cybrain – Shutterstock.com)


Sportmöbel und virtuelle Trainer

Mehr Lust auf Bewegung macht das junge Label „heimathlet“ mit seinen multifunktionalen Möbeln, die Bewegung und Entspannung auf kleinstem Raum ermöglichen. Anleitung gibt es per Trainingsapp oder vom Personal Trainer.

Mittels virtuellem Pendant ermuntert „Just Functional“ zu aktiven Pausen am Arbeitsplatz oder Workouts nach der Arbeit. Dieses einfache und platzsparende System erlaubt es auch kleinen oder mittelständischen Betrieben, Fitness-Angebote in den Arbeitsalltag im Büro, in der Produktion, im Aufenthalts- oder Seminarraum ohne zusätzlichen Personalaufwand zu integrieren.

Gesundheitsbewusstes Verhalten schmackhaft macht „innosnack“ – und zwar im wahrsten Wortsinn: Das Star-up hat sich auf gesunde Zwischenmahlzeiten in Form von Energieriegeln, Energydrinks, Sweets oder Müsli spezialisiert. Eine Übersicht über das gesamte Ausstellerangebot, Produktneuheiten und das Programm der Messe gibt es unter www.corporate-health-convention.de.

 

Artikel von: spring Messe Management GmbH
Artikelbild: © Yuriy Rudyy – Shutterstock.com

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