Wenn der Chef ethisch unethisch wird

18.02.2016 |  Von  |  Studien
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Wenn Chefs Geschäftsentscheidungen nach ethischen Kriterien trifft, kann dies für die Mitarbeiter unangenehm werden. Darauf weisen Ergebnisse einer Studie der Michigan State University hin.

Die Ursache: Ethisches Verhalten führt zu mentaler Erschöpfung und bewirkt ein Phänomen namens „Moral Licensing“. Die Führungskraft glaubt dann, sie habe durch ihre gute Tat einen moralischen Freibrief für schlechtes Verhalten erworben. Unternehmen können aber bei beiden Auslösern gegensteuern, so die Wissenschaftler.

Hat Ethik ihren Preis?

Wenn Führungskräfte „das Richtige“ tun, anstatt einfach das, was am meisten Profit verspricht, hat das oft seinen Preis: „Sie werden am nächsten Tag eher ausfällig gegenüber Untergebenen“, sagt Russell Johnson, Management-Professor an der Michigan State. Das umfasst Verspotten und Beleidigungen ebenso wie Mitarbeiter mit Schweigen zu strafen oder auf alten Fehlern herumzureiten. Das hat die Studie gezeigt, für die sein Team 172 Supervisoren in verschiedenen Sektoren von Handel bis Gesundheitswesen beobachtet hat.

Gründe für schlechtes Führungsverhalten sind mentale Erschöpfung durch ethisches Verhalten sowie eben der vermeintliche moralische Freibrief. Wenn Manager regelmässige Pausen machen, ausreichend Schlaf bekommen und ausserhalb des Büros von der Arbeit abschalten, beugt das mentaler Erschöpfung vor. Wenn Unternehmen formal ethisches Verhalten vorschreiben, kann das ebenfalls helfen. „Es fällt Menschen schwerer, das Gefühl zu entwickeln, sie hätten etwas gut, wenn sie etwas Verpflichtendes machen“, erklärt Johnson. Führungskräfte, von denen ethisches Verhalten erwartet wird, geben sich also nicht so leicht selbst einen moralischen Freibrief für schlechtes Benehmen gegenüber Untergebenen.

 

Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © beeboys – fotolia.com


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