Zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub: SKO und 80% der Bevölkerung dafür

04.03.2016 |  Von  |  News

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Die Schweizer Kader Organisation stellt sich hinter einen zweiwöchigen Urlaub für Väter. Dieser setzt ein Zeichen mit Blick auf die Vereinbarung des Familien- und Berufslebens. Der Urlaub unterstützt ebenfalls das Ziel, Frauen als selbstständige Berufstätige zu fördern.

Die SKO postuliert in ihrer Sozialcharta die Unterstützung für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Dabei sollte der Fokus auf Lösungen in Gesamtarbeitsverträgen oder auf Betriebsebene liegen und auch die Eigenverantwortung im Sinne von Ferienbezug oder von unbezahltem Urlaub eingefordert werden.

Der Bedarf ist ausgewiesen denn eine im Sommer 2015 erstellte repräsentative Umfrage zeigt, dass ein schweizweit über 80 Prozent der Bevölkerung einen Vaterschaftsurlaub befürwortet.



Aktuell steht die parlamentarische Initiative von CVP-Nationalrat Martin Candinas zur Diskussion, welcher zwei Wochen Vaterschaftsurlaub einführen will. Die Finanzierung soll analog zur Mutterschaftsversicherung über die Erwerbsersatzordnung (EO) erfolgen.

Die Sicht der SKO

Die zuständige Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Nationalrates hatte im April 2015 der Initiative zugestimmt. Die Medienmitteilung zu diesem Entschied hält fest, ein solcher Urlaub sei aus familienpolitischen Gründen angezeigt und die Kommission erachte ihn als sozialpolitisch verträglich. Diese Haltung wird auch von der SKO geteilt. Die Schwesterkommission des Ständerates folgte diesem Entscheid nicht.

Ins Feld geführt wurden vor allem die Kosten des Modells von rund 200 Millionen Franken und der Finanzierungsbedarf im Gegenwert von 0,06 Lohnprozenten. Da der Bundesrat eine Senkung des EO-Beitragssatzes ab 2016 beschlossen hat, sei es nicht angezeigt, den EO-Fonds und letztlich die Wirtschaft durch einen Vaterschaftsurlaub erneut stärker zu belasten. Die SGK N diskutierte im Januar 2016 das Geschäft erneut.

Diesmal war der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub nicht mehr mehrheitsfähig und wird dem Nationalrat zur Ablehnung empfohlen. Der Nationalrat hat noch die Chance, dem Antrag der Minderheit der Kommission zu folgen und den Entscheid voraussichtlich in der Sondersession Ende April zu korrigieren.

Familien- und Berufsleben vereinbar machen


Vater und Sohn (Bild: © Warren Goldswain - Shutterstock.com)

Vater und Sohn (Bild: © Warren Goldswain – Shutterstock.com)


Der Vaterschaftsurlaub setzt ein familienpolitisches Zeichen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und das Ziel, Frauen als eigenständige Erwerbstätige zu fördern. Zudem wäre es bedenklich, wenn das Anliegen mit einer Volksinitiative aufgegriffen werden müsste. Die SKO erwartet, dass National- und Ständerat der Initiative für den Vaterschaftsurlaub zustimmen.

Das parlamentarische Prozedere sieht vor, dass in der zweiten Phase der Beratung die Möglichkeit besteht, die Vorlage zu optimieren. Im konkreten Fall für den Vaterschaftsurlaub können dann die Dauer, die Finanzierung, die Eigenleistung der Betroffenen und betriebliche Lösungen auf einander abgestimmt werden.

 

Artikel von: Schweizer Kader Organisation SKO
Artikelbild: © Guas – Shutterstock.com

Über Sorin Barbuta

Ich habe bildende Künste studiert und arbeite seit vielen Jahren als freiberuflicher Graphik Designer. Da für mich selbständiges Arbeiten und Eigenverantwortung sehr wichtig sind, bin sehr gerne in der Welt des Web Content Managements unterwegs.


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